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Kaum ein Ausrüstungsteil scheidet die Geister wie die FORCE FIN®. Die Flossen nach Art von “Donald Duck” überraschten aber schon bei der großen Flossenumfrage vom Sommer 2005, die auch UnterWasserWelt unterstützt hatte. Immerhin findet man sie bereits auf Platz 7 bei den im deutschsprachigen Raum getragenen Marken, auf Platz 8 bei den Flossenmodellen und auf den Plätzen 1 bis 3 bei der Zufriedenheit ihrer Taucher mit dem gewählten Modell. Neugier und die FORCE FIN® trieb die Technikredaktion schließlich an.
Der Trend die Wirkung von Flossen der Natur nachzuempfinden wird schon einige Jahre verfolgt. So forschten hier Mares und die Erfinder der Splitfin –
Technologie (Naturewing) auf der Grundlage von Flossen im “konservativen” Design in Hinsicht auf effektivste Umsetzung des Flossenschlags, was geringeren
Kraftaufwand und ermüdungsfreiere Fortbewegung bei reduziertem Luftverbrauch bedeutet. Bei den FORCE FIN® erkennt man einen eigenständigen Ansatz in der über
20-jährigen Entwicklungserfahrung, die V - förmigen Schwanzflossen besonders schnell schwimmender Fischarten standen hier Pate. Im Verhältnis zum Körper jener Fische
sind die Schwanzflossen sehr klein, aber die Übertragung von Kraft in Vortrieb ist enorm.
Die Emotion spielt bei der Entscheidung für die FORCE FIN® eine große Rolle, das in zweifacher Weise. Zum einen muss man offen dafür
sein, dem Design des etwas “außerirdisch” anmutenden Taucherantriebs eine Chance zum näheren Kennenlernen zu geben und die zunächst differenzierte
Empfindung während des ersten Einsatzes richtig auszulegen. Deutlich im Vorteil sind jene Taucher, die bereits längere Erfahrung mit Splitfin – Modellen
haben, denn gegenüber Flossen mit herkömmlichen Flossenblättern fühlen sich diese wesentlich weicher an und hinterlassen zunächst den Eindruck, als würde sich beim
Beinschlag nichts wesentliches tun. Doch das ist der Trick, denn das Gefühl der Gegenkraft des Wassers – was viele an so genannten harten Flossenblättern
schätzen – ist bereits ein Zeichen von unnötig hohem Kraftaufwand, der nicht im gleichen Maß in Vortrieb umgesetzt wird. Die FORCE FIN® überhöht dieses
Gefühl nichts am Fuß zu haben bei den ersten Tauchgängen durchaus, beobachtet man jedoch bewusst ihre Effizienz, kommt man doch ins Staunen. Müheloser Vortrieb und
Power, wenn diese gebraucht wird, stellen sich ein, beachtet man den gegenüber herkömmlichen Flossen anders zu führenden Beinschlag, es sind eher kurze Kicks als lange
Beinschläge, wie man in der Ausbildung gelernt hat (siehe animierte Grafik). Was nur wenige wissen, die Palette des FORCE FIN® Angebots reicht von
Schnorchelflossen bis hin zu handgefertigten Designflossen für höchste Ansprüche. Und es gibt sie nicht nur im klassischen Schwarz, je nach Modell können bis zu 6
Farben gewählt werden, manche sind in transparenter Ausführung zu bekommen und ein Sondermodell wird als Unikat in unterschiedlicher Farbmischung geliefert.
