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STARTSEITE FOTO Foto Inhalt Konica Minolta Dynax 7D BS Kinetics Gehäuse  Minolta 7D
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© UWW  Martina Frei

by Herbert Frei 3.06

© BS Kinetics

© UWW Herbert Frei

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© UWW Herbert Frei

Hyperdome © UWW Herbert Frei

© Martina Frei Aufahme mit Hyperdome

© Herbert Frei  Aufnahme mit Hyperdome

© Herbert Frei  Aufnahme mit Hyperdome

© Herbert Frei  Aufnahme mit Hyperdome

© Herbert Frei  Aufnahme mit Hyperdome

© Herbert Frei

Daten BS Kinetics Dahna Digital

Maße BxHxT [mm] 205x175x130
Tauchtiefe 80 Meter
Portanschluss Bajonett
Portscheibe Mineralglas
Material Gehäuse Carbonfaser
Sucher Optischer Sucher
Kameramonitor Einblick auf Monitor
Blitzanschluss
Gewicht 2200 g
Gehäuseverschluss Schnellspanner
Kundenkamera wird zum Einbau benötigt. Dieses Gehäuse wird nur auf Bestellung gefertigt.

Preise
UW-Gehäuse Dahna Digital für 7D: € 1990,- 
Makroport 50 mm: € 138,-
Makroport 100 mm: € 148,- 
Hyperdomeport: € 600,-
Zwischenring: € 70,-
Leckwarner: € 20,- 
Achtung: Analoge Minolta-Objektive können weitgehend ohne optische Einschränkung verwendet werden.
 
www.bskinetics.com

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Wer Kunststoff liebt, liegt hier richtig. Aber BS Kinetics verarbeitet kein profanes Polycarbonat. Carbon bzw. Kohlefaser heißt der Mode- und Wunderwerkstoff, den die kleine Firma am Rande des Schwarzwaldes verarbeitet. Carbon findet man an Rennautos, es werden Motorradverkleidungen damit gefertigt, edle Fahrräder gebaut und als Werkstoff für Scheibenbremsen verrichten diese ihren Dienst in teuren Sport- und Edelautomobilen. Carbon ist eine Welt für sich, auch unter Wasser.

