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Jeder Taucher kennt es, wenn er in kalten Gewässern unterwegs ist, das Gefühl aufsteigender Kälte. Klamme Finger sind ein Grund, den
Tauchgang abzubrechen, da Unterkühlung nicht nur unangenehm sondern gefährlich werden kann, ignoriert man dieses Gefühl und widersetzt sich den Warnsignalen des
Körpers. Auch wenn die Vernunft einem etwas anderes rät, zeigen hier doch viele Taucher (falsche) Stärke. Allen Trockentauchern heizt die Firma AKKUman nun kräftig
ein.
Über einen 12 Volt NiMH Akku mit Leistungsreduzierung und Tiefentladeschutz, der bei höchster Last für etwa 1,5 Stunden Power abgibt, ist die
Heizleistung regelbar. Die Zellen sind in Schrumpfschläuchen eingelassen, im Akkupack befindet sich ein kleines „Fenster“, in dem man einen sogenannten
„Jumper“ aufgesteckt sieht. Mist der Jumper gesteckt, werden die Handschuhe mit halber Leistung beim Einsatz im Outdoor - Bereich beheizt, was die Betriebszeit
auf drei Stunden erhöht. Für Taucher empfiehlt sich aufgrund der meist geringen Umgebungstemperaturen und der höheren Wärmeableitung des Wassers, den Akku auf maximale
Heizleistung einzustellen. Ein detaillierte Anleitung hierzu liegt den Handschuhen bei.
Das Ansmann Ladegerät schaltet nach erfolgtem Ladevorgang ab und lädt
per Impulserhaltungsladung anschließend weiter. Die Ladezeit beim getesteten System beträgt etwa 3,5 Stunden. Weitere Ladegeräte mit Ladezeiten von 2 oder 6 Stunden
sind ebenfalls lieferbar. Teilweise können sogar vorhandene Ladegeräte einiger Lampenhersteller mittels Adapter verwendet werden; nachfragen lohnt also und schont den
Geldbeutel.
Die Handschuhe, lieferbar in Größen 7 - 12 , sind angenehm weich. Man spürt die Heizleitungen so gut wie nicht. Idealerweise benutzt man
Trockentauch - Handschuhe mit herausnehmbaren Innenhandschuhen. Lassen sich die textilen Innenhandschuhe eines vorhandenen Trockenhandschuh - Sets nicht herausnehmen,
kann es knapp werden mit der Bewegungsfreiheit der Finger. Hier hilft nur ausprobieren und im Notfall ein Austausch gegen moderne Trockenhandschuhe mit Ringsystem. Bei
unserem Test wurde auch ein Handschuhsystem verwendet, das mit dem Trockentauchanzug Giant II von AquaLung vertrieben wird (Testbericht vom Mai 2006). Hier gilt es
eine Besonderheit zu beachten. Diese PRO DS - Handschuhe werden anders als die bekannten Ringsysteme am Anzug angebracht und dichten durch flächigen Kontakt der
Handschuhe mit der Latexmanschette am Innenring. Hier muss besondere Sorgfalt auf das Bündchen des beheizbaren Handschuhs gegeben werden, denn dieses könnte unbemerkt
eingeklemmt werden, was natürlich zur Undichtigkeit an dieser Stelle führt. Die verbreiteten Systeme dichten in der Regel durch große O-Ringe auf einem Ringsystem,
das aufgesteckt oder per Bajonett verschlossen wird. Hier wurden keine Beobachtungen gemacht.
Praxis
Unser Einsatz fand in heimischen Gewässern unter
denkbar schwierigen Bedingungen statt. Regenwetter und Wassertemperaturen von 4 bis maximal 8°C machten neugierig, ob die beheizbaren Handschuhe halten, was dem
Anwender vermittelt wird - und, sie tun es. Vor der Tauchgang muss man die Kabel, die die Handschuhe mit Strom versorgen durch die Armel des Anzugs ziehen. Den
flachen Akkupack steckt man am besten in die Tasche des Unterziehers - gut, wenn dieser entsprechend geschnitten ist. Beim Anlegen des Anzugs muss man den Schalter
dort positionieren, wo man ihn unbehindert von weiterer Ausrüstung, die angelegt wird, gut erreicht. Erst nachdem die Ausrüstung soweit vorbereitet und angelegt
ist, werden die Handschuhe mit den Kabeln verbunden und zuletzt mit den Trockenhandschuhen angezogen. Unter gleichen Bedingungen - mit und ohne beheizbaren
Innenhandschuh – war klar feststellbar, dass man die Wärme deutlich spürt und bei längeren Tauchgängen eindeutig länger im Wasser bleiben kann ohne die
bekannt klammen Finger zu bekommen. Die Heizdauer von 1,5 Stunden reicht für einen normalen Tauchgang mit allen Vorbereitungen völlig aus. Der Schalter, mit dem die
Handschuhheizung aktiviert bzw. abgeschaltet wird, wurde zunächst für den Einsatz mit Trilaminat – Anzügen optimiert. Bei Neoprenanzügen bedarf es noch
einer konstruktiven Veränderung um durch das dickere Anzugmaterial den Schalter präzise bedienen zu können, was der Hersteller bereits in Planung hat.
Für
Berufstaucher oder Tekkis, die sich zumeist länger im kalten Wasser aufhalten als Sporttaucher, wird auch eine Erweiterung dieses Systems angeboten. Es gibt
beheizbare Socken, einen Nierengurt und wem das noch nicht ausreicht, der kann einen komplett beheizten Unterzieher ordern. Hierfür ist allerdings ein größerer Akku
nötig, der extern, beispielsweise an der Flasche, getragen wird und mittels nachzurüstender Anzugdurchführung an den Unterzieher angeschlossen wird.
Angetan
vom Handschuhsystem sind außerdem alle Outdoor – Sportler, die das System etwa zum Bergwandern, Mountainbiking, Ski Alpin oder Motorrad fahren nutzen können,
wobei sich hier eventuell die Anschaffung eines zweiten Akkupacks empfiehlt. Zu beachten sei noch, dass die Stecker des Akkupacks je nach Handschuhgröße variieren,
also sollte beim Kauf gleich die spätere Anwendung, Größe und Umfang der Ausrüstung bedacht werden.
Fazit: Wer oft in kalten
Gewässern unterwegs ist, der ist gut beraten für entsprechenden Kälteschutz zu sorgen. Die beheizbaren Handschuhe der Firma AKKUman verrichten diesen Dienst gut, ohne
störende Zusatz-Komponente im Equipment zu sein. Lediglich ein wenig mehr Sorgfalt beim Anlegen der Trockentauchhandschuhe ist angebracht.
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