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Cullmann-Sharky - Tauchen und fotografieren mit dem kleine Hai
Der Einstieg in die UW-Fotografie ist immer mit Kosten verbunden. Und diese können mitunter ganz erheblich
sein. Doch nicht jeder Urlaubsfotograf ist bereit, sein Sparbuch für einige Erinnerungsbilder zu plündern. Geht es nicht vielleicht ein bisschen preiswerter? Herbert Frei über
ein Einsteiger-System, das der Brieftasche Freude bereitet.
Wenn die Zeiten schwer und die Gelder knapp werden, ist guter Rat teuer. Kann man dann als Familienvater und
Alleinverdiener überhaupt noch an die UW - Fotografie denken? Vor allem, wenn einem immer wieder suggeriert wird, dass sich normalerweise unter 2000 EURO nicht viel bewegt. Von
solchen Parolen sollten Sie Abstand nehmen. Zugegeben, wer bereits ist, mehr als einen Monatsgehalt auszugeben, kann sich gerätemäßig zurücklehnen. Denn dafür bekommt man schon
Einiges. Frage aber auch: Welcher Gelegenheitsknipser kann es nutzen? Sollten Sie sich gar zur schnorchelnden Zunft zählen, ist die Anschaffung einer hochpreisigen Fotogerätschaft
eher in das Lager der Emotionen als die Schublade der Vernunft zu stecken. Der sporadische Urlaubsfotograf kann eine komplizierte Fotoausrüstung immer nur in Teilen für
sich arbeiten lassen. Die letzten Feinheiten bleiben ihn vermutlich für immer verborgen. Er benötigt sie auch nicht. Spaß und Freude bereiten ihm letztendlich nur einfach zu
bedienende Gerätschaften. Diese müssen außerdem pflegeleicht und easy zu transportieren sein. Ein solches Spielzeug für Erwachsene ist die Cullmann - Sharky. Niederer Preislevel,
wenig einzustellen und noch weniger falsch zu machen, robust und wartungsarm, Garant für peppige Erinnerungsaufnahmen.
Klein, leicht, umkompliziert
Auf diese
drei Worte kann man das Sharky - Konzept zusammenfassen. Man kann die Sharky zwar als Amphibienkamera bezeichnen, genaugenommen ist sie es aber nicht. Denn die Basisgerätschaft
besteht aus einer Innenkamera und einem wasserdichten Kunststoffgehäuse. Die eigentliche Kamera basiert auf schlichter Technik, kreative Möglichkeiten - sofern jemand das will -
können nicht in Anspruch genommen werden. Zuerst öffnet man die Objektivabdeckung, dann schaltet die Kamera am frontal angebrachten ON/OFF-Schieber ein und aktiviert damit
gleichzeitig den internen Kamerablitz. Diese Handlungen müssen vor dem Einbau ins UW - Gehäuse geschehen, weil hierfür keine Eingriffe vorgesehen ist. Wenn Sie nicht wollen, dass
die Kamera blitzt, einfach den Schieber auf OFF stellen. Jetzt kann ohne Blitzlicht ausgelöst werden. Mit diesem Trick kann man beispielsweise im Flachwasser auch mal Bilder ohne
Kunstlicht machen. Damit erweist sich die kleine Sharky hinsichtlich der Belichtung als relativ flexibel. Viel darf man von der Kameratechnik selbst nicht erwarten. Die
Verschlusszeit ist fest vorgegeben und beträgt 1/125s, ebenso die Blende mit dem Fixwert von 5,6. Letztere ist als Lochblende ausgelegt und erzeugt mit dieser Anordnung relativ
gute Bildergebnisse, trotz der bescheidenen Kunststofflinse im Objektiv. Der Schärfenbereich der Optik erstreckt sich an Land von 1,2 m bis unendlich und unter Wasser von 0,9 m
bis 1,8 m. Damit kommt man in klarem Wasser gut zu Rande, wenngleich der kleine Kamerablitz ab etwa 1,5 m am Ende ist. Bestückt werden kann die Kamera entweder mit ISO
100/21¡ oder ISO 400/27¡-Filmen. Eine DX-Codierung (automatisches Einlesen der Filmempfindlichkeit) findet nicht statt, ist allerdings wegen des großen Belichtungsspielraumes der
vom Hersteller empfohlenen Farbnegativfilme, auch nicht erforderlich. Für normale UW - Aufnahmen mit dem integrierten Kamerablitz sollten Sie ISO 400/27¡-Filme nehmen. Als eine
der wenigen UW - Kameras verfügt die Sharky nicht über einen Winder. Der Film muss ergo von Hand gespannt werden. An Land macht man das ruck - zuck mit dem Daumen. Das dafür
vorgesehene gezahnte Aufzugsrad sitzt sehr ergonomisch auf der Kamerarückseite.
