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zu sagen, fummelig wird es etwas mit dicken Handschuhen, doch man kommt nach einiger Übung ganz gut klar, ohne Handschuhe sowieso. Leider sind die Eingriffe nicht arretierbar, was
das Handling beim Verstellen der Daten etwas umständlich macht. Die Position des rückwärtigen Eingriffs auf das elektronische Schaltrad ist hingegen ausgesprochen
ergonomisch ausgefallen. Ebenso der Auslöser und der Zugriff auf das vordere elektronische Einstellrad. In Reichweite des Daumens befindet sich auch die Übertragung auf die AF
– Start -Taste. Eine kluge Konzeption, weil man damit das AF - System starten kann, das nach Beendigung des Einstellvorganges die Schärfe automatisch speichert, so dass man
das Bild in sekundenschnelle gestalten und über den Auslöser aufnehmen kann.
Wer mit dem Procase umzugehen versteht, kann das Gehäuse bei Bedarf mit den wichtigsten Funktionen einhändig mit der rechten Hand bedienen.Auch beim Blick in den Gehäuserückdeckel
wird man von einer Hardware überrascht, wie man sie nur noch in alten Wanduhren wiederfindet. Mechanik total mit Zahnrädern, Hebeln und Nocken sowie einem Leckwarner, der bei
Feuchtigkeit an der Gehäuseoberseite ein rotes Warnlicht blinken lässt, das in seinen Dimensionen an das Stoppschild einer Polizeistreife erinnert. Übersehen kann das nicht mal
ein Besoffener. Im Rückdeckel sitzt auch die Übertragung auf die AF - Taumelplatte. Erstaunlich ist es schon, was sich Menschen einfallen lassen, um eine Kamerafunktion zu
bedienen, die kaum einer je in Anspruch nimmt und die auch niemand so bedienen kann, wie einem das immer vorgegaukelt wird. Nüchtern und logisch gesehen sind alle diese
Konstruktionen, welches UW - Gehäuse man auch nimmt, technologische Fieberanfälle, die weder wirtschaftlichen noch evolutionären Regeln folgen. Kein UW - Fotograf, wie gut er auch
sein mag, kann damit einen unorthodox schwimmenden oder hakenschlagenden Kleinfisch in der Schärfe halten. Man sollte das einmal zur Kenntnis nehmen. Schuld an dieser Gurkerei hat
aber die Kundschaft, die alles übertragen haben will, was Körper und Geist verwirrt. Zu den wenig benutzten Funktionen gehören auch die Rückdeckeleingriffe auf ISO,
Blitzsynchronisation, Fixierung, Belichtungsreihen und Individualfunktionen. Beim Kauf des F5 -Gehäuses kann man sich entscheiden, was man haben möchte. Von den fünf angebotenen
Funktionen können drei übertragen werden. Als eventuell wichtig könnten sich Blitzsynchronisation, Filmempfindlichkeit und die Belichtungsreihen erweisen. Man muss dabei bedenken,
dass das rückwärtige Display zwar deutlich erkennbar ist und man die Funktionen bei hellem Umgebungslicht auch erkennen und anwählen kann, das Ganze aber unter Wasser eher einem
unbeleuchtetem Gameboy - Display ähnelt.
Gestaltet werden die Aufnahmen über den Original – Nikon - Sportsucher. Das Abschlussglas am Rückdeckel besitzt einen
gummigefassten Stossschutz, an den man die Tauchmaske gut anlegen kann. Einen zusätzlichen Schrägsucher wie beim Seacam - F5 gibt es nicht. Auf Wunsch aber eine andere Glasplatte,
so dass man auch mit dem Pentaprisma der F5 fotografieren könnte. Jedenfalls theoretisch, bestellt hat diese Sparversion aber laut Hersteller noch niemand. Das wäre auch mehr als
seltsam, weil man dann nämlich gleich eine F100 einbauen könnte. Und das wäre als Gesamtgerätschaft wesentlich preiswerter.F5 - Gehäuse sind bei allen Herstellern auch immer
Technologieträger. Was hier verwirklicht wurde, kommt irgendwann auch mal in der „Brot und Butter Kategorie“ zum Tragen. Vorbild sollen die Profigehäuse auch hinsichtlich
der Verarbeitung sein. Hier pflegt Subal einen eigenen Stil.
