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Gar nicht selten ist unbedarfter oder zufälliger Kontakt mit Lebensformen, die unter Wasser beheimatet sind, Anlass für eine
schmerzhafte, wenn nicht gar gesundheitlich sehr ernste Problematik. Das im Verlag Müller Rüschlikon erschienene Buch „Giftige und gefährliche Meerestiere“ will
in erster Linie unliebsame Überraschungen vermeiden helfen, im Akutfall Tipps und Anleitung zur Erstversorgung geben.
Bei weitem nicht alles, was unter
Wasser wächst und schwimmt, hat das Potential dem Taucher im Zweifelsfall den Spaß zu verderben. Der Drang mancher alles Berühren zu müssen und die Lebensformen im
Riff als Streichelzoo zu begreifen, hat spätestens beim Kontakt mit einer Feuerkoralle ein Informationsbedürfnis in Gang gesetzt, wie man sich zukünftig vor
unliebsamen Überraschungen schützen kann. Manche Spezien finden sich im taucherischen Allgemeinwissen bereits als schön aber giftig festgeschrieben, dennoch gibt
es immer wieder Aktionen, die man Mutproben gleichstellen darf und selbst verschuldet zu Verletzungen oder gar zum Tode führen, wie im Fall eines bekannten
US-Tierfilmers, der von einem Rochen ins Herz gestochen wurde. Quallen hält man traditionell gerne auf Abstand, doch bei weitem nicht alle Arten haben Nesselzellen,
die in erster Linie zum Nahrungserwerb dienen. Wesentlich unbedarfter verhält man sich Anfangs der Tauchkarriere Weich- und Hartkorallen gegenüber – bis man
schmerzhafte Erfahrungen ins Logbuch schreiben kann. Die brennenden und lange Zeit nässende Schwellungen verursachende Kontakte mit Blumentieren sind nicht immer
vermeidbar, wenn etwa eine deutliche Strömung ins Spiel kommt.
Wie man Probleme bereits im Ansatz vermeidet oder sich dann am besten selbst helfen kann, wird
im Buch ausführlich beschrieben. Medizinisches Fachwissen wird von Dr. Dieter Schmidt eingebracht, der die von der Biologin Kathrin Herzer zusammengetragenen
Beispiele für mehr oder weniger gefährliche Berührungen aus Sicht des Arztes eingehend bespricht. Der Part der Biologin bezieht sich auf die Sortierung der Arten,
Aussehen und Verwechslungsmöglichkeiten, Verbreitung, Lebensraum und Verhaltensweise, den Giftapparat und das Gift. Der Mediziner klärt über Risikogruppen auf, stellt
die Symptome dar und erklärt Erste Hilfe Maßnahmen. In einem Register sind alle im Zusammenhang von Verletzungen möglichen Symptome noch einmal zusammenfassend
aufgelistet, von Allergie bis Zungenmuskulatur, mit Verweisen auf die Seiten des Buches, in denen ausführliche Stellungnahmen zu finden sind.
Mit Herbert Frei
fand man einen seit über zwei Jahrzehnten weltweit tätigen Unterwasser – Fotograf und UnterWasserWelt - Autor, dessen Archiv neben den Standardmotiven zum Thema
auch die seltensten und giftigsten Spezien zu bieten hat, die oft genial getarnt im Riff, auf oder unter dem Sandgrund verharren.
Wie stets kann man den
Leitspruch anwenden: Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Um weltweit ein Stück informierter durchs Riff zu streifen ist dieses Buch sicher ein guter Ratgeber im
reisefreundlichen Format.
Fakten
Titel: Giftige und gefährliche Meerestiere
Autoren: Herbert Frei, Kathrin Herzer, Dr. Dieter Schmidt Seiten: 204 Abbildungen: ca. 150 Farbfotos Ausführung: Gebunden, Hardcover Format: 170 x 210 mm
ISBN: 978-3-275-01601-3 Erscheinungstermin: Oktober 2007 Preis in Deutschland: € 19,95 Verlag: Müller Rüschlikon www.paul-pietsch-verlage.de
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