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Auf dieser Seite veröffentlichen wir eine Auswahl von Leseranfragen an UnterWasserWelt, die auch für einen größeren Kreis von Lesern interessant sind. Anfragen an: Redaktion@unterwasserwelt.de . Die meisten Anfragen werden direkt und persönlich von unseren Fachautoren bearbeitet.
Druckluftflasche 300 BAR
Hallo,
ich bin seit längerem auf der Suche nach einer 300 BAR Druckluftflasche mit Doppelgewinde. 12l o. 15l. Es ist aber sehr schwer im
Internet Agebote zu finden. Ich möchte mich auch nicht blind auf "den Tauchshop um die Ecke" verlassen. Man weiss ja nie was für Preise man bekommt. Mit der Flasche
wird nicht getaucht sie wird nur zum Abfüllen in kleinere Flaschen für den Schiesssport genutzt. Wenn Sie eine Anregung hätten wo man zu vernünftigen Preisen Druckluftflaschen
wie oben beschrieben beziehen kann wäre ich Ihnen sehr Dankbar.
Oliver Dzubiel
UWW Aus Ihrer Anfrage
entnehmen wir, dass Sie eine 300 BAR Druckgasflasche für Druckluft für den Schießsport benötigen. Da es sich bei den Luftpistolen bzw. Gewehren um feinmechanische Waffen handelt,
muss man unbedingt darauf achten dass eine einwandfreie Druckluftflasche zum Befüllen der Kartuschen verwendet wird, da man sonst Rost in die Waffen einbringen könnte. Es gibt
aber noch sehr viele andere Dinge zu beachten. Wir schlagen deshalb vor, Sie rufen uns unter der Nummer 08072-8286 bzw. 0162-1978398 an um Ihre weiterführenden Fragen zu
beantworten.
Peter Schreiner SCUBA SICHERHEITSTECHNIK
Videogehäuse zurück nach oben
Bisher konnte ich noch mit einem sehr preiswert geliehenen Amphibico VX 1000 filmen, jetzt muss ich mir aber für einen ZDF-Film ein eigenes Unterwassergehäuse zulegen. Dabei muss
ich die Kosten im Auge behalten. Ich habe mich im Internet umgeschaut und eine verwirrende Vielzahl von Gehäusen und Anbietern gefunden und immer wieder in Ihrer
UnterWasserWelt recherchiert. Ich besitze eine Canon XL-1 und eine Canon XM-1, brauche gute Bildqualität (vergleichbar VX 1000), möchte eine gute schnelle
Bedienung (hauptsächlich AF / MF), muss auch im Nahbereich arbeiten und möchte die Möglichkeit haben, mit Stativ zu arbeiten. Natürlich sollte es etwas
„Kleines“ und Erschwingliches sein. Ich sehe folgende Möglichkeiten: Gehäuse für Canon XM-1, Gehäuse für Canon XL-1,
andere Kamera mit passendem Gehäuse (gebraucht) kaufen. Zu welcher Lösung würde Sie mir raten? Was ist im praktischen Einsatz besser: Ein Sucher mit Vergrößerungslinse
oder ein Monitor?
Dr. R. Diesel
UWW
Leider ist die Ausgangssituation der CANON - Camcorder eine dahingehend ungünstige, als dass es nur eine kleine Auswahl an Gehäusen gibt und die für
den professionellen Einsatz gedachten Systeme natürlich auch nicht gerade billig zu haben sind. Auch ist hier kein Gebrauchtmarkt auszumachen, da sie in wesentlich geringeren
Stückzahlen als das Amphibico - Produkt verkauft wurden.
Canon XL1
Hier gibt es ein sehr gutes Gehäuse von SUBAL www.subal.com, das zusätzlich mit einem Monitor
ausgerüstet werden muss, hier ist kein direkter Suchereinblick vorgesehen (konstruktiv nicht realisierbar). Dieses Gehäuse stellt das wohl beste Produkt am Markt dar, der
Hersteller SUBAL in Steyr / Österreich, Bezug über SUBAL EUROPE in Burhgausen, hat langjährige Erfahrung im UW-Gehäusebau und gehört international zu den führenden Anbietern.
Auch von der Fa. GATES in USA gibt es zur XL1 ein Gehäuse, das über www.marlin.de (Marlin Tauchservice in Waldbronn bei Karlsruhe). Preislich natürlich auch nicht im unteren
Bereich angesiedelt.
Diese beiden genannten Gehäuse erfüllen hinsichtlich der Konstruktion und Fertigungsqualität die Anforderungen, die an ein im professionellen Einsatz
befindliches Gerät gestellt werden müssen. Sie bieten ein Höchstmaß an Produktionssicherheit und Robustheit und sind individuell ausbaufähig im optischen Bereich.
Stativgewinde sind verfügbar nach uns vorliegenen Informationen. Dies, sowie Lieferzeiten und Preise im direkten Kontakt mit den Anbietern hinterfragen, da konstruktive Änderungen
durchaus auch einmal vorgenommen werden können, über die wir nicht informiert sind.
Canon XL1 bzw XM-1
Hier können wir die transparenten Amateurgehäuse des
Herstellers NIMAR aus Italien lokalisieren, die mittlerweile auch im Vertrieb von Marlin Tauchservice - www.marlin.de sind.
Sie können auch mit dem Anbieter / Hersteller
Gun Lux www.gun-lux.de in München Kontakt aufnehmen, der seinerseits transparente Gehäuse für alle Camcordertypen fertigt. Doch es gilt, dass im Vergleich zu den oben
aufgeführten SUBAL bzw. GATES - Produkten deutliche Unterschiede bestehen.
Was die Fragen zum praktischen Einsatz - sprich Sucher oder Monitor betrifft: Den Sucher zu
benutzen hat Vorteile, denn nur hier ist stets eine von Reflexen freie Möglichkeit der Bildbeurteilung geschaffen, Helligkeit (Blende), Farbe (Weißabgleich) und eingeschränkt auch
der Schärfe betreffend. Externe Monitore bieten lediglich angenäherte Informationen (je nach Blickwinkel und Umgebungshelligkeit). Allerdings kommen man bei der XL1 um den
externen Monitor nicht herum.
