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Mit den Abyss – Atemreglern hat sich Mares bereits einen legendären Ruf geschaffen. Selbst außerordentlich extreme Tauchgänge in Tiefen, die weit jenseits
dessen liegen, die Sporttaucher je aufsuchen und für Tech – Taucher Grenzen aufzeigen, haben sich die Abyss – Regler bewehrt. Ein neuer Look, neue
Werkstoffverbindungen und eine extrem kleine 1. Stufe kennzeichnen die getesteten Modelle Abyss 22 und Abyss 42.
Ein Abyss der ersten Generation begleitet
alle meine Tauchgänge in kalten Gewässern seit langem ohne Fehl und Tadel. Denke ich zurück, wie ich einem erfahrenen Tauchlehrer auf den Malediven in den 90er Jahren
meinen Abyss für die Sammlung persönlicher Eindrücke für ein paar Abstiege überließ, erntete ich eine kuriose Kritik: „Der bläst mich auf.“ Ausgestattet mit
beinharten Flossenbrettern am Fuß und einer Atemtechnik, die Arbeit abverlangte, war der Instructor von den physiologischen Highlights eines Abyss überfordert, denn er
saugte jahrelanger Gewohnheit folgend die Atemluft progressiv aus dem Regler. Klar, dass man dann dicke Backen bekommen muss.
Der Abyss setzte nicht nur durch
hohe Luftlieferleistung und im Wirkungsrad stabile Werte über alle Tauchtiefen unübersehbare Zeichen, bis heute kommt dieses Reglerkonzept ohne zusätzliche
Einstellschrauben mit Auswirkung auf das Einlassventil oder einer Venturieffekt – Abstimmung aus, weil die „Lufteinspritzung“ nicht mittig in das
Atemgehäuse der 2. Stufe erfolgt, sondern mittels des patentierten Bypasskanals aus der Achse nach oben versetzt. Die so geschaffenen Atemluft - Strömungsverhältnisse
vor dem Mundstück erübrigen jede persönlichen Abstimmungsmechanik und garantieren Atemkomfort, der den Bedingungen des Atemvorgangs über Wasser angelehnt ist. Ob
ab einem bestimmten Endverbraucherpreis die Kundenwunschliste tatsächlich eine aktive Atemkomfortkontrolle fordert, kann kaum beantwortet werden. Regler, die dieses
Feature aufweisen, kompensieren vordergründig eine zu feinfühlige Abstimmung der Druckverhältnisse an der Einatemmembran, um hier das sprudelnde Abblasen des Reglers
zu vermeiden, sobald die 2. Stufe ins Wasser getaucht wird. Mares hat den Abyss so abgestimmt, dass man ohne manuelle Predive – Dive – Umschaltung seinen
Tauchgang absolvieren kann.
Bewährtes zu verbessern, keine leichte Aufgabe für die Entwicklungsingenieure in Rapallo. Jedoch, neue Materialen räumen neue
Chancen ein, ein aktualisiertes Design ist nicht nur fürs Auge gemacht und das Ziel der Gewichtsreduzierung nun auch im Umfeld der 1. Stufe schuf genügend Anreize
tätig zu werden.
Die Warnung vor Risiken und Nebenwirkungen zuerst: Man läuft mit dem Abyss im Zusammenspiel mit der auffallend kleinen 1. Stufe MR 42T
Gefahr, in gewissen Kreisen nicht ernst genommen zu werden, dort, wo nur Masse zählt und nicht der Output jahrzehntelanger Erfahrung. Vielleicht schwer zu vermitteln,
aber auch diese leichtgewichtige Kombination aus 1. und 2. Stufe ist uneingeschränkt kaltwassertauglich.