Als Material wird Guss-Polyurethan verwendet. Dieser Kunststoff harmoniert in seiner Elastizität mit den Bewegungsabläufen im Wasser und widersteht
mechanischen Belastungen, die bei anderen Materialien nicht rückführbare Verformungen nach sich ziehen würden. Auch das klassische Problem, in der Sonne gelagerter
Flossen, die an eine Wand angelehnt waren und dann zu großen Löffeln mutierten ist hier kein Thema. Die Flossen werden ausschließlich aus einem einzigen
Kunststoff gefertigt, es gibt als keine Probleme, wie man sie bei Produkten zu lösen hat, die mehrere Materialien in einer Flosse vereinen. Das Fußteil ist vorne
weit ausgeschnitten und verhindert Krämpfe in den Zehen. Auch die Ferse hat einen größeren Freiraum als in „normalen“ Geräteflossen. Komfort und Wirkungsweise
gehen hier eine Symbiose ein. Der besondere Effekt der Kraftumsetzung wird bei der FORCE FIN® durch ein „Flattern“ der Flosse erreicht. Dabei wird auch
der Schwung des Beinschlags ausgenutzt, nicht allein die Kraft des Schlags. Das Wasser wird auf der Flosse gleichsam kanalisiert und zu den Flossenspitzen geführt. Das
erzeugt den Vortrieb, der bei manchen Modellen noch durch zusätzlich montierbare „Whiskers“ erhöht werden kann. Die Whiskers kanalisieren das zu den
Flossenspitzen geführte Wasser noch stärker, was die vorwärtstreibende Kraft optimiert. Weil durch die Länge des Flossenblatts und die naturnahe Wirkung des
Materials kein fühlbarer Gegendruck erzeugt wird, entsteht zunächst der Eindruck, man hätte nur wenig Vortrieb, es fehlt die emotionale Antwort auf die geleistete
Arbeit. Doch das ist eine rein subjektive Empfindung, die sich nach einigen Tauchgängen auflöst, da man selbst das Gegenteil erfahren hat. Und - fehlt das Gefühl des
Kraftaufwands, ist dies das das beste zeichen dafür, dass die Effizienz des FORCE FIN® Antriebs wirklich bemerkenswert ist.
Nahezu unzerstörbar sind die
Textil - Flossenbänder, die eine Anpassungsschnalle besitzen, in der Wirkung ähnlich wie die an Jackets gebräuchlichen Schultergurte. An dieser Stelle schieden sich
die Geister - in der Flossenumfrage war dies der einzige Kritikpunkt, den die sonst außerordentlich zufriedenen FORCE FIN® - Nutzer äußerten. Das Festziehen und Lockern des Fersenbands ist – besonders mit Handschuhen – weniger komfortabel wie bei den klassischen Gummibändern. Jedoch, die FORCE FIN® PRO können entweder mit so genannten Bungees (umwirkten Rund-Gummibändern) mit Griffhilfe für dicke Handschuhe bestellt werden, oder eben mit fast unzerstörbaren Gurtbändern mit Verstellschnalle. Das dürften die die FORCE FIN® User nicht ausreichend berücksichtigt haben.
Der Designer und Erfinder der Force, Fin Bob Evans, hat sich anfangs zum Thema Fersenbänder gar keine Gedanken gemacht, sondern die FORCE FIN® ohne Bänder
ausgeliefert, wohlwissend, dass aufgrund der besonderen Form des Fußteils bei optimaler Passform die Flosse ohne Band am Fuß bleibt. Erst Nachfragen der Kunden ergaben
hier eine Ergänzung, da diese offenbar nicht so recht glauben mochten, dass Flossenbänder bei optimaler Größe und Passform an sich überflüssig seien. Dafür ist das
An- und Ausziehen der Flosse komfortabel wie sonst nie, die Füße können sich nicht festsaugen, wie in einer Fußteilflosse, alles geht rasch und geradlinig von der Hand.
FORCE FIN® PRO
Diese Flosse gilt als universeller Klassiker bei den Geräte – Tauchflossen von FORCE FIN® . Ein kurzes, in einem
breiten V auslaufendes Flossenblatt ist hier charakteristisch. Der Vortrieb ist gut, subjektiv fehlt das Gefühl eine Flosse zu tragen. Die seitliche Stabilität beim
Beinschlag ist nicht deutlich ausgeprägt. Flugreisefreundlich durch relativ kurze Bauweise und moderates Gewicht. Preislich ist die FORCE FIN® Pro im
gehobenen Mittelfeld angesiedelt.