UW-Gehäuse aus Carbon werden nicht aus dem Vollen gefräst, wie man das heutzutage mit Metallgehäusen macht. Man gießt sie aus Epoxidharz und legt zur Verstärkung die Kohlefasergewebe hinzu. Das ist Handarbeit, hat aber den Vorteil, dass man sehr individuell arbeiten kann. Bei BS Kinetics findet der Carbon - Interessent deshalb auch UW-Gehäuse für wenig populäre Digicams, wie die Dynax 7D, die allerdings ihre unbestreitbaren Vorzüge hat und deshalb auch Minoltafans mobilisieren kann. Ausgeflockt ist das BS Kinetics Dahna Digital 7D Gehäuse mit einem schwarzen, kurzfaserigen Kunststoff, der sehr saugfähig ist und mehrere Kaffeelöffel Wasser aufnehmen kann, bevor sich Wassertropfen auf der Kamera oder dem Frontglas niederschlagen. Vorher allerdings leuchtet der höchstempfindliche Leckwarner am hinteren Monitorfenster auf wie der Hinweis auf den nächsten Rotlichtbezirk. Eine akustische Warnmeldung fehlt. Wir halten sie aber für dringlich, weil man das blinkende Rotlicht nur sieht, wenn man die Kamera vor Augen hat. Das ist beim gemütlichen Dahingleiten oftmals minutenlang nicht der Fall.
Die D-SLR wird auf einer justierbaren Kunststoffplatte festgeschraubt. An der Passform ist nichts zu deuteln, denn die Dynax sitzt fest und perfekt im Mittelteil des UW-Gehäuses. Bei eingebauter Kamera kann man die Speicherkarte wechseln, den Akku nicht. Die Übersetzung auf das vordere Einstellrad ist mit vier Zwischenrädern etwas abenteuerlich lang geraten, aber BS Kinetics hat auf diese Weise erreicht, dass man die Übertragung seitlich bedienen kann und seine Hand nicht ungeschickt nach vorne strecken muss. Der Auslösehebel ist profan und etwa so aufregend wie ein Klacks Kartoffelbrei; er verrichtet seine Dienste aber wider erwarten sehr feinfühlig.
Weil die Dynax an einigen Stellen relativ verschachtelt ist und sich speziell dort nur mit bloßen Fingern gut bedienen lässt, haben die Gehäusehersteller mit dieser Kamera ein kleines Problem. Man muss sich als Kunde entscheiden, ob man die Belichtungskorrektur oder die Blitzbelichtungskorrektur übertragen haben will. Wer mit einem Systemblitz oder einem TTL-konvertierten Amphibienblitz fotografieren will, sollte den Zugriff auf die Blitzbelichtungskorrektur verlangen. Manuell arbeitende UW-Fotografen sind besser bedient, wenn sie die normale Belichtungskorrektur beeinflussen können. Man will vielleicht auch mal das eine oder andere Bild ohne Kunstlicht machen. Dann würde dieser Eingriff passen. Gleiches gilt für den Eingriff auf das Modusrad der Belichtungsprogramme. Auch hier kann man wiederum nur wählen zwischen Modusrad und Weißabgleichseingriff. Letzteren halten wir für weniger wichtig.
Ausnahmslos hat BS Kinetics auf den Gehäuserückdeckel übertragen, was die Kamera hergibt. 14 Druckknöpfe und ein Rad löchern nicht nur den Rückdeckel, sondern auch den Anwender. Die stählernen Drucktasten ragen wie Pershing-Raketen in den Himmel. Diese inszenatorische Darstellung müsste nicht sein. Kürzere Drucktasten würden auch kürzere Federwege bedeuten und somit auch ein gefühlvolleres Handling. Lobenswert: Die Drucktasten sind sehr gut gekennzeichnet, so dass man bei etwas Übung problemlos klar kommt. Vor dem Schießen des Rückdeckels muss man die 7D einschalten, weil das UW-Gehäuse keinen Ein/Ausschalter besitzt. Schlimm ist das nur, wenn man es vergisst und sich bereits im Wasser befindet.
Defizitär ist der fossile Galilei-Sucher, der das Okularbild deutlich verkleinert wiedergibt. Aber man kommt klar, weil man mit etwas Übung das ganze Bild überschauen kann. Für manuelles Scharfstellen, das muss deutlich gesagt werden, ist der Sucher eher ungeeignet. Doch es gibt Hoffnung. BS Kinetics wird vermutlich noch in diesem Jahr Zugriff auf ein Mitbewerberprodukt erhalten. Damit würde man sich eine teure Entwicklung sparen. Ein guter, heller, brillanter und bezahlbarer Gehäusesucher ist immer eine Projektionsfläche für Emotionen, weil er auch heute noch nicht als Selbstverständlichkeit an jedem UW-Gehäuse zu finden ist.
Verschlossen wird das BS Kinetics-7D-Gehäuse mit zwei Schnappverschlüssen die unerwartet leichtgängig und nagellackfreundlich zu schließen sind. Keine Kritik - so soll es sein! Die O-Ring-Nut, obwohl gegossen, war ohne Fehl und Tadel. Der O-Ring hat etwas Spiel, was kein Fehler ist, denn so lässt er sich zügig einlegen. Der Spalt in der Nut zieht allerdings Schwebeteilchen an wie Kuhmist die Fliegen. Nach dem Reinheitsgebot darf in der O-Ring-Nut kein Sandkorn hängen bleiben. Säubern Sie deshalb prinzipiell nach jedem Öffnen des Rückdeckels Dichtung und Nut, sonst blinkt es garantiert rot am Monitor. Eventuell sollten Sie mit einer alte Zahnbürste nachfahren. Aber keine nehmen, die Borsten verliert, sonst treiben sie den Teufel mit dem Belzebub aus. Vorschlag von UnterWasserWelt: Der schwarze O-Ring sollte durch eine Alternative mit Signalfarbe (rot, grün, gelb, blau) ersetzt werden. In der tiefschwarzen Nut ist er so deutlich zu sehen wie ein Kohlenspitzer im Eisenbahntunnel.