Nach wie vor am besten für den Einsatz unter Wasser geeignet sind die Sony - Camorder, einfach, weil hier das größte Angebot an Gehäusen
verfügbar ist. Auch heute noch können Sie mit der VX 1000 tadellose Aufnahmen für TV - Zwecke produzieren. Die danach auf den Markt gekommenen Camcorder haben in Bezug auf die
Bildqualität eher marginale Verbesserungen gebracht. Es waren in erster Linie die zusätzlichen, ausklappbaren Monitore und ausgefeiltere AUDIO - Technik, die das "NEUE"
ausmachten. Natürlich stiegen auch die Anschaffungspreise, einmal, weil man erkannt hatte, dass die erste 3-Chip DV-Generation sofort im professionellen Bereich Fuß fasste und
einen Teilbereich des Profiangebots der selben Hersteller negativ berührte, zum anderen, weil man mit den jüngeren Camcordern auch die Möglichkeit der Aufnahme über Kabel
(Schnittbetrieb, Kopieren usw.) im Europavertrieb freigeschaltet hatte. Bislang hatte man wegen der hohen Schutzzölle darauf verzichtet.
Betriebswirtschaftlich wäre es
sicher am vernüftigsten bei einem einmaligen Auftrag, man mietet sich für den Zeitraum der Produktion eine VX 1000 oder 2000 oder TR 900 / 950 mit Gehäuse und läßt sich in Reserve
elektronische Bausteine (Platinen, Handgriffe) mitgeben. Allerdings beachten Sie, falls am Drehort Servicemaßnahmen nötig sind, benötigen Sie dazu zöllige Imbusschlüssel. Fragen
Sie bei Marlin Tauchservive diesbezüglich nach, diese haben ein entsprechendes Verleihangebot.
Tauchen nach Herzmuskelentzündung zurück nach oben
Hallo UW-Team, ich habe eine Frage bezüglich der Tauchtauglichkeit. Kurzer zeitlicher Ablauf: Januar 2000: Myocarditis
Mai 2000: Open Water Kurs in Ägypten mit Tauchtauglichkeitsattest nach eingehender Untersuchung(EKG, Lungenfunktion) Juni 2001: Tauchurlaub auf Ko Tao
Dezember 2001: Myocarditis minderschwerer Fall)
Beide Herzmuskelentzündungen waren Folge einer Erkältung/Grippe.
Jetzt wollte ich noch im Juli für eine Woche wieder nach Ägypten, doch verweigert mir die Vertretungsärztin
meines Hausarztes die Bescheinigung. Alle Untersuchungen brachten gute Ergebnisse, die Entzündung ist schon seit Januar wieder ausgeheilt, das Belastungs-EKG ist in Ordnung, die
Lungenfunktion ebenso. Zu bemängeln sind: Etwas erhöhter Puls auch in Ruhelage (hatte ich schon immer - hat bisher niemanden weiter aufgeregt) und meine nicht ganz
leistungssportliche Ausdauerleistung beim EKG-Radeln. Sonstiges: 35 J, 161 cm, 49kg, Nichtraucher, sportlich, doch untrainiert (durch Zwangspause).
Lange Rede, kurze Frage. Ist die Ärztin übervorsichtig oder rettet sie dadurch eventuell mein Leben?
(Name der Redaktion bekannt)
UWW
Allgemein:
Patienten mit der Diagnose Endokarditis (Entzündung der Herz-Innenhaut, dazu zählen die Herzklappen), Myokarditis (Entzündung der
Herzmuskeln) und Perikarditis (Entzündung des Herzbeutels) laufen Gefahr, dadurch akut oder in der Folge Rhythmusstörungen, Herzklappeninsuffizienz oder auch insgesamt eine
Herzinsuffizienz zu bekommenn („also dann nicht mehr so gut !!!“).
Absolute Kontraindikation für das Tauchen:
Bis 6 Monate nach Endokarditis und Myokarditis, bei Perikarditis im akutem Stadium
Relative Kontraindikation für das Tauchen:
Ggf. (nach eingehender Abklärung) tauchtauglich 6 Monate nach Abheilung einer Endokarditis
oder Myokarditis ohne hämodynamisch relevante Residuen und/ oder Funktionseinbußen. Bei Perikarditis nach komplikationsloser Abheilung.
Hier in der gefragten Anamnese:
Für unsere Leserin hätte also eigentlich im Mai 2000 in Ägypten das Tauchen etwas zu früh angefangen. Wer hatte hier die Tauchtauglichkeit
bestätigt? Für die erneute Erkrankung im Dezember 2001 wäre das Tauchen im Juni 2002 auf Ko Tao, für meine Begriffe noch etwas verfrüht gewesen - auch der Juli 2002 ist etwas
knapp, denn es handelt sich um einer wiederholte Erkrankung.
Zusammenfassung / persönliche Beurteilung:
Tauchen ja - wenn es sich gar nicht vermeiden lässt - die Wahrscheinlichkeit eines Zwischenfalls im Zusammenhang der geschilderten Umstände ist kaum
gegeben. Persönlich würde ich dennoch mit dem Tauchen noch 2 - 3 Monate warten. Immerhin hat unsere Leserin ein ggf. doch größeres Risiko durch diese Myokarditiden in Zukunft eine
Herzklappeninsuffizienz zu bekommen - eine chronische Erkrankung, die auf Dauer die Ausübung des Tauchsports verbietet. Also lieber später als möglicherweise gar nicht mehr
tauchen.
Die Vertretungsärztin - davon gehe ich jetzt einmal aus - ist wahrscheinlich mit der Tauch- und Überdruckmedizin nicht so vertraut (hat also nicht
die entsprechende Zusatzausbildung). Diesmal würde sie aber doch richtig beraten haben.
Dr. med. Urs Braumandl HBO - Zentrum Regensburg
Krampfadern contra Tauchen? zurück nach oben
Hallo, ich bin ein ziemlicher Neuling auf dem Gebiet des Tauchsports, so stellen sich für mich einige Fragen. Auf diese konnte bislang niemand eine eindeutige Antwort geben: Ich
bin zwar erst 30, sportlich und schlank, habe aber leichte Probleme mit Krampfadern. Bei der Tauchsportuntersuchung sagte mein Tauchsportarzt, ich sollte wg. der Krampfadern einen
Spezialisten aufsuchen. Er würde keine Probleme sehen, im Gegenteil, die Bewegung im Wasser täte gut, ich sollte nur auf zu viel direkte Sonneneinstrahlung verzichten. Der
Venenspezialist sagte genau das Gegenteil, da das Tauchen “ja eine anstrengende Sportart sei”, würde das die Venen zu stark belasten. Als Tauchsportspezialist konnte
sich dieser Arzt nicht bezeichnen, berief sich aber auf eine Lektüre zu diesem Thema. Außerdem würde der Flossenschlag eine sehr ruckartige Bewegung enstehen.