Kunststoffpanzer
In dieser Kamera-Kategorie ist es üblich, dass die UW - Gehäuse aus Kunststoff bestehen. Damit beugt man korrosiven Unwägbarkeiten vor, macht die Gerätschaft pflegeleicht und
reduziert außerdem das Gewicht. Allerdings mit dem Nachteil, dass die Sharky schwimmt. Wem das unangenehm ist, der kann sie mit einem Bleistück beschweren. Für alle Fälle,
sollte man die Kamera unter Wasser immer an der Handschlaufe tragen. Wenn sie davon driftet oder an die Oberfläche treibt, findet man sie trotz ihres gelben Aussehens nur schwer
wieder. Geht das Spannen des Filmes an Land zügig und problemlos, muss man sich unter wasser etwas in Geduld üben. Der Spannhebel hat eine sehr kleine Übersetzung, so dass man
4-5 mal in kleinen Schüben spannen muss. Machen Sie das aber vorsichtig und langsam...es kommt nicht auf 2-3 Sekunden an - sonst könnte passieren, dass der Eingriff durchrutscht,
was aber nicht schlimm wäre. Unangenehmer wird es, wenn der Film reißt, dann kann nicht mehr weiterfotografiert werden. Das Spannen ist eine Gefühlssache, die man aber schnell
intus hat. Eilig darf man es mit den Folgeaufnahmen nicht haben, doch Urlaubs- und Gelegenheitsknipser stehen normalerweise nicht so unter Zeitdruck wie Profifotografen. Auch an
die Auslöserübertragung muss man sich etwas gewöhnen. Anfangs kann es passieren, dass man ihn ungewollt in die Blockierstellung drückt. Käufer solcher
Ausrüstungen wollen im Prinzip nicht aufwändig pflegen. Der eingelegten Rückdeckeldichtung muss trotzdem etwas Aufmerksamkeit gewidmet werden. Die graue Dichtung ist fest
eingeklebt und darf nicht gefettet werden. Wischen Sie mit einem fusselfreien, feuchten Tuch eventuelle Staubteile, Haare, Sand und Salzkristalle weg. Hartnäckigen Schmutz können
Sie entfernen, wenn Sie das Sharky - Gehäuse innen mit Shampoo auswaschen, klar nachspülen und an einem kühlen Ort trocknen lassen. Das ist der Vorteil dieser transparenten
Kunststoffhülle, sowohl außen wie auch innen kann ihr Wasser nichts anhaben.
Nahlinse Die Objektive von analogen Funkameras für die UW -
Fotografie haben alle den Nachteil, dass sie sich für viele interessante Motive nicht nah genug einstellen lassen. So auch an der Sharky; 0,9 m als Distanzminimum sind einfach zu
viel, wenn man Korallenmuster, Grundfische und Krebse in vernünftigen Abbildungsmaßstäben ablichten will. Deshalb sollten Sharky - Fotografen unbedingt in das als Option
erhältliche Nahlinsen-Set investieren. Es besteht aus einer an der Halteschiene zu befestigenden vorschwenkbaren Nahlinse mit Distanzstab und Bildfeldrahmen. Somit
liegen Motiventfernung (Distanzstablänge) und Abbildungsmaßstab(1:6) fest. Die Schärfentiefe erstreckt sich von 25 cm bis 45 cm, gemessen ab Filmebene. Damit kann man sehr
gut im Nahbereich agieren. Der Hersteller bezeichnet die Nahlinse zwar als Makrolinse, doch das ist sehr weit hergeholt. Makroaufnahmen sind es nicht, die man damit machen kann,
aber ansprechende Nahaufnahmen mit der sehr guten Schärfentiefe von 20 cm. Damit gelingt es sogar, räumliche Eindrücke auf den Bildern zu schaffen. Die Verwendung der Nahlinse
kann mit ISO 100/21¡-Filmen verknüpft werden. Gegen Überbelichtungen ist das Set mit einem Blitzdiffusor versehen, der mit dem Hochschwenken der Nahlinse vor den Blitzreflektor
gelegt wird. Er dämpft das Blitzlicht, macht es zudem weicher und wärmer. Als mögliche Motive kommen Drachenköpfe, Krokodilfische, Steinkorallen, Schwämme, Muscheln, größere
Nachtschnecken und Weichkorallen in Frage. Frei schwimmende Fische sind nur schwer in den Rahmen zu locken. Am Tage geht das normalerweise nur mit Anfüttern. Nachts ist man besser
dran. Dann sehen die vom Lichtschein der Taucherlampe geblendeten Fische den Rahmen nicht. Mit einigem Geschick sind dann sogar frontale Kopfportraits von Zackenbarschen,
Soldatenfischen und Muränen möglich. Auch im Süßwasser kommt man in der Nacht besser klar. Die Sichtweite spielt mit dem Nahlinsen-Set nicht mehr die entscheidende Rolle, auch in
mäßig klarem Wasser gelingen Bilder ohne Trübstoffreflexionen. Ein entscheidender Fortschritt. Wichtig ist darauf zu achten, dass die Nahlinse bei der Montage zentrisch
vor dem Kameraobjektiv sitzt. Schon geringste Verschiebungen beeinträchtigen die Bildqualität. Ebenso müssen Nahlinse und Abschlussglas des UW - Gehäuses frei von Fettflecken,
Fingertapsern und mechanischen Beschädigungen sein.
