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Bei INTOVA erscheinen neue Kameramodelle aktuell recht rasch. Kaum hatten wir im Januar die IC700 im Test, landete pünktlich zum Sommeranfang die IC800 in der Redaktion. Am
nächsten Tag wurden die Testaufnahmen unter den üblich schwierigen Bedingungen im sommerlich eingetrübten Bergsee gemacht. Wie es aussieht, hat es nicht nur ein Upgrade auf 8
Millionen Pixel Auflösung gegeben, auch die Software hat einiges mehr zu bieten.
Offen gestanden bewundern wir ein Stück weit den Mut kleinerer Labels, mit eigenen
UW-Komplettangeboten den großen Namen der digitalen Fotoindustrie preiswert die Stirn zu bieten. Andererseits vermissen wir aber auch ein wenig die Anpassung der Blitztechnik auf
die Schwerpunktmotive der einfachen Kompaktkameras, die zweifelsohne unter Wasser im Nahbereich gefunden werden. Nun gut, diesen Vorwurf können wir durchaus als Rundschlag quer
durch die digitale Kompaktkameraszene gelten lassen, wenngleich die großen Labels nach und nach ihre Hausaufgaben machen und die Abschattung des Blitzlichts im für die kleinen
Digiknipsen realisierbaren Nahaufnahmebereich der Vergangenheit angehören lassen. Es gäbe technisch zwei Wege, die lästige Abschattung des Kamerablitz zu unterbinden –
der Blitz rückt vom Objektiv weiter weg oder das Gehäuse bekommt einen wirksamen Diffusor, der das Blitzlicht weiträumiger verteilt. Beide Möglichkeiten sind bei
INTOVA noch nicht aufgegriffen worden, doch nachdem nun das neue Gehäuse zur IC800 einen Adapterring mitliefert, der es erlaubt Filter oder Vorsatzlinsen mit Durchmesser 46 mm
außen am Port zu befestigen, kann man bei zukünftigen Generationen durchaus erwarten, dass sich unser Kritikpunkt erledigen wird. Vielleicht gehen wir Tester auch nur zu
anspruchsvoll an das Thema heran, lehrt uns doch die Praxis, dass viele, die heute digital fotografieren, misslungene Bildergebnisse ohne zu hinterfragen, woran es lag, einfach
nur löschen.
INTOVA IC800 Und von dieser Einsicht gestärkt wenden wir uns der INTOVA IC800 zu, die attraktiv kalkuliert einen fairen Einstieg in die
UW-Fotografie erlaubt. Pixel sind nicht alles, doch die mittlerweile auf aktuell 8 Millionen Pixel Auflösung gesteigerte Leistung auf einem ½“ Chip stellt den Kampfzwerg
im Wettbewerb gut auf. Möglich macht es der Preisverfall bei den Consumer – Bildaufnahmechips, die mittlerweile in großer Menge bei guter Qualität hergestellt werden.
Doch ohne ein taugliches Objektiv, das Bilder mit akzeptable Schärfe ohne sichtbare Abbildungsfehler generiert, geht es nicht. Auch hier hat INTOVA von Modell zu Modell
Fortschritte gezeigt, mit der IC800 unter guten Rahmenbedingungen aufgenommene Bilder kann man durchaus als Poster 50x70 ausarbeiten lassen. Was ist außerdem neu bei der IC800?
Äußerlich am auffallendsten ist der Verzicht auf das Mode – Einstellrad, das durch Tasten auf der Rückseite ersetzt wurde. Mit dem Druck auf die Taste „Mode“
wechselt man aus dem Fotomodus in den Videomodus, und das Ansichtsmenü für den Bild- und Videospeicher. Mit 20 Programmen für unterschiedlichste Aufnahmesituationen
– über Wasser – hält die IC800 Anschluss an die Softwareausstattung von Kameras des gehobenen Wettbewerbs. Sogar ein Verwackelungsschutz ist nun realisiert.