(Name der Red. bekannt)
UWW
Prinzipiell ist kein Problem erkennbar. Allerdings sollten Sie wie sonst auch auf zu viel Sonnenbestrahlung achten. Der Zusammenhang zwischen dem erhöhten Umgebungsdruck beim
Sporttauchen und dem Druck in den Arterien bzw. Venen ist zu unerheblich, als dass Sie hier mit einer Varikosis nicht tauchen sollten. Ich gehe davon aus, dass die Varikosis bei
Ihnen nicht operationswürdig ist. Die Kompetenz des konsultierten Venenspezialisten ist in Bezug auf die Beurteilung der Varikosis im Zusammenhang mit dem Tauchsport nicht
ausreichend. Dennoch sollten Sie sich körperlich fit halten, da man immer einmal auch unerwartet in eine Strömung gelangen kann, was zur Notfallsituation führen kann.
Weiterhin vielSpaß beim Tauchen,
Dr. med. Urs Braumandl HBO - Zentrum Regensburg
Farben auf dem UW - Video zurück nach oben
Hallo! Möchte ich UW - Videoaufnahmen ohne Zusatzlicht machen, soll ich dann den manuellen Weißabgleich ändern? Welche
Farbvorlage soll ich dafür verwenden? Ich habe bei begleiteten Tauchgängen tolle Videos angeboten bekommen - wie macht man das ohne Lichtanlage?
Joachim Etzl
UWW
Leuchtende Farben auf das Videoband zu bannen ist tatsächlich nicht immer so ganz einfach. Gute Praxistipps und Tricks dafür
sind zum Beispiel im Buch VIDEOGRAFIEREN UNTER WASSER, erschienen im Ecomed - Verlag, veröffentlicht.
Um ohne Zusatzbeleuchtung zu farbigen und nicht nur monoton blauen Halbtotalen oder Totalen zu kommen, muss ein spezielles UW -
Farbfilter eingesetzt werden. Dieses hat eine orange Tönung und verschafft unter den geeigneten Rahmenbedinungen tatsächlich den farbigen Eindruck der Umgebung. Die
Rahmenbedingungen hierfür sind: Tauchtiefe mindestens 5 Meter, maximal 20 Meter und Sonnenlicht.
Grundsätzlich muss bei der Verwendung des Filters der Weißabgleich auf den manuellen Tageslichtwert fixiert werden, andernfalls
versucht die Automatik dem Farbton des Filters entgegenzuwirken und hebt dabei dessen Wirkung auf. Dieses Filter sollte am Port des Gehäuses angebracht werden können, also aussen
(beim Aufsetzen auf Einschlüsse wie Schwebeteilchen oder Öuftblasen achten!). Bei manchen Gehäusen ist dies leider nicht möglich und es kann nur ein Filter direkt auf das
Kameraobjektiv innerhalb des Gehäuses aufgesetzt werden. Somit ist man während des gesamten Tauchgangs daran gebunden und eine Lichtanlage für Motive im Nahbereich kann dann nicht
eingesetzt werden (starker Rotstich).
Angeboten werden diese Filter unter anderem bei MarinSolar - www.marinsolar.de
Die Nachbearbeitung von Videomaterial mit monochromer Farbgebung am Computer führt im Consumerbereich in aller Regel nicht zum
gewünschten Effekt die Farben, die nicht aufgezeichnet wurden, wieder sichtbar zu machen.
Tinitus nach Tauchgang zurück nach oben
Guten Tag, vor einigen Wochen habe ich mit zweit Tauchkollegen einen
morgentlichen Sonntagstauchgang gemacht. Wie fast immer führten wir einen Tauchgang auf 50 Meter durch. Der Tauchgang lief reibungslos ab und wir machten uns nach einiger Zeit auf
der Maximalen Tiefe (50.8 Meter) auch wieder an den Aufstieg. Die Tauchcomputer (Aladin Air X) zeigten 8 Minuten Deko auf 3 Meter an. Der Tauchgang lief reibungslos ab und es kam
auch zu keiner Stresssituation. Wie immer hielten wir die Deko mehr als großzügig ein, was auch durch das endlich etwas wärmere Wasser des Sees begünstigt wurde. Nach etwa 20
Minuten hatten wir wieder eine Tiefe von 20 Meter erreicht und tauchten dann noch gemütlich aus, wobei wir Dekostufen auf 10 Meter, 6 Meter und 3 Meter einhielten. Am Ende des
Tauchgangs summierte sich so die ganze Deko auf sicherlich mehr als 20 Minuten. Wir beendeten den Tauchgang, verpackten unsere Ausrüstung (die wir direkt vom Tauchplatz ins Auto
werfen konnten) und fuhren zur nächsten Kneipe. Als ich im Auto Musik hörte, bemerkte ich, dass etwas mit meinem Ohr nicht stimmte. Ich hörte ein andauerndes Summen. Auch in den
nächsten Tagen verging dies nicht. Als ich nach einer Woche endlich einen Spezialisten aufsuchen konnte, meinte dieser, dass dieser Tinitus wohl die Folge eines Tauchunfalls
gewesen sei. Obwohl ich in den Grenzen getaucht sein (wenn auch knapp), hätte ich wohl halt Pech gehabt.
Wie steht Ihre Meinung dazu? Oder sehen sie andere Erklärungsmöglichkeiten? Und gibt es eine Chance diesen Tinitus wieder
wegzubringen?
Ein Leser aus der Schweiz
UWW
Ja- durchaus ist es vorstellbar, dass bei dieser doch eher extremen Tauchverhaltensweise (auch wenn ein Computer die
Dekozeiten vorgibt !) es ein Tauchunfall war. Der Computer hat in seinem Rechenmodus unter anderem keine Möglichkeit, ein eventuell existierendes PFO „seines
Tieftauchmeisters in Kaltgewässern“ mit ins Kalkül zu ziehen. Dieser Tinitus kann im noch akuten Bereich (6- maximal 8 Wochen nach erstmaligem Auftreten) entweder zuerst mit
durchblutungsfördernder Infusionstherapie und dann ggf. mit HBO in einer Druckkammer - oder idealer weise beides kombiniert - sofort behandelt werden. Weitere Info´s /
Kontakte erhalten Sie als Taucher in der Schweiz bestimmt im Sekretariat der SGUHM eMail: suhms@datacomm.ch
Dr. med. Urs Braumandl HBO - Zentrum Regensburg
Tauchen nach Lungen - OP zurück nach oben
Hallo UW-Team, 1998 bin ich an einem Ewing Sarkom (Knochen Krebs )erkrankt
und habe nach einer Amputation des linken Unterschenkels und einer 12- monatigen Chemo - Therapie Ende 1999 das Tauchen wieder angefangen. Ich tauche mit einem an der linken Seite
geänderten Trocki und einer Flosse, was Dank meiner Buddys und ihrer Hilfe sehr gut gegangen ist.
Nun hat es im Januar 2002 einen Rückfall gegeben. Bin gerade erst nach zwei Lungenresektionen aus dem Krankenhaus gekommen.
Ich hatte 4 Lungenrundherde rechts und zwei links.
