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Als ich 1993 Machchafushi im Süd – Ari – Atoll besuchte, lag die offizielle Eröffnung des Ressorts erst kurze Zeit zurück.
Die guten Bedingungen für Tauchgänge im Hausriff waren damals mitentscheidend für die Wahl dieses Eilands als Ausgangspunkt umfangreicher UW - Dreharbeiten. Jetzt, 10
Jahre später, wurde für mich wieder Machchafushi der Mittelpunkt umfassender redaktioneller Arbeiten. Mengen von Testequipment waren auf die Insel gebracht worden, ein Nitrox – Kurs sollte absolviert werden und ein aktueller Report über die Insel selbst stand zur Produktion an. Manches Mal kann das Eintreffen einer Redaktionsmannschaft bei den Basenleitern zu Schatten unter den Augen und früh ergrauten Haaren führen. Thomas Meyer von der Sub Aqua Basis hatte aber mit unserem Team keinen Stress und das lag sicher auch an der Qualität des Tauchcenters.
Die Lage der Insel, im Südosten des Atolls, etwas vom strömungsintensiven Außenrand zurückgezogen, ist günstig. Nur eine gute halbe Stunde dauert der
Transfer mit dem Wasserflugzeug von Hulule zu der von Machchafushi 10 Dhoniminuten entfernten „Flughafeninsel“ mit dem Ponton, an dem das Flugzeug und die
Zubringerdhonis anlegen. Hier verteilen sich die Passagiere auf drei Inseln, die diesen Spot zur Übernahme ihrer Gäste gemeinsam nutzen. Es ist schön sich die
letzten Meter der langen Reise fast archaisch auf sich wirken zu lassen, einschläfernd tuckert der Diesel des Dhonis und die Zeit scheint stehen zu bleiben. Die
geruhsame Annäherung an die grün leuchtende Insel nimmt die letzte Spur von Hektik aus den Adern und seitdem sicher ist, dass alle Kisten und Taschen mit uns gemeinsam
angekommen sind, gibt es auch keinen Grund für ziellose Dynamik. Die Beine ausstrecken können auf diesem kurzen Transfer ist für die meisten Reisenden jetzt der
wichtigste Moment, nachdem man über 9 Stunden im LTU - Airbus verstaut gewesen war. Nur wer das Glück hatte einen der raren Sitzplätze im Bereich der Notausgänge
ergattern zu können, für den begann der Urlaub bereits auf dem Flug in entspannter Atmosphäre (Man könnte bei LTU alternativ auch die Komfortklasse buchen, zum
doppelten Preis. Würde man jedoch beim Flugunternehmen auf diese Extraklasse verzichten und dafür die Sitzabstände allgemein etwas vergrößern, hätten alle was davon.)
Doch was ist das, mein Blick fällt auf einen der Maldiver an Bord. Die Armhaltung kenne ich doch. Nein! Nicht auch hier, im traditionellen Rückzugsgebiet
gestresster IT – Knechte, der dunkelhäutige Bootsmann presst ein Handy ans Ohr und unterhält sich wortreich mit dem Partner am anderen Ende der drahtlosen
Leitung. Ich beschließe nicht auf den Kommunikationszug aufzuspringen und das Mobiltelefon bleibt abgeschaltet. Anders aber im Team, da gibt es SMS –
Süchtige, die es selbst hier nicht lassen können, regelmäßig das Display nach eingegangenen Nachrichten abzuscannen. Doch fatal – Kurzmeldungen kann man
empfangen jedoch keine absetzen – Einbahnstraße! Aber es gibt, wie sich bald zeigt, auch ein Internet – Terminal, das gegen einen schmerzlichen Obolus
genutzt werden kann. Wem es da gelingt eMails abzusetzen bezahlt pro elektronischem Brieflein bald so viel, als hätte er einen Umschlag mit der blauen Mauritius
frankiert auf den Weg gebracht. Aber man muss ja nicht... und meine Ignoranz gegenüber den gebotenen Kommunikationsmöglichkeiten fällt mir keinesfalls schwer.
Veränderungen
Die Insel hat sich verändert seit meinem letzten Aufenthalt, aber nicht zum Nachteil. Deren grüne Silhouette verrät nichts über die
dahinter liegenden Beach – Bungalows, nähert man sich Machchafushi, so deuten nur die Wasserbungalows an, dass es sich um eine Hotelinsel handelt. Alles andere
ist gekonnt in die Natur eingebettet, täglich gepflegt von den im Ressort beschäftigten Mitarbeitern. Neu hinzu kamen die Garden – Bungalows, die ein paar
Schritte mehr zum traumhaften Sandstrand und weiter in die türkisfarbene Lagone abfordern. Und der Süßwasserpool, jetzt sogar mit Whirlpool, ist umgezogen. War er
noch vor 10 Jahren ein völlig ungenutztes Statussymbol nahe dem Hauptrestaurant, bietet er jetzt in Einheit mit der nagelneuen Beachbar einen beliebten Aprés –
Dive – Treffpunkt aber auch Spaß für die Kids. Nach Sonnenuntergang kann man im ansprechenden Ambiente der Beachbar auch ein Candlelight – Dinner oder
ein Strand - BBQ ordern, liebevoll betreut von den freundlichen und motivierten Mitarbeitern im Service. Und wenn ich schon vom Essen rede, dann darf nicht die
Qualität des Mittags- und Abendbuffets übersehen werden. Hier zaubert die Küche täglich neue Gaumenfreuden. Meist werden 5 verschiedene warme Gerichte angeboten, dazu
eine Fülle unterschiedlichster Beilagen und Salate, Obst und Süßspeisen - insgesamt eine gelungene Mischung aus italienischer und örtlicher Küche mit Fisch im
Mittelpunkt. Wer hier nicht zufriedengestellt wird, tut sich auch anderswo schwer. Neu ist auch die Outfit des Personals im Restaurantservice, die in orientalisch
anmutenden Gewändern die Gäste betreuen. Und neu ist die Präsenz von diskret auftretenden Security – Mitarbeitern in olivgrüner Uniform. Nicht dass eine
veränderte Sicherheitslage des nötig machen würde aber man beugt vor und tut alles um auf Machchafushi die Gäste rundum zufrieden zu stellen. Dazu gehört sogar ein
Arzt, der täglich in den Abendstunden konsultiert werden kann, aber auch wechselnde Unterhaltungsprogramme verkürzen die Nacht. Das Spektrum reicht hier vom
Krabbenrennen über rituelle Percussiondarbietungen bis zur Disconacht, für die eigenes ein Diskjockey aus Male mit Mischpult und CD – Sammlung eingeflogen wird.
Statt Tageszeitung kann man sich auf einem TV – Schirm informieren, der Tag und Nacht das Programm von CNN zeigt. Muss man selbst einmal mit der Außenwelt
Kontakt aufnehmen, so geht das am einfachsten mit dem Selbstwahltelefon im Bungalow, was deutlich preiswerter ist als die Nutzung des eigenen Handy. Mit
Blick auf den Tauchbetrieb ist auf jeden Fall auch der Einsatz eines Speed – Dhonis neu. Die Form des Bootes blieb die selbe, nur gibt es jetzt einen richtiges
Steuerhaus am Bug, gelungene Verbindung aus Tradition und Fortschritt.
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