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Tauchen im Mergui Archipel, Burma.
„Mantas! Hier am Black Rock haben wir sehr häufig Mantas“ Diese Worte von Alain, Cruise Director und Chef auf der
“Faah Yai“ beim morgendlichen Briefing führen zu hektischen Aktivitäten. Auch der müdeste der acht Taucher an Bord (inklusive Diveguide mit Freund)
bemüht sich möglichst schnell in seinen, vom Vortag noch feuchten, Tauchanzug zu kommen. Mantas! Keiner kann sich der Faszination dieser „Teufelsrochen“
entziehen. Das Dinghy bringt uns, wie immer in zwei Gruppen, zum Tauchplatz. Wie an fast allen Spots im Archipel empfängt uns eine bemerkenswerte Strömung und wir
bemühen uns, schnell die vorgesehene Tauchtiefe von etwa 35 m zu erreichen.
Die Sicht ist nicht sehr gut. Nur etwa 10, 12 m und sehr trübe. Aber
tatsächlich! Da sind sie! Vor dem graublauen Hintergrund zeichnen sich immer deutlicher die Silhouetten riesiger, unter den diffusen Lichtverhältnissen unheimlich
wirkender, Rochen ab. Mantas! Nach und nach können wir sieben Individuen unterscheiden. Wir sind begeistert. Sigrid versucht immer wieder näher an die Tiere
heranzukommen. Aber die Rochen halten sorgfältig ihre gewählte Distanz. Dennoch sind sie manchmal so nahe, dass wir glauben, sie berühren zu können. Wenn die Tiere mit
unglaublicher Eleganz über uns hinweg ziehen und mit einer kaum wahrnehmbaren Bewegung der „Flügelspitzen“ ihre Schwimmrichtung ändern, ihre weißen
Körperunterseiten im Gegenlicht leuchten, kann der schwerfällige Taucher in seiner unhandlichen Ausrüstung nur grenzenlose Bewunderung empfinden. Wir müssen mit aller
Kraft „in die Flossen treten“ um in der Strömung stehen zu bleiben, bei den Mantas ist keinerlei Anstrengung zu sehen. Ruhig und schwerelos schwingen ihre
Flossen, die eher Flügel sind, durch das Wasser und treiben sie mit großer Geschwindigkeit voran. Den ganzen Tauchgang über kommen die Tiere immer wieder zurück und
auch bei allen folgenden Abstiegen am Black Rock sind sie immer da. Dies sicher mit ein Grund, dass Black Rock eines der Highlights unter den vielen beindruckenden
Tauchspots dieser Reise ist.
Seit zwei Tagen befinden wir uns mit der „Faah Yai“ im Mergui Archipel, in der Andaman See vor der Küste von Myanmar
– früher Burma. Myanmar hatte sich über viele Jahre fast völlig vom Rest der Welt abgeschlossen. Seit kurzer Zeit aber wurde der kommerzielle Wert des
internationalen Tourismus erkannt und man beginnt sich langsam und vorsichtig zu öffnen. Schon seit einiger Zeit werden Reisen in dieses kulturell hochinteressante
Land mit seiner langen Historie und seinen sagenhaften Tempelbauten angeboten. Und auch die Kaufkraft der Taucher aus aller Welt wurde erkannt und so arbeiten derzeit
etwa 15 thailändische Firmen mit etwa 25 Tauchbooten in dieser Region. Aber der Archipel ist so riesig, dass selbst in der Hochsaison kaum einmal zwei, geschweige denn
mehr, Boote am selben Tauchspot liegen. Die Anreise zum Ausgangshafen in Burma, Kaw Thaung erfolgt über den süd-thailändischen Hafen Ranong. Dabei führen (fast)
alle Wege über Bangkok, die Hauptstadt Thailands. Von dort dann entweder ein knapp einstündiger Flug nach Ranong, wo die Crew des Veranstalters den erwartungsfrohen
Taucher abholt, oder Flug nach Phuket und von da ein ca. 4-stündiger Transfer mit dem Minibus nach Ranong. Für uns, die wir mit 72 kg Tauch- und Fotoausrüstung
