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Was tun, wenn mehr und mehr Tauchgewässer zu gemacht werden und eine Freiwasserausbildung vor der Haustüre nicht mehr möglich ist? Vor diese Frage sah man sich im Diver`s
Indoortauchzentrum bei München gestellt und entschied eigene Tauchseen anzulegen. Pfingsten 2007 markierte dabei einen ersten Meilenstein.
Klaus Egger, der Inhaber des
Diver`s und Michael Weber, Direktor des Mercure Hotels in Aufkirchen, zu dem das Diver`s gehört, mussten mit ansehen, wie ein naher Weiher, der von der Diver`s Tauchschule genutzt
worden war, von einer Stunde auf die andere für jeden Bade- und Tauchgast gesperrt worden war. Ein anderes Gewässer, der Baggersee Pullinger Weiher, der über 25 Jahre unzähligen
Tauchern Heimat geworden war, wurde aktuell ebenso von seinem Besitzer dicht gemacht. Der Echinger Weiher, ehemals ein wirkliches Kleinod mit kristallklarem Wasser, litt vor
Jahren schon spontan unter der Allgemeinverfügung des Bayerischen Innenministeriums, das mit einer Allgemeinverfügung alle Verwaltungen im Lande mobilisierte die Eignung von in
ihrem Einzugsbereich befindlichen Seen und Weiher für den Tauchsport zu überprüfen. Viele Verwaltungen taten sich hier leicht, das Tauchen in Bayerischen Oberflächengewässern wäre
ohnehin aufgrund einer über 100 Jahre alten gesetzlichen Regelung genehmigungspflichtig und so wurde – auch unter dem sanften Druck einer Anglerlobby – vielen Seen
ohne weitere Prüfung die Eignung widersagt und das Tauchen verboten. Der Echinger Weiher, ehemalige Kiesabbaustätte für den Autobahnbau, ist trotz Lage in einem
Naturschutzgebiet, privat verpachtet. Gegen ordentliches Entgelt kann man dort tauchen, allerdings unter Verzicht auf jede dem Eintrittspreis angemessene Infrastruktur, Toiletten
oder Abfallkörbe sucht man vergebens, die Fahrzeuge dürfen nur zum Be- und Entladen an den See herangefahren werden, gut 200 Meter entfernt muss man sie dann entlang einer
Schotterpiste abstellen. Für Tauchanfänger ist der See aufgrund der geringen Tiefe und das Bewuchses wenig geeignet, darüber können auch die Plattformen nicht hinwegtäuschen,
die beim üblichen Andrang am Wochenende – bis weit hinter Nürnberg fährt man an den Echinger – bei weitem dem Andrang nicht genügen. Von den Pflanzen abgestaubtes
Sediment, das die Flossen oder gleich die ganzen Körper der Taucheleven zu verantworten haben, trüben binnen kurzer Zeit die Sicht und nur an ruhigen Tagen innerhalb der Woche mag
man noch ein wenig an die tolle Zeit unter Wasser im Echinger Weiher erinnert werden, die mehr als 15 Jahre her ist. Angesichts dieser Rahmenbedingungen war es für Klaus Egger
und Michael Weber nahe liegend ein Grundstück nahe des Tauchzentrums mit etwa 5000 m² als Ausgangspunkt der Outdoor - Aktivitäten des Diver`s nutzen zu wollen. Im Frühjahr 2007
rückten die Bagger an und schufen zwei Becken mit etwa 7 Metern Tiefe, die durch ein Rohr verbunden sind, 15 Meter lang und 1,8 Meter im Durchmesser. Pfingsten 2007 wurden die
beiden Becken, Länge je 100 Meter, Breite 30 Meter, geflutet und ein erster Testtauchgang von Michael Weber bestätigte die Idee, die hinter der Röhre steckt – hier echtes
Höhlentauchfeeling zu erzeugen. Doch mit dem Graben von Becken und deren Befüllung allein ist es nicht getan, denn Taucher haben den Anspruch auf ausreichend Sichtweiten unter
Wasser, je mehr um so besser. Im Mittel möchte man 5 – 10 Meter erreichen, doch dazu benötigt man entsprechende Regulatorien der Natur, die die Nährstoffe im Wasser abbauen
um Algenwachstum zu verhindern. An dieser Stelle kam Gewässerbiologin Alexandra Hösch ins Spiel, die die Leser von UnterWasserWelt schon länger kennen. Am 6. Juni war es so weit,
nachdem das Wasserniveau um 80 abgesenkt worden war, dass viele Freiwillige 1500 Pflanzen unter Anleitung der Biologin an der Uferböschung in den weichen Lehmboden
einbrachten. Mit 1000 Schilfpflanzen und 500 schmalblättrigen Röhrichtzöglingen wurde die Uferzonen dicht bepflanzt. Es ist auch nicht gedacht, dass man später vom Ufer aus ins
Wasser gelangt, der Uferstreifen bleibt einzig den wasserreinigenden Pflanzen vorbehalten. Schwimmstege werden zukünftig den Ein- und Ausstieg bilden. Mit € 2250,- hat
man allein für die Pflanzen tief in den Geldbeutel gelangt. Fischbesatz wird folgen, hier ist an Hechte, Zander und Sterlets, die kleineren Verwandten der Störe, gedacht.
Abgesehen davon, der nahe Isarkanal hat ohnehin bereits ein idyllisches Biotop geschaffen, von dem so einige Einwanderer über und unter Wasser zu erwarten sind. Ein kleines
Wrack ist bereits versenkt, weitere kleine Highlights werden folgen. Weitläufige Beach- und Wiesenflächen bieten genügend Platz für ein Sonnenbad, der Weg vom Tauchfahrzeug bis
zum See soll sehr kurz gehalten werden. In der Biergartenzone wird die Gastronomie des Diver`s die Gäste bewirten, Grillplätze lassen die individuelle Gestaltung des Aufenthalts
zu. Für € 9,- Eintritt kann man einen Tag im Diver`s outdoor verbringen. Natürlich ist die Anlage nicht für einen unendlich großen Ansturm konzipiert, bis zu 80
Taucher und mehr pro Tag, wie sie schon am Echinger Weiher gezählt wurden, kann es hier nicht geben. Vielleicht wird man bei 40 Tauchern die Grenze erreicht sehen, so Michael
Weber. Zuversichtlich auf die Schlüssigkeit des Konzepts ist man allemal. Bereits zwei Tage nach der Pflanzaktion und der Wiederbefüllung auf volles Seeniveau konnte
Tauchlehrer Vladi bereits von 5 Metern Sichtweite berichten.
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