Die Zeit ist zu kurz für lange Leitungen, deshalb sollte BS Kinetics noch ein paar Gedanken an die Befestigung der Halteschienen verwenden. Drei Schrauben sind mehr als genug, aber sie sollten in Metall greifen. Unsere Vermutung geht dahin, dass nach dem 20-sten Weg- und Anschrauben die Gewinde im UW-Gehäuse einen Schaden erlitten haben könnten. Tragisch wäre das zwar nicht, denn Karbon lässt sich im Gegensatz zu Metall perfekt reparieren, aber es muss nicht sein.
Die Schiene selbst ist so groß geraten, dass eigentlich zwei UW-Fotografen gleichzeitig mit der Kamera arbeiten könnten. Vielleicht wäre in Zukunft eine Lösung denkbar, wie sie von anderen Gehäuseherstellern seit langem umgesetzt wird: Zwei Handgriffe direkt am UW-Gehäuse zu befestigen. Es würde dem Handling und den Augen gut tun. Ein anderes Problem hat uns eher fotografisch beschäftigt. Weshalb muss ein Karbongehäuse dunkler als die schwärzeste Nacht sein? Es mag edel aussehen, setzt man so ein Gehäuse (aungewollt) der Sonneneinstrahlung aus, erwärmt sich sein Inneres mehr als notwendig.         
Da Blitzbelichtungen mit Konica-Minoltas futuristischer ADI-TTL-Messung mit mehr als einem Dutzend Vorblitzen nicht jedermann zugänglich sein werden — man benötigt dazu einen speziellen Systemblitz — liefert BS Kinetics das UW-Gehäuse mit zwei Nikonos-Blitzbuchsen aus. Links für TTL-Blitzbelichtungen, rechts für manuelles Blitzen. Wir haben die Tests mit einem gewöhnlichen Subtronic-Alpha und manueller Einstellung gefahren. Nennenswerten Störungen gab es keine. Die 7D hat sowohl im Modus A als auch im Modus M ausgelöst. Modus A ist nur zu empfehlen, wenn das Umgebungslicht hell ist und man Weitwinkel--oder Fisheyebilder machen will. Grund: Die Kamera wird vom Blitz nicht angesteuert und geht auf Langzeitsynchronisation. Denn obwohl das Antishake-System auch mit Blitzlicht funktioniert, kommt es irgendwann an seine Grenzen und das Bild zeigt dann Verwackelungsunschärfen. Im Nah- und Makrobereich muss zwingend auf M gestellt werden.
Die Verdrahtung im UW-Gehäuse war in Ordnung. BS Kinetics verwendet das Original-Minolta OC-1100-Synchronkabel.
Das A und O sind die Ports, denn hier entsteht im Prinzip das Bild in seiner Abbildungsqualität. Der beste Bildsensor ist kappes, wenn das Licht nicht richtig zu ihm vordringt und die Domegeometrie nicht dem Bildwinkel des Objektives angepasst ist. Über Planports muss man nicht reden. Sie sind einfach herzustellen, BS Kinetics liefert sie in Mineralglas. Die richtige Portlänge und ein Glas, das war´s! Das nüchterne Erwachen kommt dann, wenn die Gläser gewölbt sind. BS Kinetics hat gut getan, nicht selbst zu entwickeln und zu probieren, sondern von einem bekannten Hersteller ein großes Acryldomeglas zu nehmen und zu fassen. Die mit 250 mm Durchmesser gigantische Kuppel hat sich im Test wohl als gut brauchbares Domeglas für Objektive von 20 mm bis 14 mm (mit Zwischenring) einschließlich des 16 mm Fisheyes erwiesen. Die Randschärfen waren zufriedenstellend, mit dem 16 mm Fisheye, das infolge des Crop-Faktors von 1,5 nur auf einen Bildwinkel von 114° kommt, waren sie ab Blende 8 und kleiner sogar sehr gut. Der Mammut-Dome war ein Prototyp, den BS Kinetics in Programm übernehmen wird. Damit hat der Hersteller eine wichtige Lücke in Richtung Superweitwinkel- und Fisheyeobjektive geschlossen.

Fazit

Carbongehäuse stehen hinsichtlich der Werkstoffqualität den Metallgehäusen nicht nach. Die Art der Fertigung erlaubt schnelles Reagieren auf Kameraversionen, die von Kleinserienherstellern nicht bedient werden. Auch lassen sich im Rahmen der Möglichkeiten individuelle Userwünsche eher realisieren. Die thermischen Eigenschaften bieten Vorteile bei Fototauchgängen im Kaltwasser, da der Wärmeaustausch deutlich langsamer erfolgt als bei Metallgehäusen. Die Akkus kühlen nicht so schnell ab und erhalten ihre Leistung dadurch länger. Bei Einsätzen in schwülwarmen Tropenklima oder bei kaltem Wasser ist das Einlegen von Silikagel – Trockenmittel ans Herz gelegt um Kondensatbildung zu vermeiden.  

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