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Digital-Fotokamera JVC GC-X3
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Michael Goldschmidt 3.01
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Nachdem die klassische SLR Spiegelreflexkamera bereits durch ein unübersehbar großes Angebot technisch ausgefeilter kleiner Sucherkameras
mit Zoom, Belichtungsautomatik und Blitzprogrammen im Hemdtaschenformat verdrängt wurde, geht nun der Trend deutlich weg vom Film hin zu den digitalen Fotowunderwerken
mit immer wieder verwendbaren Chips als Speichermedium. Vorausgesetzt, man hat einen PC und ein ordentliches Grafikprogramm, stehen unendliche Möglichkeiten zur
weiteren Bildbearbeitung offen. Aber auch der klassische Fotoliebhaber bekommt mittlerweile Papierabzüge seiner digitalen Bilder zum Preis eines guten Abzugs vom
konventionellen Negativ oder Dia. Das beste an den Abzügen: Man kann allgemein keinen deutlichen Unterschied erkennen, ob man nun auf Film oder in Zahlenkolonnen
digital archivierte. Kleinere Auflagen können unterstützt durch gutes Fotopapier mit Color - Tintenstrahldruckern selbst geringerer Preisklassen akzeptabel ausgedruckt
werden. Digitale Fotodateien sind beliebig zu vervielfältigen, bekommen keine Fingerabdrücke, sind auf CD gebrannt langfristig auf kleinstem Raum zu archivieren und
stehen uneingeschränkter Nutzung zur Verfügung. Dazu ist das Fotografieren auf Chips besonders umweltfreundlich, es wird zur Entwicklung keine Chemie benötigt und in
Sekunden ist das Bild im Speicher zur Ansicht und Abruf bereit. Schon in einem Tauchurlaub hat man durch Einsparung von etlichen Diafilmen plus Entwicklung einen Teil
der Anschaffungskosten der Kamera wettgemacht. Durch rasche Bildkontrolle lernt man noch vor Ort Fehler zu vermeiden und kann man das eine oder andere Motiv unter
besseren Voraussetzungen noch einmal ablichten. UnterWasserWelt hat sich dazu mit dem Spitzenmodell GC-X3 von JVC im Vergleich mit dem Klassiker Olympus C 900 Zoom
befasst.
Vielleicht erscheint es auf Anhieb nicht fair, die Olympus C 900 Zoom, Auflösung 1,3 Millionen Pixel, immerhin seit Spätherbst 1998 im Einsatz der
Redaktion, mit dem neuesten Paradestück aus dem Hause JVC, der GC-X3, Auflösung 3,3 Millionen Pixel, zu vergleichen. Aber erstaunlich, der Klassiker konnte trotz
geringerer Auflösung und wenig manuellen Eingriffsmöglichkeiten gut mithalten.
Im Vergleich
Betrachten wir beide Kameras, sind sie von den
Dimensionen her ähnlich. Abgeschaltet verschwindet bei der Olympus das Objektiv hinter einem Schutzschieber, die JVC begnügt sich mit einem einfachen Objektivdeckel,
den abzunehmen man tunlichst nicht vergessen sollte, behindert er sonst mechanisch das Objektiv, wird dies in Aufnahmeposition ausgefahren. Vom Brennweitenbereich
bietet die JVC einen optischen Zoom, der verglichen mit einer Kleinbildkamera 37 – 86 mm entspricht, also einem leichten Weitwinkel bis hin zu einer
Portraitbrennweite. Die Olympus bietet optisch ein 3-fach Zoom, 35 – 105 mm Brennweite vergleichbar. Im Normalbetrieb stellt ein zuverlässiger Autofocus scharf.
Beide Modelle haben auch optische Sucher, das spart Strom, läuft nicht immer der Monitor mit. Bei der Olympus fällt das optische Sucherbild größer aus, zudem
kann der Sucher mit einer Dioptriekorrektur ans Auge angepasst werden. Bei der GC-X3 lassen sich keine Dioptriekorrekturen durchführen. Beide Kameras haben Infodioden
für Blitz- und Aufnahmebereitschaft am Rand des Suchers eingelassen, bei der JVC Kamera leuchtet zusätzlich bei erfolgter USB - Verbindung zum PC die rote Diode.