Auch die manuell einstellbaren Parameter, besonders beim Weißabgleich, der nun auch Neonröhrenlicht bei Netzspannungen von 50 oder 60 Hz beherrscht, gefallen. Etwas vollmundig
wird an verschiedenen Stellen von der Möglichkeit manueller Belichtungseinstellungen gesprochen, doch diese erschöpft sich beim Eingriff in die Belichtungsautomatik um 2
Blendenwerte + oder – in 1/3 Blendenschritten. Die Blende selbst ist unveränderlich und ändert sich nur mit der Brennweite, die man am Zoomobjektiv gewählt hat. Je länger
die Brennweite (Tele), um so kleiner die Blende. So variiert die Blende und gleichzeitig die größte Öffnung des Objektivs (rechnerisch) zwischen 2,9 und 5,2. Vor diesem
technischen Hintergrund ist es verständlich, dass nur über die Belichtungskorrektur persönlicher Einfluss auf das Bildergebnis genommen werden kann. Pluspunkte bekommt die
Autofocusfunktion für den Nahbereich. Bei Weitwinkeleinstellung können dann Motive ab 10 cm , bei Tele ab 35 cm anvisiert werden, die Schärfe reicht dann aber immer noch bis
unendlich. Man darf der Kamera die Wahl der Empfindlichkeit überlassen, doch auch die manuelle Einstellung zwischen 64 und jetzt 800 ISO/ASA (INTOVA IC700 bis 200 ISO/ASA)
ist möglich. Faustregel – je niedriger die Empfindlichkeit, desto besser die technische Bildqualität! Neu ist die Funktion der Gesichtserkennung für den Autofocus, ein
Ausstattungsmerkmal, das sich im Wettbewerb langsam durchsetzt und natürlich nur für Motive über Wasser Bedeutung hat. Damit wird verhindert, dass etwa bei Aufnahmen von Personen
der Autofokus fälschlich auf den Hintergrund scharf stellt. Noch einmal verbessert wurde die Informationszentrale im Monitor der Kamera, die alle automatisch und manuell
eingestellten Werte übersichtlich und in deutlichen Anzeigen und Piktogrammen darstellt. Mit einer Bilddiagonale von 3“ bei einer Auflösung von 230.000 Pixel muss sich
dieser Bildschirm nirgends verstecken. Der interne Speicher hat ein Volumen von 16 MB, wobei 4 MB der Kamerasoftware zugeteilt sind und 12 MB für Bilder oder Videos zur
Verfügung stehen. Bei höchster Auflösung und bester Qualität können dann 3 Bilddateien gespeichert werden. Besser also eine SD- oder SDHC – Speicherkarte einlegen, bis 4 GB
kann das System auf einer Karte verwalten. Die SD-Karten sind am Markt generell die günstigsten, die in der Digitalfotografie Verwendung finden.
Das Gehäuse
Eigentlich müsste man über die Kompaktgehäuse keine großen Worte mehr verlieren, denn Sie stammen mittlerweile alle aus ein paar wenigen Unternehmen, die sich auf die Fertigung
von Kunststoffgehäusen spezialisiert haben. Die Frage der gefederten Durchführungen, die alle Kamerafunktionen auch unter Wasser direkt zu bedienen erlauben, ist längst gelöst und
nachdem die INTOVA IC800 auch kein Einstellrad mehr an der Oberseite hat und dessen Funktion von einer weiteren Drucktaste auf der Rückseite übernommen wurde, konnte auch hier
beim technischen Layout des Gehäuses eingespart werden. Die kompakten Fotozwerge sind aber auch verantwortlich für eine enge Platzierung der Bedienungstasten am Gehäuse. Die
Drücker liegen eng nebeneinander und fordern bei Tauchgängen in kaltem Wasser, wenn die Hände in dicken Handschuhen stecken, etwas Fingerspitzengefühl ab. Doch für den Preis,
den das Gesamtsystem kostet, kann man wirklich nicht meckern. Das Scharnier, das die Gehäusehälften verbindet, ist mit einem Edelstahlkern ausgeführt, das gefällt. Auch auf den
großformatigen, verriegelbaren Verschlussmechanismus kann man vertrauen, der Wettbewerb setzt schon länger darauf. Neu ist der Bajonettadapter am Frontport, der erlaubt, einen
Filter oder eine Nahlinse mit Gewinde 46 mm anzusetzen. Nachteil: Die Abschattung des Blitz bei Aufnahmen im Nahbereich wird durch den Vorsatz, der in den Lichtweg des Blitzes
ragt, noch deutlicher. Sehr vertrauenserweckend ist die doppelte O-Ring – Sicherung des Gehäuses. Für den Einsatz der INTOVA IC800 über Wasser auch bei schwierigen
Umweltbedingungen ist das Gehäuse zweifelsfrei geeignet, ein Stativgewinde erweitert dessen Möglchkeiten.