Meine Frage lautet:
Darf ich nach so einer Lungen op je wieder Tauchen? Meine Lungenärztin meinte nein, sie hat aber zur Thematik Tauchen
leider keine Erfahrung. Schnorcheln und Abtauchen jedoch sei erlaubt. Andere Taucher meinen es gibt bei weitem gefährlichere Dinge wie z.B. Luftballons aufblasen.
Bitte um Antwort bevor ich meine Ausrüstung im Frust Verkaufe.
(Name der Red. bekannt)
UWW
So bedauerlich es ist, nach Studium Ihres Schreibens - sind Sie - meiner
Meinung nach - leider nicht mehr tauchtauglich (aufgrund der Lungenoperationen auf beiden Seiten). Das Risiko, dass Sie beim Tauchen plötzlich lebensgefährliche Probleme, auch nur
auf einem der beiden Lungenflügel bekommen,ist nicht von der Hand zu weisen. Für Sie und auch für Ihren Buddy, der ja dann durch Sie u.U. auch Probleme kommen könnte oder bei
Problemen Ihres Buddy´s, bei denen Sie ihm beistehen müßten und sie ihm nicht richtig helfen könnten, bestehen konkrete Risiken.. Die angesprochenen Probleme müssen sich nicht
langsam anbahnen, so dass dann vorbereitend reagiert werden könnte, sondern treten dann meist plötzlich und in lebensgefährdender Weise auf. Übrigens- gerade beim Apnoetauchen
besteht für Sie größere Gefahr (Boyle-Mariotte-Gesetz !). Also- Schorcheln unter Aufsicht an der Wasseroberfläche in Ordnung.- aber nicht abtauchen. LEIDER!
Noch eine kleine Bemerkung zu „den anderen Tauchern“: .... es gibt bei weitem gefährlichere Dinge wie z.B..
Luftballon aufblasen...... falls Sie wirklich beim Luftbalonaufblasen („oder sonst einer blasende Tätigkeit“) dann doch einen Lungenriss bekommen würden - was im Prinzip ja
möglich ist - dann ist es bestimmt nicht in letzter Konsequenz so lebensgefährlich wie das Ertrinken beim tauch
Dr. med. Urs Braumandl HBO - Zentrum Regensburg
Tauchen nach Bypass - OP zurück nach oben
Kürzlich musste ich mich einer Bypass-Operation unterziehen. Nachdem alles gut verlief, wollte ich wissen, wie es danach um das Tauchen bestellt ist . Überwiegend rieten mir die
befragten Ärzte davon ab , z. T. aber mit abenteuerlichen Begründungen. Wie steht es wirklich nach einer Bypass-Operation ohne vorangegangenen Infarkt ? Darf man tauchen
?
D. Herian
UWW
Allgemeines zum Herz- Kreislauf:
Nach dem Ausschluss von Erkrankungen des
Herzens oder Kreislaufs soll durch Funktionstests gesichert werden, dass eine ausreichende Leistungsfähigkeit besteht, die zur Bewältigung bestimmter Begleitumstände beim Tauchen
notwendig ist. Die Begleitumstände sind Immersion, die Kälte der Umgebung, unvorhergesehene Anstrengungen, erhöhte Atemarbeit, Angst- und Panikreaktionen.
Die Kälte bewirkt
eine Vasokonstriktion (Verengung der Arterien/ Arteriolen) mit Blutdruckerhöhung, eine Tachykardie (beschleunigter Herzschlag) und, unter Umständen Koronarspasmen (Verengungen der
Herzkranzarterien). Körperliche Belastungen sind oft schon vor dem Tauchen mit dem Tragen der Geräte und Ausrüstung - insbesondere bei tropischer-/subtropischer
Umgebungstemperatur oder im Trockentauchanzug jeweils mit erhöhter Schweißproduktion und damit einer Dehydratation - verbunden.
Die Immersion erhöht die Vorlast (also
vermehrtes Blutpooling vor und in der rechten Herzkammer) und damit das intrathorakale Blutvolumen beim Gesunden und Kranken. Bei Patienten mit latenter Herzinsuffizienz ist eine
akute Linksherzinsuffizenz bis hin zum Lungenödem möglich. Auch kann es hierunter zu einem akuten Angina-Pektoris Anfall kommen. Unter Wasser können Strömungen eine erhebliche
Kraftanstrengung erfordern. Nach dem Auftauchen sind u.U. größere Schwimmstrecken mit leerem Gerät zurückzulegen. Gegebenfalls muss ein verunfallter Tauchpartner unter erheblicher
Kraftanstrengung geborgen und gerettet werden (Zurücklegung der Rettungsstrecke u.U. anschließende Reanimation). Diese würde dann schon für einen gut trainierten Taucher schnell
an und über die Belastungsgrenze führen und somit eine effektive Rettung fast sinnlos machen!
Nach den Vorgaben der GTÜM (wiss. Gesellschaft für Tauch- und
Überdruckmedizin) gilt bei Koronarer Herzkrankheit als relative Kontraindikation für eine Tauchtauglichkeit, wenn die Bypassoperation mindestens 12 Monate zurückliegt und aktuell
eine Beschwerdefreiheit mit regelrechtem (unauffälligem) Belastungs-EKG vorliegt.
Also hier speziell:
Kürzlich heißt > 12 Monate. Daher derzeit keine
Tauchtauglichkeit gegeben ! Wenn die 12 Monate abgelaufen sind, dann muss das Belastungs - EKG perfekt sein ! Günstig dürfte sein, dass offensichtlich vor der Bypass-OP sich kein
Infarkt ereignet hatte - zumindest keiner mit einem größerern Schaden der Herzmuskulatur und damit der Herzleistung. Generell ist auch abzuwägen, ob das Tauchen erst angefangen
werden soll, oder ob es sich um einen „erfahrenen“ Taucher handelt. Auf alle Fälle würde ich, wenn dann die konkrete Fragestellung nach einer erneuten Tauchtauglichkeit
besteht, diese von einem erfahrene Tauchmediziner streng nach Vorgaben der GTÜM abklären lassen. (das „abenteuerliche Begründungen“ verwundert mich inzwischen nicht mehr !)
Dr. med. Urs Braumandl HBO - Zentrum Regensburg
Gepäckversicherung zurück nach oben
Welche Möglichkeiten der Gepäckversicherung gibt es. Gibt es spezielle Versicherungen. Welche Erfahrungen haben Sie mit einzelnen Versicherern?
Anne Fischer
UWW
Gepäckversicherungen sind dann wirksam, wenn nicht bereits eine Hausratversicherung den teilweisen Versicherungsschutz bietet.