Gleich groß sind die Monitore der Kameras, Diagonale 4,5 cm. Deutlich höher aufgelöst und entsprechend schärfer sind die Bilder, die der Polysilizium - TFT
LCD-Bildschirm der JVC GC-X3 mit 200.000 Bildpunkten entwirft, die „alte“ Olympus schafft hier nur 70.000 Punkte. Einfallendes Tageslicht irritiert das
Monitorbild relativ wenig. Dafür ist der Bildschirm der Olympus C 900 Zoom deutlich heller, was Aufnahmen mit über dem Kopf gehaltener Kamera und bei geringem
Umgebungslicht (Blitzlichteinsatz erforderlich) wesentlich einfacher macht, Tageslicht einfallend auf dem Monitor erschwert hingegen die Bildkontrolle.
Blitzlicht kann bei beiden Kameras automatisch zugegeben werden, vorausgesetzt bei der Olympus wurde der Reflektor ausgeklappt. Vorblitz gegen rote Augen haben beide
im Programm, wie auch normalen Blitzmodus. Allerdings empfiehlt man bei JVC als idealen Blitzabstand zum Motiv 2,5 Meter, die Olympus macht bereits ab 20 cm perfekte
Belichtungen.
Der Weißabgleich lässt sich bei beiden Modellen automatisch oder manuell abstimmen. Bei Tageslichtautomatik neigen beide Kameras zu kühlen Farben,
wobei die Olympus mehr nach Blau abwandert, die JVC noch eine leichte Purpurkomponente hinzufügt. Bei reinem Kunstlicht reagiert der automatische Weißabgleich der JVC
mit zu geringer Korrektur, hier sind Nachbearbeitungen mit einem Grafikprogramm notwendig
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oder man nimmt den Abgleichwie ausführlich beschrieben manuell vor. Dann stimmt die Farbe auf den Punkt.
Den Nahbereich erschließen beide
Kameras, die JVC sogar bis 2 cm vor der Linse. Allerdings ist der Blitz der JVC im Nahbereich manchmal etwas zu stark.
Belichtungskorrekturen mit Werten von bis zu zwei Blenden +/- lassen beide Modelle zu.
Das System der Chipkarten ist gleich, so genannte Smart Media Karten, 3,3 V,
verwendbar bis 64 MB Speicherkapazität. Der Austausch der Karten mit darauf abgespeicherten Bilddateien bringt keinen Erfolg, die Kameras können auf Grund abweichender
Betriebssysteme die Daten nicht erkennen. Schade, sonst hätten wir die mit der Olympus aufgenommenen Bilder mit dem wesentlich schnelleren USB - Anschluss der JVC auf den Rechner
übertragen können. Üblicherweise verwenden beide das JPG - Format für ihre Bilddaten, JVC nutzt für unkomprimierte Bilder auch das TIFF - Format.
Unterschiede bei der
Datenübertragung wurden schon angesprochen. Die sind wirklich gravierend. Obwohl 1998 bereits neue PC`s mit einem USB - Anschluss ausgestattet waren, lieferte Olympus nur
einen Datenübertragungsanschluss für den seriellen Com - Port. Um einen Chip mit 32 MB Bilddaten (entspricht bei Olympus mindestens 72 Bilder in guter Auflösung) auf die
Festplatte zu ziehen, vergehen durchschnittlich 45 Minuten. Die USB Verbindung der JVC GC-X3 erlaubt unter Windows 98 oder ME den Zugriff auf den Speicherchip so, als wäre es eine
weitere Festplatte. Über den Explorer kann man die Bilddateien markieren und in ein ausgewähltes Verzeichnis auf der Harddisk kopieren oder direkt über ein Grafikprogramm öffnen,
bearbeiten und sogar wieder auf dem Chip abspeichern. Die Datenübertragung selbst, zum Öffnen der Bilddateien, geschieht in Sekunden.