anreisten war es eine ausgesprochen positive Überraschung, dass dies von allen Airlines widerspruchslos akzeptiert wurde! Wir hatten zwar insgesamt 20 kg Übergepäck
zugestanden bekommen, aber letztlich hatten wir immer noch weitere 12 kg zuviel. Dennoch, selbst die kleine, nur regional operierende Phuket Air, die uns von Bangkok
nach Ranong flog, nahm unsere schweren Tauchtaschen und Fotokoffer an ohne mit der Wimper zu zucken! Die Aus- und Einreiseformalitäten gestalten sich relativ
einfach, wenn auch etwas zeitaufwendig. Erst in Ranong zum Immigration Office, das mitten in der Stadt liegt – und in dessen Vorhof es bei unserer Ankunft
atemberaubend nach Fisch stank. Mehr oder weniger freundliche Beamte bestätigen dort die erfolgte Ausreise aus Thailand. Hier wird es interessant! Denn, formal ist der
Gast nun aus Thailand ausgereist! Was, wenn er nun nicht nach Burma übersetzt? Ein Tor zum illegalen Aufenthalt, das hoffentlich nie jemand nutzt, da ansonsten der
Veranstalter sicher mehr Probleme bekommt, seine Gäste einfach und schnell von Thailand nach Myanmar zu befördern. Von da geht es, noch immer im Mini-Bus, zum
Anlegesteg für das Transferboot nach Burma. Nutzen Sie die Wartezeit dort um sich ein wenig umzusehen. Fotografen finden dort ein Paradies voller Motive! Das
Longtailboot bringt dann die Gruppe nach Kaw Thaung wo die Faah Yai meist bereits wartet. Für die Einreise nach Burma und die Taucherlaubnis kommt der burmesische
Immigration Officer an Bord und kassiert dort die sogenannte Hafengebühr in Höhe von 120,- bis 160,- US-Dollar. Die Höhe der Gebühr ist vermutlich vom Tageskurs des
Dollar abhängig. Jedenfalls wurden uns in Deutschland erforderliche $ 160,- genannt, zwei Mitreisenden aus Kalifornien hatte man $ 140,- angegeben, kassiert hat der
wohlbeleibte Uniformierte dann „nur“ $ 120,-. Dabei wäre anzumerken, dass ein normales Touristenvisum für Myanmar, bei der Einreise aus Thailand, etwa US $ 30,-
kostet! Der Zollbeamte trinkt gemütlich, ganz ohne europäische Hektik, sein Freibier während die Gäste in respektvollem Abstand in ihrer Reisekleidung schwitzen.
Unter Deck, die Kabinen beziehen, darf der Gast erst, wenn die Formalien erledigt sind. Irgendwann dann sammelt er die Pässe, 2 Fotokopien der Pässe, 4 Passbilder und
die erwähnten $ 120,- pro Gast ein und siehe da, schon ist der erwartungsvolle Taucher eingereist und die Tauchgenehmigung erteilt. Die Pässe bleiben in Kaw Thaung und
werden erst kurz vor der Ausreise zurückgegeben.
Die Faah Yai ist ein 24 m Holzboot, etwa 8 Jahre alt und wurde ursprünglich als private Yacht gebaut. 1998
wurde sie speziell für Tauchkreuzfahrten umgerüstet. Faah Yai bedeutet in etwa „Tiefblau“ oder “Blue Intensity“. Sie verfügt über zwei Diesel -
Maschinen mit jeweils 350 PS. Das Schiff hat insgesamt fünf Gästekabinen und kann, bei maximaler Belegung, bis zu 13 Passagiere (Komplettcharter) aufnehmen. Dann
allerdings ginge es an Bord ziemlich eng zu. Nach unserer Ansicht sind 10 Gäste das Maximum um noch Bequemlichkeit zu genießen. Mehr Leute können sich kaum im Salon
aufhalten, wo z.B. alle Mahlzeiten eingenommen und die Briefings vor den Tauchgängen abgehalten werden. Alle Gästekabinen sind mit eigener Dusche und WC
ausgerüstet. Klimaanlage und ein großer Ventilator erlauben, seine ganz eigene Temperatur einzustellen.
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