Wirksam werden die unterschiedlichen Versicherungen in dieser Art:
Schadensfall und Ersatzleistung bei der Hausratversicherung
Vorausgesetzt, die abgeschlossene
Versicherungssumme deckt ausreichend des gesamten Hausrat (Überprüfung durch den Versicherer im Schadensfall ab etwa 2000,- Mark Schadenssumme obligatorisch), wird nur beim
Diebstahl aus dem verschlossenen Hotelzimmer oder dem Hotelsafe Ersatz geleistet. Die verschlossene Kabine auf dem Tauch - Kreuzfahrtschiff gilt nicht als Hotelzimmer, hier müßte
alles in den Safe, falls vorhanden. Beachten: Maximale Reisedauer und besuchte Länder abhängig vom geltenden Vertrag!
Schadensfall und Ersatzleistung bei Gepäckverlust auf dem Flug
Hier wird nur ein nach dem Warschauer Abkommen zu leistender Ersatz getätigt. Dabei wird das Kilo Fluggepäck
mit etwa DM 53,-- abgegolten wurde das Ticket in Deutschland erworben. Beim Ticketkauf in USA oder Canada werden nur US $ 20,- (höchsten US $ 1250,- für das gesamte Gepäck)
erstattet.
Schadensfall und Ersatzleistung bei der Reisegepäckversicherung
Reisegepäck kann ganzjährig oder gezielt für eine Reise (im Verhältnis teurer) versichert
werden. Dabei ist das Foto und Videoequipment (ebenso wie Schmuck) nur zu 50% der Versicherungssumme mitversichert. Möchte man also eine komplette Deckung erzielen, muß eine
doppelt so hohe Versicherungssumme abgeschlossen werden. Dafür sind aber die Risiken der Beschädigung (Reparaturkosten) und des Verlustes (Diebstahl oder Verlieren) gedeckt. Beim
Einsatz der Tauchausrüstung zum >bestimmungsgemäßen Gebrauch<, also beim Tauchgang, ist kein Versicherungsschutz wirksam.
Da nicht selten fingierte
Reisegepäckschäden gemeldet werden, sind die Abwickler der entsprechenden Versicherer auch sehr kritisch im Schadensfall. Es helfen immer - soweit überhaupt zu erhalten -
entsprechende Polizeiprotokolle oder seriöse Nachweise für verlustig gegangenes persönliches Eigentum. Übrigens - geliehene Dinge können nicht von der eigenen Versicherung im
Schadensfall ersetzt werden.
Leistung und Prämien sind häufig ähnlich. Als Spezialversicherer für die Sparte Reisegepäck ist die "Europäische"
Reisegepäckversicherung langjährig bekannt. Aber auch ihr Versicherer, bei dem Sie Hausrat oder KFZ - Risiken versichert haben, wird Ihnen durch den Aussendienst ein Angebot
machen. Reisen Sie öfters, sind in jedem Fall ganzjährig wirksame Verträge wesentlich billiger. Meist wird hier auch ein sehr kostengünstiger Auslandskrankenschutz mit angeboten.
Allergie zurück nach oben
Ich besitze einen BoraBora Damen-Tauchanzug in 7,5mm. Die letzten 3 Tauchgänge, 2 x Oostvoorne, Rotterdam (NL) und 1x RotterSee, Troisdorf (D) hatten katastrophale Nachwirkungen.
Der Anzug scheint eine allergische Reaktion auszulösen. Ich bin über und über mit juckenden Pickelchen und Quaddeln übersät. Laut Arzt eine Kontaktallergie. Haben Sie davon schon
etwas gehört ? Kann es eine Neopren - Allergie sein und wenn ja, was kann ich tun um trotzdem noch tauchen gehen zu können? Mit dem gleichen Anzug habe vorher ich Ägypten und der
Türkei ohne irgendwelche Probleme getaucht..
Cynthia K.
UWW
Unser Taucherarzt, Dr. Urs Braumandl, beurteilt Ihre Situation wie folgt:
Zunächst müsste das Alter des Anzugs geklärt werden. Haben Sie ihn erst
seit kurzer Zeit und nur wenige Tauchgänge damit gemacht, könnten natürlich Reste von Lösungsmitteln eine Reaktion auslösen. Das halten wir aber eher für unwahrscheinlich. Eine
Neoprenallergie ist durchaus möglich, muss jedoch zweifelsfrei geklärt werden. Da bei modernen Anzügen der direkte Kontakt zum eigentlichen Neoprenkern durch Nylonbeschichtungen
nicht gegeben ist, sehen wir das eher differenziert. Doch zur Abklärung sollte insgesamt ein Hautarzt und Allergologe hinzugezogen werden. Die beiden Tauchgänge in der Nordsee
machen uns hellhörig. Möglicherweise ist hier Kontakt mit Wasserverunreinigungen erfolgt. Ein einfaches Spülen des Anzugs reicht da nicht aus, Reste aggressiver Stoffe aus dem
Gewebe zu waschen. Eine Desinfektion des Anzugs ist in jedem Fall dringend geraten. Entsprechende Mittel sind im gut sortieren Tauchsportfachhandel zu beziehen. Nicht
empfehlenswert sind Lösungen, die in der Apotheke zu erhalten sind, da diese den Kunststoff des Anzugs angreifen. In den Bereich der Möglichkeiten kommen aber auch
Wechselwirkungen mit einer Hautcreme, Sonnencreme oder Nahrungsmitteln, die im feuchtwarmen Klima des Anzugs die Haut entsprechend reagieren lassen. Auch eine Sonnenallergie wäre
denkbar, die ohne weiteres plötzlich auftreten kann. Aus der Karibik kennen wir auch vergleichbare Reaktionen bei Tauchgängen in bestimmten Monaten. Zu dieser Zeit ist im
Plankton eine winzige Lebensform in großer Zahl anzutreffen, die durch Bisse vergleichbare Reaktionen hervorruft.
Um die Neoprenallergie zu beweisen oder die Theorie in
Ihrem Falle zu entkräften, sollten Sie einmal mit einem anderen Neoprenanzug tauchen und das Ergebnis abwarten.
Zusammengefasst wird zur Konsultation eines Hautarztes /
Allergologen geraten, da nur hier eine sichere Diagnose erwartet werden kann.
Sollte sich tatsächlich eine Neoprenallergie lokalisieren lassen, könnte ein Anzug mit einer
Innenbeschichtung aus Frottee oder mit Titanfasern weiterhelfen. Ganz auf dem sicheren Weg wäre man allerdings, wenn man einen Trockentauchanzug verwenden würde. Diese gibt es als
Konstantvolumen - Anzug aus unterschiedlichsten Materialien, die kein Neopren enthalten und dessen Manschetten aus Latex gefertigt sind.
Schnorcheln in Europa zurück nach oben
Können Sie mir mitteilen, wo man in Europa schön schnorcheln kann ?