Die Stromversorgung bei der GC-X3
erfolgt durch einen systemangepassten Lithiumionenakku (3,6V/770mAh), der mit dem mitgelieferten Lade/Netzgerät regeneriert wird. Das macht bei einer Betriebszeit von
durchschnittlich 1 Stunde je Ladung von diversen Reserveakkus abhängig. Die Olympus hingegen wird mit 4 handelsüblichen Akkus oder Batterien (Größe Mignon) betrieben, die überall
auf der Welt erhältlich sind. Dafür kostet hier das Netzteil extra und das benötigt man spätestens bei der langwierigen Datenübertragung zum PC.
Besondere Funktionen der GC-X3
Ab jetzt verlassen wir das Feld möglicher Vergleiche, da die JVC GC-X3 eine Reihe weiterer, vor allem manueller Möglichkeiten anbietet,
so die Einstellung der Schärfe, der Blende (2,8-11), der Filmempfindlichkeit (vergleichbar 80, 160, 320 ISO) und der Auflösung bis 6 Millionen Pixel durch technische Kombination
von zwei Bildern (Pixelverschiebung, nur mit Stativ möglich). Ein Dynamikmodus meistert große Kontraste und durch Mehrfachbelichtungen im NR Modus wird elektronisches Bildrauchen
ausgeschaltet (Stativverwendung, z.B. Museumsaufnahmen).
Interessant ist die Option mit Hilfe des mitgelieferten Filmkopier – Adapters von Farbnegativen oder Dias
digitale Kopien bzw. farbrichtige Bilddateien herstellen zu können. Wir empfehlen hierzu als Lichtquelle das normale Tageslicht, damit die Blende auf den Wert 5,6 (automatisch)
eingestellt werden kann, bei einer Filmempfindlichkeit vergleichbar zu 80 ISO. Technisch bedingt sind aber leichte Randunschärfen möglich. Große Kontraste in den Bildvorlagen
bringen den Chip in Bedrängnis, größere helle Flächen können nicht ganz einwandfrei dargestellt werden. Mit Hilfe einer guten Grafiksoftware kann in Einzelfällen erfolgreich
nachbearbeitet werden, einen guten Scan, wie zum Beispiel auf eine Foto – CD (Format Kodak) ersetzt diese Option aber nicht. Für einzelne schnelle digitale Kopien reicht es
aber alle Mal aus. Weniger gefiel uns die Notwendigkeit die Dias aus dem Rähmchen entnehmen zu müssen, da nur Film- bzw. Diastreifen in die Halterung eingelegt werden können.
Besser wäre unserer Meinung nach ein Diaschacht mit eindeutiger Position des Dias vor dem Objektiv. Die verfügbare Lösung lässt nur eine ungefähre Ausrichtung der Dias zu, der
Monitor zeigt nicht das gesamte Bildfeld, Motivteile können ungewollt abgeschnitten werden.
Als Gag steht zusätzlich die Möglichkeit zur Aufzeichnung von kleinen
Videodateien zur Verfügung. Maximal 20 Sekunden je Aufnahme können mit Ton aufgezeichnet werden. In der Bildgröße 160 x 120 Pixel erfolgt die Ausgabe, die aber mit einer echten
Videoaufnahme qualitativ nicht vergleichbar ist. Geringe Schärfe und ruckender Ablauf sind im Zusammenhang der primären Idee, diese kleinen Videodateien an eine eMail
anzuhängen, aber akzeptabel. Im Gegensatz zu manchen Spitzencamcordern, die mittlerweile beste Fotoaufzeichnen liefern, machen digitale Fotokameras den Camcordern umgekehrt noch
keine Konkurrenz. Die Komprimierung der Videodateien erfolgt in einem eigenen Format von JVC und wird von den üblichen Videoplayern auf PC Rechnern nicht verstanden. Deshalb muss
man die entsprechende kleine Betrachtungssoftware von der mitgelieferten CD installieren und am besten schickt man diese als weitere Anlage gleich dem Empfänger einer Videomail
erstmalig mit, damit er das Video ansehen kann. Alternativ wäre auch ein Download von der JVC Webseite machbar. Die Videodateien können weder bearbeitet noch in ein anderes
Format, etwa AVI, konvertiert werden.
Tauchtauglich?
