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Lexikon der Fototechnik

Abbildungsmaßstab

Als Abbildungsmaßstab bezeichnet man das Verhältnis zwischen Bildgröße und Motivgröße. Der Abbildungsmaßstab wird als Verhältnis angegeben, wobei z.B. 1:2 bedeutet, dass die Abbildung halb so Groß ist wie das Motiv. Der Abbildungsmaßstab verändert sich mit der Brennweite des Objektivs und dem Aufnahmeabstand.

Ausbleichen

Bei Überbelichtungen bleichen die Farben und Tonwerte eines Bildes aus.

Balgengerät

Als Balgengerät bezeichnet man ein Zusatzgerät für Kameras, das eine stufenlose Auszugsverlängerung für Nahaufnahmen ermöglicht. Bisher sind uns keine Gehäusehersteller bekannt, die es ermöglichen ein Balgengerät bei einer Kleinbildkamera im Unterwassereinsatz zu nutzen.

Belichtung

Die Belichtung ist das Produkt aus Lichtintensität und Dauer der Lichteinwirkung. Die Lichtintensität wird durch die Blende, die Belichtungszeit durch den Verschluss gesteuert. Die Belichtung muss auf die Filmempfindlichkeit abgestimmt sein.

Belichtungsmessung

Bei der Belichtungsmessung handelt es sich um die Ermittlung der optimalen Belichtung (Blenden / Zeit Kombination) mit dem in allen (neueren) Kleinbildkameras eingebauten Belichtungsmesser.

Bildwinkel

Der Bildwinkel ist der von einem Objektiv erfasste Bildbereich - bezogen auf die Bilddiagonale. Der Bildwinkel wird mit zunehmender Brennweite kleiner.

Blende

Die Blende ist die annähernd Kreisrunde verstellbare Öffnung im Objektiv. Sie dient der Regelung der Lichtintensität des auf den Film treffenden Lichts. Die Größe der Blendenöffnung wird ebenfalls Blende bezeichnet. Zur Bezeichnung der Blendenöffnung wird eine genormte Zahlenreihe verwendet ( ... 2 - 2,8 - 4 - 5,6 - 8 - 11 ...). Zwischen jeder Blendenstufe (Blendenzahl) wird die Lichtintensität verdoppelt bzw. halbiert. Je nach dem, ob die Blende geöffnet (kleinere Blendenzahl) oder geschlossen (größere Blendenzahl) wird.

Blickfang

Der Blickfang ist der beherrschende Punkt eines Fotos, der zuerst den Blick des Betrachters auf sich zieht

Blitzgerät

Das Blitzgerät ist die künstliche Lichtquelle, die es dem Unterwasserfotografen ermöglicht die Farben entsprechend ihres natürlichen Vorkommens auf dem fertigen Bild darzustellen. Ein Unterwasserblitzgerät wird Charakterisiert durch seine Unterwasserleitzahl (abgegebene Lichtmenge) und dem Ausleuchtwinkel, der größer als das verwendete Objektiv sein sollte.

Brennweite

Die Brennweite ist der Abstand zwischen dem Mittelpunkt eines Objektivs und seinem Brennpunkt. Je länger die Brennweite eines Objektivs, umso kleiner ist der Bildwinkel und umso größer der Abbildungsmaßstab.

Diffuses Licht

Licht, das durch Lichtstreuung und / oder -reflexion entstanden ist, das keine harten Schatten und keine Glanzlichter hervorruft

Direktes Licht (hartes Licht)

Licht das gerichtet ist und dadurch als hart (z.B. Unterwasserblitzgerät) eingestuft wird, das sehr helle Lichter und dunkle, scharf begrenzte Schatten erzeugt.

Doppelbelichtung - Mehrfachbelichtung

Bei einer Doppelbelichtung werden zwei Belichtungen auf das selbe Filmstück vorgenommen. Dazu ist eine Sperre zu betätigen, damit der Film nicht weiter transportiert wird. Bei neueren Kameras ist diese Funktion auch für mehr als zwei Belichtungen möglich (Mehrfachbelichtung)

Farbsättigung

Farbsättigung ist die Reinheit oder Intensität einer von Beimischungen freien Farbe

Filter

Filter sind durchsichtige Objektivvorsätze aus Glas, Kunststoff oder Gelatine, die meist bestimmte Wellenlängen (Farbanteile) des Lichts absorbieren und dadurch das Bildergebnis verändern.