Praxis
Der Einbau der Kamera ins Gehäuse ist ein
Kinderspiel. Einfach die IC800 senkrecht einschieben, Deckel zu, fertig. Allerdings vergaß man ein wenig die Notwendigkeit, Silikagel – Beutelchen einlegen zu können, die
die Luftfeuchtigkeit im Gehäuse kompensieren, damit sich kein Beschlag vor dem Objektiv bildet. Im Sommer ist dies bei Tauchgängen in kühlen Seen und generell in den Tropen
notwendig. Man kann das Trockenmittel eigentlich nur neben das Objektiv ins Gehäuse einlegen, das sieht zwar nicht schön aus, ist aber wirksam. Kein Vorteil ohne Nachteil –
weil das Objektiv der INTOVA IC800 im Gehäuse von einem schwarzen Gummitubus umgeben ist, der Reflexionen auf der Innenseite der Glasscheibe des Ports unterbinden soll, wird
dieser Bereich innerhalb des Gehäuses etwas abgeschottet, so dass es einige Zeit braucht, bis auch dort die Luft vom Silikagel entfeuchtet wurde und sich ein Kondenswasserbeschlag
auflöste. Die Handschlaufe am Gehäuse ist großzügig bemessen, so könnte man es auch an einem D-Ring sichern, der am unteren Rand eines Jacket platziert ist. Mit ihrem leichten
Auftrieb ist es – zumindest von der Wasseroberfläche aus beurteilt, verlustsicher. Kontrastarme Motive unter Wasser zeigen sich auf dem Monitor nicht ausgeprägt deutlich,
man muss sich etwas Zeit nehmen, das Bild einzurichten. Druckpunktnahme am Auslöser, um erst einmal den Autofocus zu starten, ist mit Handschuhen schwierig, ohne Handschuhe
gelingt es denn doch in der Regel. Nach Auslösung verschwindet das Bild für knapp 4 Sekunden, in dieser Zeit wird es von der Software verarbeitet und in den Speicher geschickt.
Für positive Überraschungen gut ist auf jeden Fall der Moment, nachdem die Bilddaten auf einen PC übertragen worden sind. Die Beurteilung, ob eine Aufnahme gelungen ist, kann
man erst hier vornehmen und da ist das Ergebnis, was die INTOVA IC800 unter wirklich schwierigen Verhältnissen zu leisten im Stand war, denn doch wieder einmal erstaunlich. Ohne
Frage ist im einen oder anderen Fall die Nachbearbeitung mit einer Grafiksoftware von Vorteil, doch das ist heute kein Thema mehr, kann man die Digitalfotografie mit ihren
unzähligen Variablen bei der Aufnahme, „Entwicklung“ und Präsentation keines Falls mit der Analogfotografie und ihren geradlinig konzipierten Grundlagen vergleichen. Sehr
gefallen hat der geringe Stromverbrauch, mit zwei Zellen der Größe AA kann man doch einiges an Motiven einfangen.
Fazit
Die INTOVA IC800 ebnet aus dem
Tauchshop heraus den Weg zum Einstieg in die digitale Fotografie, über wie unter Wasser. Sie ist wieder ein Stück „erwachsener“ geworden und orientiert sich technisch
an Vorbildern des deutlich höherpreisigen Wettbewerbs.
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