Die Frage nach der Tauchtauglichkeit der GC-X3 kann leider nur mit „eingeschränkt“ beantwortet
werden. Der JVC wie der Olympus Kamera fehlen externe Blitzanschlüsse und Weitwinkelvorsätze. Zumindest Olympus bot ein sehr schönes Gehäuse, das PT003, einsatzbereit bis 30
Meter, das aber aktuell in Deutschland nicht mehr vertrieben wird. Die eingebauten Blitzgeräte sitzen für den UW – Einsatz natürlich viel zu nah am Objektiv,
Schwebeteile werden so extrem angestrahlt.
Die GC-X3 kann in einem flexiblen Gehäuse von EWA MARINE platziert werden. Größere Tauchtiefen lassen sich mit einem starren
Gehäuse erreichen. Dafür gibt es aber noch keine fertige Lösung. Die Firma Gun Lux in München hat aber ähnlichen Kameramodellen in der Vergangenheit zur Tauchtauglichkeit
verholfen. Auf alle Fälle sollte zum Erhalt der Brennweite ein Domeglas im Gehäuse eingesetzt werden. Fünf Durchführungen, die auf den Hauptschalter, die Blitzzuschaltung, den
Zoom, die Naheinstellung und den Auslöser wirken, genügen zum Betrieb. Zur Beleuchtung muss ein UW – Blitz verwendet werden, der einen gut funktionierenden Sklavensensor
hat, der durch den integrierten Blitz ausgelöst wird.
Fazit
Je mehr digitale Fotokameras im Einsatz sind, umso häufiger wird an die Gehäusebauer die Frage
nach passenden Gehäusen gestellt werden. Aber wie auch bei den Camcordern werden sich langfristig nur die Modelle durchsetzen, die bestimmten Anforderungen entsprechen (externer
Blitzanschluss) und von der Stückzahl in größerer Menge abgesetzt werden. Erstaunlich war für uns, dass die „alte“ Olympus C 900 Zoom bei den gängigen und durch
Automatikfunktionen unterstützten Features gut mithalten konnte. Bedeutsame Unterschiede konnten bei Abbildungen bis zum Ausdruck in der Größe DIN A 4 kaum festgestellt werden,
sehr wohl aber bei Ausschnittsvergrößerungen. Hier zogen die Dateien der GC-X3 davon. Die GC-X3 hat das Zeug im Wettbewerb der kleinen digitalen Spitzenkameras im vorderen
Feld angesiedelt zu sein. Bis sie auch unter Wasser eingesetzt werden kann, muss vom stolzen Besitzer nach individuellen Lösungen gesucht werden. An sich wäre die Zeit reif für
den durchgängigen Einzug der digitalen Kameras in die UW – Fotografie, es fehlt nur noch der letzte Kick.
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Daten:
Hersteller: JVC Typ: GC-X3 Größe: 111 x 67 x 59 mm Gewicht: ca. 340 g
Bildschirm: TFT, 2 Zoll, Polysilizium, 200.000 Bildpunkte Speichermedium: SmartMedia Karte 3,3 V, bis 64 MB CCD: 3,34 Millionen Pixel
Brennweite: 7,5 – 17,5 mm (entspricht 37- 86 mm Fotobrennweite) Videoformat: JVC 160 x 120 Pixel Aufnahmeformat: JPG, TIFF Empfindlichkeit: 80, 160, 320 ISO
Blende: 2,8/3,8 –11 Entfernungseinstellung: ab 2 cm Licht-Messsystem: Multi und Spot Blitz: Eingebaut Verschlusszeiten: 2 Sek. – 1/750 tel Sek.
Weißabgleich: Automatisch/manuell Schärfe: Automatisch/manuell Selbstauslöser: ja Fotoauflösungen: Standard, fine, ohne Kompression
Bildgrößen: 2032 x 1536, 1024 x 768, 640 x 480 Pixel Batterie: Lithiumionen (JVC – Akku) Digitalausgangsbuchse/Übertragung: USB
Druckeranschluss: Für optionalen JVC – Drucker Lieferumfang: Lade/Netzgerät, Filmstreifenkopier – Ansatz, 8 MB Speicherkarte, Lithiumionenakku, Verbindungskabel
USB, Netzgerät, PAL-TV; Preis: ca. Euro 1175 Info: www.jvc.de
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