Fisheye Objektiv

Charakteristisch für ein Fisheye Objektiv ist der brennweitenunabhängige Bildwinkel von 180°. Es gibt zwei unterschiedliche Varianten von Fisheye Objektiven. Zum einen die rundzeichnenden, cirkularen Objektive, die ein bullaugenförmiges Bild herstellen, zum anderen Objektive die ein vollformatiges Bild herstellen. Beiden Objektivtypen gemeinsam ist die Eigenschaft der extremen tonnenförmigen Verzeichnung. Eine Eigenschaft, die durch optische Korrekturen beim Weitwinkelobjektiv unterdrückt wird.

Format

Allgemein bezeichnet man als Format die Größe des Kamerabildfeldes (Aufnahmeformat) oder eines fertigen Fotos. Die Aufnahmeformate sowie die Formate von Fotopapier sind international genormt.

Gegenlicht

Gegenlicht ist Aufnahmelicht, das direkt oder schräg von vorne kommt.

Gegenlichtblende

Die Gegenlichtblende ist eine trichterförmige Blende aus undurchsichtigen Material, meist aus flexiblen schwarzen Kunststoff, die vor das Objektiv der Kamera bzw. vor den Objektivport des Gehäuses gesetzt wird (ist) und die Aufnahme gegen Streulicht nicht jedoch gegen Gegenlicht abschirmt. Insofern handelt es sich hierbei um eine falsche Bezeichnung. Es sollte besser Streulichtblende lauten.

Glanzlichter

Glanzlichter sind auf glänzenden oder spiegelnden Oberflächen in direktem Licht entstehende sehr helle Bildstellen.

Graufilter

Ein Graufilter absorbiert Licht, ohne seine Farbzusammensetzung zu beeinflussen. Dieses Filter ist in der Unterwasserfotografie eher unüblich

Helligkeitsumfang

Der Helligkeitsumfang ist das Verhältnis zwischen der hellsten und der dunkelsten Stelle eines Motivs. Der Helligkeitsumfang wird auch als Motivkontrast oder Kontrastumfang bezeichnet.

Hintergrund

Der Hintergrund eines Bildes ist der Bereich, der sich hinter dem eigentlichen Aufnahmemotivs befindet.

Hochformat

Das Hochformat ist das senkrechte Bildformat (Höhe größer als Breite)

Indirektes Licht

Als indirektes Licht bezeichnet man Licht, das auf Grund von Reflexionen anderer Objekte - wie Reflexionstafeln - auf das Aufnahmemotiv gelenkt wird.

Kleinbild

Als Kleinbildformat bezeichnet man die Aufnahmefläche von 24 x 36 mm. Auch 36 mm Film genannt.

Kompaktkamera

Eine Kompaktkamera ist eine handliche Kleinbild- oder APS Kamera, meist mit Durchsichtsucher und ohne Wechseloptik.

Konverter

Ein Konverter ist ein Linsensystem, das zwischen Kamera und Objektiv gesetzt wird und die Brennweite des benutzten Objektivs verändert. Üblich sind Tele-Konverter mit Verlängerungsfaktoren von 1,4 bis 2 x der verwendeten Objektivbrennweite. So wird z.B. aus einem 50 mm Objektiv unter Verwendung eines 2 x Tele - Konverters ein 100 mm Teleobjektiv.

Makroobjektiv

Makroobjektive sind speziell für Nah- und Makroaufnahmen korrigierte (berechnete) Objektive, die sich meist ohne Zusatzgeräte bis zu einen Abbildungsmaßstab von 1:1 scharfstellen lassen. Auch wenn der Makrobereich erst ab dem Abbildungsmaßstab von größer 1:1 beginnt, werden Objektivkonstruktionen die nur einen Abbildungsmaßstab von 1:4 erreichen auch als Makroobjektive bezeichnet. Man muss hier im Grunde drei Unterscheidungen treffen:

1. Objektive die einen Abbildungsmaßstab von max. 1:4 erreichen sind für Nahaufnahmen optimierte Objektive

2. Objektive die einen Abbildungsmaßstab von 1:1 oder 1:2 erreichen. Hierbei handelt es sich um Objektive, die an den Makrobereich heranreichen und speziell für ihren größten Abbildungsmaßstab ausgelegt sind. Diese Objektive zeigen schwächen auf der max. Entfernungseinstellung, da sie hierfür nicht ausgelegt sind.