Externes Blitzgerät
Dass der kleine Kamerablitz mit seiner bescheidenen Leitzahl keine Bäume ausreißen
kann, sieht man ihm auch als Laie an. Mit dem schmächtigen Reflektor ist wenig Staat zu machen, wenn sich die Motive in Abständen jenseits von 50 cm geometrischer Entfernung
befinden. Hier hilft nur ein stärkerer Amphibienblitz. Und den liefert Cullmann als Zubehör. Befestigt wird er an der Halteschiene mittels einer Kugelfriktion. Ausgelöst wird der
externe Blitz durch den Lichtimpuls des Kamerablitzes. Dieses Licht aktiviert zwei Sklavensensoren an der Unterseite des Amphibienblitzgerätes. Deshalb muss der externe Blitz
immer so ausgerichtet sein, dass das hochstrahlende Licht vom Kamerablitz auch auf die Messzellen trifft. Der externe Amphibienblitz wird hauptsächlich in Verbindung mit dem
Kameraobjektiv eingesetzt. Sein Licht streut weiter und ist in seiner Intensität auch stärker als der integrierte Kleinblitz. Mit 60° Ausleuchtwinkel verfehlt man die Motive
kaum noch. Mit ISO 100/21¡-Film lässt er sich auch mit der Nahlinse kombinieren. Mit frischen Batterien (4 Mignon-Zellen) kommt man auf etwa 120 Auslösungen. Eine Blitzregelung
ist nicht vorhanden, der Externe blitzt immer mit Volllast. Eine Testschaltung gibt hinsichtlich der Funktionalität Sicherheit. Wenn diese ausgelöst werden kann, ist der Blitz
technisch in Ordnung. Der externe Amphibienblitz wertet die Sharky blitztechnisch erheblich auf. Wenn Sie also mit der Ausleuchtung Ihrer Bilder etwas unzufrieden sind, könnte
es daran liegen, dass der kleine Kamerablitz etwas überfordert war. Dann hilft im Prinzip nur die Investition in den größeren Amphibienblitz.
Tipps und Hinweise
1. Die Sharky ist richtig, wenn Sie nicht mehr als fotografische Erinnerungen festhalten wollen. Sie kann Ihre Wünsche und Vorstellungen nicht befriedigen, wenn Sie
kreativen Ehrgeiz an den Tag legen und in Meisterfotos Ihre Zukunft sehen.
2. Betreiben Sie die Sharky nur mit Farbnegativfilmen. Das Bestücken mit Diafilm ist machbar,
aber nicht sinnvoll. Die Ausschussrate erreicht eine unbefriedigende Höhe.
3. Zu wirklicher Hochform läuft die Sharky nur auf, wenn man sie mit allen Accessoires aufpept.
Nahlinsen-Set und externer Amphibienblitz müssen sein.
4. Im Süßwasser sollten Sie üblicherweise nur mit der Nahlinse fotografieren. Es sei denn, die Sichtweite liegt
wirklich über 10 m horizontaler Sicht.
5. Die gesamte Gerätschaft hat im Wasser Auftrieb. Wenn Sie das stören sollte, müssen Sie den Zug nach oben mit einem Bleistück
ausgleichen.
6. Nahlinse und Frontglas des UW - Gehäuses müssen sauber sein, sonst kann es zu partiellen Unschärfen kommen. Entfernen Sie auch Wasserflecken. Entgegen
üblicher Meinung lösen sie sich nicht immer auf, wenn die Kamera eingetaucht wird.
7. Die fest verklebte Rückdeckeldichtung sollte nicht gefettet werden. Wenn doch, dann
dürfen Sie kein Silikonfett verwenden, weil sie sich sonst verformt, was zu Undichtheiten führten kann.
8. Die Sharky kann mit Mignon-Batterien, Stab-Akkus oder
Lithium-Zellen betrieben werden. Wiederaufladbare Energieträger sind indes für Gelegenheitsfotografen nicht sinnvoll, weil sie zu viel Pflege verursachen.
9. Erwarten Sie
von der Sharky nicht dieselben optischen Ergebnisse wie von einer teuren Spiegelreflexkamera. Die Bilder sind im Rahmen der technischen Möglichkeiten von Objektiv und Zubehör so
scharf und brillant wie es nur geht.
10. Weitwinkelbilder können nicht realisiert werden, weil das Sharky-Objektiv unter Wasser nur einen Bildwinkel von 56° ermöglicht.
11. Üblicherweise bekommen Sie die Sharky In Fotofachgeschäften, im Fotoversand und in Tauchsportläden.
12. Reparaturen werden von UW - Fotoservice Rene Aumann
erledigt. Tel. 06435-7762
Preise (UVP)
Sharky: ca. 135,40 EURO (Kamera mit UW - Gehäuse) Nahlinsen-Set: 85 EURO
Externer Amphibienblitz: 230 EURO Set-Koffer: 110 EURO
Infos, Bezug und Service
>>> Das Buch zur Cullmann Sharky von Herbert Frei www.cullmann-foto.de
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