Anders als bei beim Mitbewerber aus Voitsberg werden bei Subal die Gehäuse nicht ausgeflockt. Absichtlich, wie der Hersteller deutlich macht. Der sehr ansprechende und glatte Guss
wird nur schwarz lackiert. Bei Bedarf lassen sich so Staub, Sandkörner und andere Verunreinigungen mit einem feuchten Tuch auswischen bzw. durch Luft wegblasen. Auf der anderen
Seite können Wassertropfen ungehindert herumkullern, weil der Saugeffekt der Ausflockung fehlt. Schon an diesem Beispiel kann man erkennen, dass die Oberflächenbearbeitung auch
ein Stück Individualität des Herstellers darstellt. Und noch etwas ist zu beachten. In professionellen UW - Gehäusen wie dem Subal Procase finden sich auch immer mehr
elektronische Bauteile wie Leckwarner, TTL - Blitzkabel , Verteiler, Blitzschuh und eventuell eine Konversionselektronik. Salzwassereinbrüche können deshalb nicht mehr so ohne
weiteres als kleines Missgeschick abgetan werden, selbst wenn Kamera und Objektiv gerettet werden können. Dass die TTL-Blitzmessung anschließend noch störungsfrei funktioniert,
ist jedenfalls nicht garantiert. Äußerste Sorgfalt bei der O – Ring - Pflege sowie beim Verschließen des Gehäuses, insbesondere auch beim Portwechsel, sind deshalb
angeraten.Bei den Ports pflegt Subal eigene Vorstellungen.
Neben den obligatorischen Planports, die es auf Wunsch in jeder Länge und Ausführung für Makros und Standard - Zooms gibt, offeriert der Hersteller individuelle und angepasste
Domeports für 24 und 20 mm, einen halbkugelförmigen Fisheyedome (160 mm Durchmesser) und einen 146 mm Port für 14 mm und 20 mm. Zum Universalport soll der neue SW - Pro
avancieren, dessen Domeglas einen Durchmesser von 180 mm aufweist. Subal empfiehlt diesen Port für das 17-35 mm Zoom, das 18er, und das 20er mit sehr guten Abbildungsleistungen -
selbstredend ohne Nahlinse. Eventuell eignet sich dieser Dome auch für das neue 14 mm Superweitwinkel von Nikon. Versuche will der Hersteller auch unternehmen, um zu untersuchen,
ob man hinter dem SW – Pro - Dome das Origial – Nikon - Fisheye verwenden kann. Man muss indes abwarten, ob F5 - Fotografen solche Kompromisse eingehen wollen.
Das Original -14er von Nikon kostet immerhin Euro 2198,55 und das Fisheye tendiert zielstrebig gegen Euro 1022,58. Bei diesen Preisen will sich keiner mehr mit unscharfen Ecken,
Vignettierungen und Farbsäumen abgeben.
Alle Dome- und Planports sind mit optischen Mineralgläsern erster Güte ausgestattet. Noch ein Tipp: Subal - Ports besitzen einen relativ dünnen O-Ring, der sich bei Unachtsamkeit
aus der Nut walken kann. Dies ist ein Überbleibsel der Kompatibilität zu alten Subal - Gehäusen. Setzen Sie deshalb die Ports ohne Hektik in aller Ruhe zentrisch auf und drehen
Sie ihn langsam in die Anschlagposition, vorher eventuell auch nochmal ein Stück zurück. Kontrollieren Sie den Spalt zwischen Gehäuse und Port, ob nicht ein Stück Dichtung
hervorsteht. Sollte Ihnen das passieren, muss der O-Ring ausgetauscht werden. Keine Dichtheitsprobleme gibt es, wenn der Port vorschiftsmäßig aufgesetzt wird. Eine interessante
Variante des Objektivwechsels bietet Subal serienmäßig. Um eine andere Brennweite zu installieren, genügt es, den Lens – Release - Hebel am UW - Gehäuse zu betätigen, dann
kann man das Objektiv durch die Portöffnung tauschen. Man erspart sich dadurch beispielsweise den heiklen Ausbau der Kamera auf einem schwankenden Boot.
Fazit:
Konstrukteur Arnold Stepanek lebt vermutlich nach dem Motto: Das Leben ist am schönsten, wenn es einen nicht zur Ruhe kommen lässt. Anders kann man sich den mechanischen
Overdrive in diesem Gehäuse nicht erklären. Trotzdem funktioniert das Meiste mit einer Präzision ohnegleichen. Zu kritisieren gibt es wenig, vielleicht die etwas wilde Verdrahtung
und die Schmalhans - Dichtung in den Ports. Im Prinzip sind das aber nur Leberflecke auf einer sonst makellosen Haut. Meisterstücke haben eben wenig Fehler.
Info von Subal Europe - Rolf Sempert: Der Kunde muss sich bei der Bestellung n i c h t entscheiden, welche der 5 Funktionen (ISO, Blitzsynchronisation, Braketing,
L-Taste, Individualfunktionen) er bedienen möchte. Er kann zwar im Einsatz nur deren 3 ansteuern, aber welche dies sind, kann er von Fall zu Fall entscheiden. Die entsprechenden
Bolzen, die auf die 3 Knöpfe an der Kamera drücken, sind im Träger eingeschraubt und können vom Anwender in die jeweils gewünschte Position gebracht werden. Das bedeutet also,
dass a l l e der genannten Funktionen bedient werden.
Preise (Stand 7.01)
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