3. Objektive oder Kombinationen von Objektiv mit Balgengerät die Abbildungsmaßstäbe größer 2:1 erreichen können. Hierbei handelt es sich um echte Instrumente für die Makrofotografie. Makrofotografie mit größeren Maßstäben als 2:1 ist in der normalen Unterwasserpraxis jedoch auf Grund der minimalen Distanzen zum Motiv und den lichttechnischen Schwierigkeiten nicht durchführbar.

Mittelformat

Als Mittelformat bezeichnet man das Aufnahmeformat auf Rollfilm mit 60 mm Breite. Es handelt sich dabei um die (gängigen) Formate 4,5 x 6, 6 x 6, 6 x 7, 6 x 8 und 6 x 9. Das Format 6 x 12 hingegen wird als Panoramaformat in Panoramakameras genutzt.

Mittelgrund

Der Mittelgrund ist der Bereich zwischen Vorder- und Hintergrund

Nahaufnahmen

Nahaufnahmen sind Aufnahmen mit einem Abbildungsmaßstab zwischen 1:10 und 10:1. Aufnahmen von etwa 1:1 bis 10:1 werden auch als Makroaufnahmen bezeichnet. Unerheblich bei einer Nahaufnahme ist der Abstand zwischen Kamera und Motiv (Entfernung). Die Entfernung ist bei gleich bleibendem Abbildungsmaßstab lediglich eine Funktion des Bildwinkels und damit der Brennweite.

Normalobjektiv

Ein Normalobjektiv ist ein Objektiv, dessen Bildwinkel etwa dem Sehwinkel des menschlichen Auges entspricht. Die Brennweite entspricht ungefähr der Filmformatdiagonale.

Oberlicht

Von oben kommendes Licht

Panoramakamera

Eine Kamera für Aufnahmeformate, bei denen eine Seite mindestens doppelt so lang ist wie die andere.

Parallaxe

Die Parallaxe eine bei Sucherkameras und zweiäugigen Spiegelreflexkameras auftretende Differenz zwischen dem Sucherbild und dem tatsächlichen vom Objektiv erfassten Ausschnitt. Die Parallaxe macht sich nur bei Nahaufnahmen störend bemerkbar

Perspektive

Die Perspektive ist die, vom Aufnahmestandpunkt abhängige Art der Umsetzung der dreidimensionalen Wirklichkeit in die zweidimensionale Bildfläche. Die perspektivische Darstellung der Räumlichkeit (Tiefenwirkung) beruht auf dem Zusammenlaufen der Fluchtlinien (Linearperspektive) und der zum Hintergrund hin abnehmenden Abbildungsgröße der Gegenstände

Polarisationsfilter

Das Polaristationsfilter lässt nur Licht einer bestimmten Ausbreitungsrichtung durch. Es führt zur teilweisen oder völligen Löschung von Reflexen, wodurch Farben mit einem höheren Sättigungsgrad wiedergegeben werden. Die Wirkung ist von der Stellung des (drehbaren) Filters und von dem Stand der Lichtquelle abhängig. Das Polarisationsfilter wird im Unterwassereinsatz üblicherweise nicht eingesetzt.

Querformat

Das Querformat ist das waagrechte Bildformat - Höhe kleiner las Breite. Da alle Kleinbildkameras mit eine querformatige Ausrichtung besitzen ist das Querformat auch das meistbenutzte Bildformat.

Reflektiertes Licht

Licht, das nicht direkt aus einer Lichtquelle stammt, sondern von anderen Objekten zurückgeworfen wird.

Scharfeinstellung

Die Scharfeinstellung ist die Veränderung des Abstandes zwischen Objektiv und der Filmebene zur Erzielung größtmöglicher Bildschärfe. Für die manuelle Scharfeinstellung besitzt das Objektiv einen Entfernungseinstellring. Bei automatischer Scharfeinstellung (Autofokus) wird das Objektiv motorisch verschoben.

Schatten

Schatten sind die dunkeln Partien eines Motivs

Schärfentiefe

Schärfentiefe auch häufig Tiefenschärfe genannt, ist jener Bereich in dem ein Bild als "scharf" angesehen wird. Richtig Scharf ist ein Bild immer nur in einer Ebene, eben jener auf die Fokussierung gestellt wurde. Beeinflussbar ist die Schärfentiefe durch die Blende des Objektivs. Je keiner die Blendenöffnung (große Blendenzahl) desto weiter ist die Schärfentiefe. Ein weiter Einflussfaktor ist der Abbildungsmaßstab. Hier verhält es sich so: Je größer das Verhältnis Objekt / Bild ist, umso größer ist auch der Schärfentiefenbereich. Dies erklärt auch, warum Weitwinkelobjektive einen größeren Schärfentiefenbereich haben als Teleobjektive.