Mit freundlichen Grüßen
E.
UWW
Grundsätzlich sind felsige Küstenstreifen - also keine Sandstrände - für das Schnorcheln besonders geeignet - in Abhängigkeit von Strömung, Dünung und ihrer von Land aus
Erreichbarkeit. Ihre Frage erschöpfend zu beantworten ist eigentlich unmöglich. Wir empfehlen Ihnen das Buch " Der Welt - Tauch - Reiseführer ", herausgegeben von
Wolfgang Sedelmeyer im Natur - Buch Verlag. Hier finden Sie alle relevanten Adressen von Tauchbasen. Man darf davon ausgehen, dass die genannten Basen auch an für Schnorchler
geeigneten Örtlichkeiten angesiedelt sind. Dort finden Sie auch Unterstützung und Rat für weitere Schnorcheldestinationen vor Ort.
EKTACHROME 200 unter Wasser zurück nach oben
Ich habe bisher fast immer den Kodak Elite 100 zur UW Fotografie verwendet. Der Kodak Ektachrome 200 soll eine Körnung wie ein ASA 50 Film haben und die Rot- und Gelbtöne
etwas betonen. Was halten Sie von diesem Film zur UW Fotografie?
Dr. Georg Z.
UWW
Die Fotoredaktion benutzt
seit langer Zeit Umkehrmaterial der Fa. Fuji. Dieses hat sich in direkten Vergleichen durch die geringe Körnung, das neutrale Blau und die angenehme Farbwiedergabe insgesamt sehr
bewährt. Kodak neigt oft zu kühlen Farben, gibt Blau nicht so gut abgestimmt wieder, wie Fuji. Auch die neuen Fuji - Materialien können gut gepusht werden, was aber stets nur in
Ausnahmefällen gemacht werden sollte. Im Durchschnitt verwenden wir Filme der Empfindlichkeiten 50 ASA / ISO, 18° Din und 100 ASA / ISO, 21° Din. Hier sind die ausgewogensten
Farbwiedergaben und die größte Schärfe (Auflösung/Korn). Um die tatsächliche Leistungsfähigkeit der verwendeten Materialien kennen zu lernen, sollten diese nur in guten
Fachlabors entwickelt werden. Denn nur dort geht man mit den Filmen und der Chemie wirklich sachgerecht um. Werden Umkehrfilme bei Billiganbietern entwickelt, verschlechtert sich
das dabei sichtbar gemachte Produkt zum Teil dramatisch. Es macht eben einen großen Unterschied, ob eine Entwicklung 4 Mark oder 12 Mark kostet. Weitere Infos entnehmen Sie
bitte auch den Beiträgen in unserem Magazin UnterWasserWelt, im Bereich FOTO, so z.B. "Die Filme der Fotoredaktion".
Nitrox- Atemregler zurück nach oben
Mir ist aus der "Technischen Taucherzene" zu Ohren gekommen, dass man für Nitoxgemische mit einem Sauerstoffanteil bis 40 % nicht unbedingt sauerstofftaugliche
Lungenautomaten benötigt! Was ist da dran? Dass die Industrie und der Verkauf immer von sauerstofftauglichen Atemreglern sprechen ist ja klar. Diese müssen ja Ihr Equitment an
den Mann oder Frau bringen.
Jörg W.
UWW
Zu Ihrer Frage nach nitroxfähigen Automaten können wir Ihnen wie folgt antworten: Die Möglichkeit mit Pressluft - oder mit Sauerstoff angereicherten Gemischen zu tauchen ist
heute und in Zukunft sicher immer interessanter. Das Plus an Tauchsicherheit, verkürzte Dekozeiten bzw. verlängerte Grundzeiten, sind ein wichtige Argumente.
Allerdings
muss man sich Gedanken darüber machen, wo Sie mit Nitrox tauchen wollen. Haben Sie das verbindlich nur im Ausland, also außerhalb Deutschlands (außerhalb Westeuropas) vor, so
können Sie unter Umständen "gewöhnliche" Automaten“, also mit dem bekannten DIN - Ventil, verwenden, die einen Austausch der normalen O-Ringe in Viton - O - Ringe
erfahren haben und mit den speziell für die Verwendung mit höheren Sauerstoffanteilen (über 21%) zugelassenen Fetten behandelt sind. Titan als Werkstoff darf dabei nicht im
Inneren der ersten wie zweiten Stufen verwendet worden sein.
Ist es Ihre Absicht auch in Deutschland mit Nitroxgemischen zu tauchen, so unterliegen Sie hier verschiedenen
gesetzlichen Bestimmungen, die verbindlich einzuhalten sind. So können und dürfen Sie in Deutschland nur mit speziell für Nitrox modifizierten Automaten tauchen, die in erster
Linie ein geändertes Anschlussventil haben (G 3/4 gegenüber dem DIN - Ventil G 5/8). Dieser Schraubanschluss der ersten Stufe passt natürlich auch nur an eine für höhere
Sauerstoffgemische zugelassene Flasche mit entsprechendem Ventil und vorschriftsmäßiger Lackierung. Auch dürfen Nitroxgemische nur in die zulässigen Flaschen gefüllt werden, was
ausschließt, dass in Deutschland (Westeuropa) Nitrox in Pressluftflaschen gedrückt wird. Solche Vorgehensweise wäre auch wegen der Gefährlichkeit (das Spektrum reicht von
Explosionsgefahr bis zu gesundheitlicher Beeinträchtigung beim Aussetzen höherer Sauerstoffkonzentrationen an nicht dafür zugelassenen Fetten und Kunststoffen) strikt abzulehnen.
Um also auch in Deutschland mit Nitrox zu tauchen, muss ein spezieller Nitrox - Automat gekauft werden (etwa MARES VX 16 xtr Nitrox oder den neuen 2. Stufen - siehe dazu
in UnterWasserWelt im Bereich NEWS die NEWS zur EURODIVING 2000 - News MARES). Möchte man einen Nitrox - Automaten mit G 3/4 Gewinde auch an einer normalen Pressluftflasche mit
DIN - Ventil nutzen, kann man bei der Fa. AIRCON einen entsprechenden Adapter beziehen.
Tauchsportversicherung zurück nach oben
Ich suche eine Versicherung für Sporttaucher, die mein Hobby in vollem Umfang ganzjährig das heißt nicht nur für den Zeitraum eines Urlaubs abdeckt. Die Versicherung sollte nach
Möglichkeit, so ziemlich alles abdecken was uns als Tauchern zwar nicht passieren sollte aber halt passieren kann!
Rüdiger D.