FORCE FIN® TAN DELTA Excellerating mit Whiskers
Im Gegensatz zur FORCE FIN® PRO gibt es hier auch
bei eingefleischten Frog-Kick Tauchern keinerlei Umstellungsprobleme zur herkömmlichen Flosse. Es fällt außerdem auf: Die Flosse hat geballte Power in sich!
Dennoch hat auch sie mit der FORCE FIN® PRO eines gemeinsam, man spürt sie kaum. Da aber die TAN DELTA Excellerating ein wenig länger und schmäler ist, kann
hier auch ein feinfühliger Vortrieb in so ziemlich allen Flossenschlag - Methoden erreicht werden. Daran haben auch technische Taucher und Höhlentaucher Interesse. Die
so genannten Whiskers, drehbar auf den Flossenblättern sitzende „Flügelchen“ (optional erhältlich), sind keineswegs ein Gimmick. Richtig auf die jeweiligen
Ansprüche des Tauchers bzw. des durchzuführenden Tauchgangs eingestellt lässt sich mit ihnen entweder noch mehr Speed aus der Flosse „kitzeln“ oder sehr
feinfühlig im Wasser manövrieren, was für Unterwasser - Fotografen und Filmer ein absolutes Muss ist, um optimale Aufnahmen zu erzielen. Die TAN DELTA Excellerating
ist ein wenig „spürbar“, ohne Gegendruck am Fuß zu erzeugen. Sie lässt sich ohne weiteres auch bei knackiger Strömung einsetzen. Hierfür werden dann die
Whiskers weiter nach innen gedreht, was selbst mit dicken Handschuhen problemlos funktioniert. Für ruhiges Manövrieren dreht man die „Flügel“ einfach weiter nach
außen. Die auch als Design – Flosse bezeichnete TAN DELTA wird von Hand gefertigt, was ihren exklusiven Charakter auch im Preis wiederspiegelt. Eine weitere
Zielgruppe für diese Flosse sind Apnoetaucher, da die führenden Rippen an der Unterseite das Wasser zusätzlich geradlinig zur Flossenspitze hin bündeln und Noppen
energieverzehrende Verwirbelungen verhindern. Angesichts der Materialeigenschaften kann sie ein langes Taucherleben begleiten, was rückblickend den
Anschaffungspreis wieder unter einem ganz anderen Licht erscheinen lässt.
Hier sind nur zwei Flossentypen des Herstellers getestet und beschrieben worden,
tatsächlich ist die gesamte Produktpalette so umfangreich, dass für jeden nur denkbaren Einsatzzweck eine entsprechende FORCE FIN® angeboten wird. Kein
anderes Flossensystem kann so individuell angepasst oder persönlichen Vorstellungen entsprechend konfiguriert werden.
Fazit:
Mann / Frau fällt
auf, wenn man mit einer FORCE FIN® ins Wasser steigt. Auch heute noch gehört sie nicht zum alltäglichen Bild am Tauchplatz. Das Gefühl vieler verbietet ungeprüft
anzuerkennen, dass von der Masse abweichendes Design unnachahmliche Wirkung zeigt und nicht als Showeffekt dient. Wer sie einsetzt, ist von ihr angetan, das zeigen
das Feedback der Umfrage. Für Umsteiger ist sie gewöhnungsbedürftig, doch der Deutschlandvertrieb bietet unkomplizierte Testmöglichkeiten an, die man nutzen sollte.
Zweifelsfrei gehören die FORCE FIN® mit zum Besten, was man als Tauchantrieb einsetzen kann.
Testmodelle
FORCE FIN® PRO: ca. € 158,- FORCE FIN® TAN-DELTA Excellerating : ca. € 485,- Whiskers : ca. € 59,-
Vertrieb : DTUAG www.forcefin.de
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