Seitenlicht

Aufnahmelicht, das seitlich einfällt.

Selektive Scharfeinstellung

Selektive Scharfeinstellung ist die Begrenzung der Schärfentiefe auf einen bestimmten Bereich, so dass sich die bildwichtigen Gegenstände scharf vom unscharfen Hinter- und/oder Vordergrund abheben.

Skylightfilter

Das Skylightfilter ist ein leicht rosa gefärbtes Filter für Farbaufnahmen, das unerwünschte Blautöne sowie UV-Licht und Dunst ausfiltert. Es wird häufig als Schutzlinse vor dem Objektiv verwendet, um Beschädigungen oder Salznebel von der ersten Linse fern zu halten. Da es sich um ein nicht farbneutrales Filter handelt, sollte es in seinem Einsatz gezielt angewendet werden. Als Schutz des Objektivs eignet sich das farbneutrale UV-Sperrfilter besser.

Spiegelreflexkamera (SLR-Kamera)

Bei der einäugigen Spiegelreflexkamera (SLR-Kamera) wird das vom Objektiv erfasste Bild über einen Spiegel in den Sucher umgelenkt; während der Aufnahme klappt der Spiegel ein. Zweiäugige Kameras haben ein Aufnahmeobjektiv und ein baugleiches Sucherobjektiv, die übereinander angeordnet sind.

Spitzlichter

Spitzlichter sind die hellsten Lichter eines Motivs

Sterneffektfilter

Das Sterneffektfilter ist ein Filter, das Spitzlichter in sternähnliche Figuren verwandelt.

Sucher

Der Sucher ist die Einrichtung an der Kamera zur Betrachtung - bei Spiegelreflexkameras auch zum Scharfstellen - des Motivausschnitts

Teleobjektiv

Ein Teleobjektiv ist ein Objektiv mit längerer Brennweite als das Normalobjektiv - bei Kleinbild ab etwa 85 mm. Teleobjektive bilden Objekte vergrößert und mit einem entsprechend kleineren Motivabschnitt ab. Die Schärfentiefe nimmt mit zunehmender Brennweite ab.

Überbelichtung

Die Überbelichtung ist eine zu starke Belichtung und führt zu einem zu hellen Bild mit ausgebleichten Farben und verringerter Zeichnung in den Lichtern.

Verlauffilter

Das Verlauffilter (Farb- oder Graufilter) ist nur zur Hälfte eingefärbt, mit einem allmählichen Übergang zur Mitte. Es dient vor allem zum Abdunkeln zu heller Motivteile.

Verschluss (Zeit)

Der Verschluss ist das System zur Steuerung der Belichtungszeit bei der Aufnahme. Es befindet sich bei Kleinbildspiegelreflexkameras zwischen Objektiv und Film. Die Verchlußzeitenskala ... 1/125 - 1/250 - 1/500 ... ist international genormt. Es handelt sich bei den Werten immer um Verdoppelungen bzw. Halbierungen der Verschlusszeit.

Vordergrund

Der Vordergrund ist der vorderste, nicht weit von der Kamera entfernte Bereich eines Motivs.

Vorderlicht

Licht von vorne, also Licht in Aufnahmerichtung auf das Objekt fallend.

Weitwinkelobjektiv

Als Weitwinkelobjektive werden Objektive bezeichnet, die eine kürzere Brennweite als das Normalobjektiv (50 mm) haben. Charkteristisch für Weitwinkelobjektive ist ihr weiter Schärfentiefenbereich, auf Grund ihres Abbildungsmaßstabs. Daher sind bei extremen Weitwinkelobjektiven ab ca. 18 mm und kürzer, fast keine Scharfeinstellungen nötig. Die Erfordernis eines Autofokus tritt bei solchen Objektiven in den Hintergrund. Echte Weitwinkelobjektive haben einen Brennweitenbereich von 14 bis 28 mm. Optimal für den Einsatz in der Unterwasserfotografie sind die Brennweiten 14 bis 24 mm.

Zoomobjektiv

Zoomobjektive sind Objektive mit variablen - stufenlos verstellbaren - Brennweiten. Ihre Abbildungsleistungen können auf Grund der erforderlichen Kompromisse niemals die Abbildungsleistungen fester Brennweiten erreichen.

Zwischenringe

Zwischenringe, die zwischen Kameragehäuse und Objektiv gesetzt werden, haben die gleiche - jedoch nicht stufenlose Wirkung - wie Balgengeräte.

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