UWW
Den besten Schutz bieten die beiden speziell für Tauchsportbelange zugeschnittene Angebote des VDST und die von DAN. Alle anderen Varianten der bekannten Versicherer
schließen einen Teil der vom VDST oder DAN gebotenen Leistungen mit ein, aber ein ärztlicher Support, wie ihn DAN weltweit anbietet, wird hier nicht geboten. Soweit Sie nicht
Mitglied in einem dem VDST angeschlossenen Verein sind, können Sie auch eine entsprechende Einzelmitgliedschaft anstreben, um sich dort versichern zu lassen Wir meinen aber,
dass die weltweite Verbreitung und Erfahrung von DAN bzw DAN-Europe (Präsident Dr. Ulrich van Laak) allen speziellen Anforderungen gerecht wird. Unterschiedliche
Versicherungspakete sind zu bekommen, die Jahresprämien bewegen sich im Mittel zwischen 70 und 140 Mark. Infos bei www.dan-europe.de .
Druckausgleich zurück nach oben
Der Druckausgleich in beiden Ohren ist nicht immer möglich! Er funktioniert links sofort und sehr gut aber rechts nur schlecht und nicht immer! Meine Frage lautet, kann man
gewissermaßen den Druckausgleich trainieren (ich meine trainieren und nicht erzwingen), so dass er im Laufe der Zeit einfach besser und womöglich auf Anhieb funktioniert. Es
ist bei mir sehr seltsam, denn ich bekomme den Druckausgleich im linken Ohr meist sofort , das rechte Ohr folgt dann kurze Zeit später, wenn überhaupt. Ich war schon beim
Hals- Nasen- Ohren- Arzt, aber er konnten bei mir nichts gravierendes feststellen. Natürlich muss ich erwähnen, dass ich eine Hausstaub und Milben Allergie habe und meine Nase
generell dazu neigt anzuschwellen.
Rüdiger D.
UWW
Anfragen wg. Problemen mit dem Druckausgleich erreichen
unsere Redaktion leider häufiger. Oft ist es ein sehr individuelles Problem, wenn ein HNO-Arzt zunächst keine Auffälligkeiten festgestellt hat.
Was kann zu Problemen bei Druckausgleich führen?
1.) Organische Veranlagung Verkrümmung der Nasenscheidewand (ambulant zu korrigieren)
verengte Eustachische Röhre (Verbindung Trommelfell/Rachenraum) Funktionsproblem des Entenschnabelventils an der Eustachischen Röhre
Schwellung der Schleimhäute (Infekt, Allergie) 2.) Kälte 3.) Psychische Faktoren (Stress)
Zunächst sollte nochmals durch einen versierten
Tauchmediziner der Nasen- Rachenraum und das Ohr inspiziert werden. Oftmals bringt eine weitere Untersuchung doch kleine Abweichungen als Ergebnis, was ein speziell geschulter
Arzt besser interpretieren kann, als ein allgemein tätiger HNO - Arzt. Sollte Ihnen kein Tauchmediziner in Ihrer Nähe bekannt sein, so schauen Sie in unserem Magazin
UnterWasserWelt in den Bereich Medizin und in den Beitrag Druckkammern. Sie finden hier zweit Seiten mit den Adressen der in Deutschland tätigen Druckkammerzentren. Rufen Sie bei
dem in relativer Nähe zu Ihrem Wohnort gelegenen Zentrum an und lassen Sie sich einen entsprechenden Tauchmediziner oder HNO - Arzt nennen.
Manchmal ist es auch die Methode
des Druckausgleichs, die Probleme bereitet. Üblicherweise lehrt man gegen die zugehaltene Nase auszuatmen. Weil dies die Mehrheit der Tauchsportler beherrscht, gilt sie als
Methode der ersten Wahl. Wir wissen aber auch, dass vielen Tauchern nur eine Art Gähnen weiterhilft. Die Veränderung der Kieferstellung öffnet die Eustachische Röhre mit
wesentlich geringerem Kraftaufwand (Pressen) und stellt so den gleichen Luftdruck her. Ähnlich funktioniert es mit dem Andeuten von kräftigen Schluckbewegungen. Gelehrt wird
auch das Abtauchen mit dem Kopf nach unten. Auch hier wissen wir, dass es Taucher gibt, die unter diesen Umständen keinen Druckausgleich herstellen können. Diese tauchen dann mit
den Füßen voran ab oder richten sich zum Druckausgleich auf. Machen Sie auf alle Fälle den Druckausgleich frühzeitig, erzwingen Sie ihn nicht, das führt nur zu Blutergüssen im
Innenohr, die zu längeren Tauchpausen zwingen. Dies um einmal 3 weitere Methoden aufzuzeigen.
Kälte oder schleichende Auskühlung beeinträchtigt auch in wärmeren
Gewässern die Fähigkeit des Druckausgleichs. Tragen Sie auch in warmen Gewässern eine gut sitzende Kopfhaube und achten Sie auf dem Weg zum Tauchplatz darauf, dass Hals und Kopf
durch Fahrtwind nicht auskühlen. Die Schleimhäute reagieren in solchen Fällen und erschweren das Öffnen des Entenschnabelventils. Technisch könnte Ihnen die Maske PRO EAR 2000
von Oceanic weiterhelfen. Sie finden einen Testbericht dazu in unserem Magazin UnterWasserWelt unter AUSRÜSTUNG - ABC.
Stress kann die Fähigkeit zum Druckausgleich
ebenfalls stark beeinträchtigen. Schon vor dem Abtauchen stellt man sich innerlich besorgt die Frage, ob es diesmal wohl klappen wird. Auch wenn man in einer Gruppe abtaucht, die
rasch auf Tiefe geht, ist man unruhig, weil man auf den Moment förmlich wartet, dass ein Ohr zu macht. Doch bevor es so weit kommt, sollte man ruhig und gelassen abtauchen,
frühzeitig und häufig den Druckausgleich herstellen, ausprobieren, ob mit den Füßen voran oder kopfüber bessere Ergebnisse erzielt werden. Ob Pressen, Gähnen oder Schlucken die
beste Methode ist, stellt man selbst rasch fest.
Kritisch muss man Mitteln (Tropfen) gegenüber stehen, die die Schleimhäute abschwellen lassen, damit der Druckausgleich
funktioniert. Natürlich wissen wir, dass davon auch von Tauchern Gebrauch gemacht wird und meist auch keine Probleme bereitet werden. Es bleibt aber das Risiko, dass die
abschwellende Wirkung vor dem Auftauchen so weit nachgelassen hat, dass der Überdruck im Ohr nicht rasch genug abgebaut werden kann. Dies führt zu Drehschwindel, stechendem
Schmerz bis hin zum Riss im Trommelfell.
Blitzschlag im Wasser zurück nach oben
Wie gefährlich ist es, wenn bei Tauchen plötzlich ein Gewitter aufzieht und ein Blitz in den See / Fluss einschlägt. Wie groß ist der Spannungsumkreis ? In welcher Entfernung nimmt
die Spannung ab.
Nina Krewer
UWW
Was die Auswirkungen eines Blitzschlags ins Wasser auf einen Taucher
betrifft, können hier nur allgemeine Grundsätze wiedergegeben werden, da die Sache an sich es verbietet, "am lebenden Objekt" Untersuchungen vorzunehmen.
Man muss zunächst die Gewässertypen bzw. Wasserarten trennen. Salzwasser ist ein guter Leiter, je salzhaltiger - um so besser.
Süßwasser weist aufgrund geringerer Ionendichte reduzierte Leitfähigkeit auf.
Destilliertes Wasser (für das Bügeleisen oder die Autobatterie), leitet aufgrund fehlender Ionen nicht.
Gehen wir in die Praxis: Der in die Badewanne fallende Föhn tötet
nicht sofort durch Stromschlag, vielmehr tritt eine Muskellähmung ein, die je nach Einwirkdauer den Herzrhythmus verändert und so, gepaart mit Lähmung der Atemmuskulatur, zum Tode
führt.
Verletzungen durch Blitzschlag an Land sind in erster Linie durch die starke Hitzeentwicklung bestimmt, in zweiter Linie wirkt die elektrische Energie. Es treten
zwar hohe Spannungen und Stromstärken auf, die aber nur sehr kurz einwirken. Zueist sind die Verbrennungen beim Blitzschlag in Personen primär tödlich. Der Taucher befindet
sich, was die Verbrennungen betrifft, ab einer gewissen Wassertiefe und Entfernung vom Einschlag, in relativer Sicherheit. Doch wer kann eine mögliche Einschlagstelle im Gewässer
vorhersagen? Die elektrische Energie breitet sich auch nicht unendlich weit in einem Gewässer aus. Sie unterliegt einem natürlichen "Abbau" oder
"Neutralisierung", zumal ein Blitzschlag nicht unendlich lang dauert und nach dem Blitzschlag keine neue Energie an dieser Stelle fließt. Sie ist räumlich in erster
Linie um den Blitzarm konzentriert. Das erklärt, warum nach Blitzschlag in ein Gewässer nicht Tausende von Fischen tot oder auch nur paralysiert an der Oberfläche treiben.
Im übrigen ziehen sich Fische intuitiv bei Luftdruckunterschieden und Bewölkung, die sie durchaus spüren, in für sie sichere Bereiche (Tiefen oder Riffunterschlupf) zurück.
Taucher können aber nicht so lange unter Wasser und auf Tiefe bleiben, bis ein Gewitter abgezogen ist. Taucht man im Gewitterzentrum auf, bietet man ein erstklassiges Ziel für
einen Blitz. Oberste Regel muss deshalb lauten - besteht Gewittergefahr - kann man die Wolkenbänke bereits heranziehen sehen, den Tauchgang erst gar nicht antreten
bzw. das Wasser schnellstens verlassen.
Medizinische Tipps unseres Taucherarztes Dr. Urs Braumandl:
Der Blitzschlag
- Unfall ist natürlich sehr selten. Prinzipiell gilt natürlich das Gleiche wie bei einem „Nicht-Taucher“. Klar ist natürlich, dass - egal aus welchem Grund man sich auf
einem See befindet, bei einem Gewitter sich niemand dort aufhalten sollte, weil er natürlich erst recht gefährdet ist für einen Blitzeinschlag als „höchster Punkt“.
Medizinisch:
Die Auswirkung eines Blitzschlages/ Stromunfalls reicht von kardiologischen Problemen, Verbrennungen, Schädigung des ZNS bis hin zu Nierenausfallerkrankungen
durch die Muskelzerstörung. Fließt also elektrische Energie durch den Thorax und damit durch das Herz, so ist mit schwerwiegenden Arrhythmien oder Kammerflimmern als direkte
Stromeinwirkung zu rechnen. Interessant sind Berichte über verzögert aufgetretene, lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen (innerhalb von 12 Stunden nach Stromschlag). Die
Atmung kann beeinträchtigt (u.U. lebensbedrohlich - erst recht bei Schwimmern/ Tauchern) sein durch tetanische Kontraktionen der Zwerchfell und Thoraxmuskulatur mit konsekutivem
Atemstillstand. Bei einem Stromunfall ist das ZNS (zentrale Nervensystem) besonders anfällig (bes. beim Taucher schlägt der Blitz ja über den Schädel ein). Dabei kann es, wenn
es den Taucher nicht sowieso schon „erschlagen“ hat(!) zu einer zentralen Atemlähmung kommen.
Im Gegensatz zu den sonstigen Stromunfällen ist bei einem Blitzschlag
für die Retter der Vorteil, dass sie sich nicht mehr bei der Rettung in einem Gefahrenbereich aufhalten- wie es bei einem Stromunfall von z.B. Überspannleitungen ist.
Prinzipiell darf die Reanimation auf keine Fall frühzeitig aufgegeben werden. Der sekundäre Reanimationserfolg bei Stromunfällen liegt deutlich höher als bei Wiederbelebungen
anderer Formen äußerer Gewalteinwirkung.
Ich würde persönlich sagen: Bei jedem Strom/ Blitzunfall- ist eine stationäre Überwachung für min. 24h sehr sinnvoll (EKG -
Monitoring!)
Dr. Urs Braumandl - HBO - Zentrum Regensburg
Barortrauma des Auges zurück nach oben
Bei einem Barotrauma der Augen ( Blut unterlaufen ) -- Was passiert da eigentlich genau - Durch Überdruck ? Durch Unterdruck ? Wie gefährlich ist dies?
Nina Krewer
UWW
Vergisst oder unterlässt man beim Abtauchen / Tauchen durch die Nase Luft in den Maskeraum zu
geben, um den gestiegenen Aussendruck dem geringeren Inndruck in der Maske anzupassen, belastet der deutliche Unterdruck in der Maske die Gefäße (Blut oder Flüssigkeiten
enthaltende Gewebeteile) letztlich so stark, dass sie im Einwirkungsbereich des Unterdrucks platzen. Das erklärt dann Blut unterlaufene Augen oder auch Blutaustritt in den
Augenwinkeln. Da diese Prozedur natürlich für die Augen und den Augenraum im Schädel nicht besonders zuträglich sind, sollte man stets den Luftdruck in der Maske dem Wasserdruck
außen anpassen. Dieser Vorgang hat nichts mit dem konventionelle Druckausgleich zu tun, bei dem im Ohrenraum die Druckverhältnisse ausgeglichen werden. Bei diesem
Druckausgleich wird meist die Nase zugehalten und dagegen ausgeatmet. Dabei kommt keine Luft in den Maskenkörper.
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