Zweite Stufe Abyss
Der Schlüssel zum
Erfolg, gebündelt aus Atemkomfort und Vereisungsschutz ist das Bypassröhrchen (VAD-System*), das die Abyss – Technologie kennzeichnet. Diesen technischen
Kunstgriff hat sich Mares frühzeitig durch ein Patent gesichert, so dass er auch nur in Atemreglern dieses Unternehmens realisiert werden kann. Ein fest platziertes
Venturiplättchen, das in seiner waagrechten wie senkrechten Ausrichtung genau justiert ist, gibt dem natürlichen Atemkomfort seinen Feinschliff. Eine
großflächige Ausatemmembran unterstützt die in der Summe ausgezeichneten Werte der Atemarbeit, Abgeatmete Luft verteilen die beidseitigen Austrittöffnungen des
Blasenabweisers au0erhalb des Gesichtsfelds. Der Knickschutz an der Anschlussbasis des Mitteldruckschlauchs zur 2. Stufe wurde modifiziert, integrierte Öffnungen
lassen nun für einen noch weiter gesteigerten Vereisungsschutz an dieser Stelle das in Grenzbereichen höher temperierte Umgebungswasser schneller die
Expansionsabkühlung kompensieren. Knickschutz und Frontdeckel sind nunmehr aus bruchsicherem Kunststoff gefertigt. Häufig wenig Beachtung schenkt man dem
Layout der Front einer 2. Stufe. Jedoch ist die Frage, welches Design für den Atemkomfort generell und die Gestaltung von Tauchgängen in Strömung zudem besonders
geeignet ist, durchaus von elementarer Bedeutung. Auch hier setzte man bei Mares neu an, das patentierte „Mesh Grid“, unterstützt von Öffnungen an der Ober- und
Unterseite des Frontdeckels, verbessert die Einatemarbeit und unterbindet das Abblasen bei auftreffender Strömung. Und, um nun das Zusammenspiel aus 1. und 2. Stufe
sichtbar werden zu lassen, das patentierte DFC-System der 1. Stufe sorgt in jeder Tiefe für eine bedarfsgerechte Luftversorgung, wodurch eine (bei anderen Reglern
übliche) Injektorverstellung völlig überflüssig wird – auch in extremen Tiefen!
Erste Stufe MR 22T
Aus hochfestem Messingguss ist die 1. Stufe gefertigt, das Finish in ansprechend mattierter Optik.
Edelstahl und hochwertige Kunststoffe ergänzen das Outfit. Zwei Hochdruckabgänge und drei Mitteldruckanschlüsse sind vorbereitet. Die Position des generellen
Atemregleranschluss (2. Stufe) ist aufgrund der DFC – Technologie nicht variabel, ein entsprechender Gewindedurchschnitt verhindert sinnvoll Ummontagen.
Herzstück der neu gestalteten Stufe MR 22T ist das aus Ventil, das aus „Tri-Material“, was eine langlebige Funktion verspricht. Griffig und auch bei
Kaltwassereinsätzen positiv zu bewerten ist das Handrad am DIN –Ventil. Ein konischer Sinterfilter steigert gegenüber flachen Siebeinsätzen die Effizienz und
Betriebssicherheit.
Erste Stufe MR 42T
Alle konstruktiven Details der Stufe MR 22T sind hier realisiert, allerdings bei einem wesentlich
reduziertem Volumen. Statt 927 Gramm in der DIN – Version bringt die MR 22T Stufe nur noch 425 Gramm auf die Waage, also weniger als die Hälfte der „großen
Schwester“. Keine Abstriche gibt es beim Atemkomfort oder der Vereisungssicherheit, damit dürfte aktuell die MR 42T Stufe die kleinste, kaltwassertaugliche 1.
Stufe am Markt sein. Sogar um 0,02 % ist die Atemarbeit bei der MR 42T günstiger als bei der größeren Version. Sogar die Abstände der Niederdruckanschlüsse sind bei
der kleinen 1. Stufe größer, so dass auch Schläuche mit dicken Knickschutzhüllen nebeneinander problemlos platziert werden können.
Praxis
Bei
beiden 1. Stufen unterstützt das große Handrad an der DIN – Stufe den Anschluss am Flaschenventil wirksam. Der O-Ring sitzt in einer tief geschnittenen Nut und
zeigt keine Tendenzen eines Verlustrisikos, bei früheren 1. Stufen von Mares durchaus ein zu beachtendes Problem. Der Atemkomfort ist bei beiden Reglern
identisch, naturgetreu und nicht technisch bestimmt. Ein Abblasen der Regler bei Wasserkontakt wurde nicht festgestellt. Quer durch alle Tauchtiefen ist ein
identischer Atemkomfort feststellbar, individuelle Anpassungstechnik wird in keiner Tauchgangphase vermisst. Gegen Strömungen verhalten sich beide Reglerkombinationen
gelassen.
Fazit
Wer emotional auf eine größere 1. Stufe Wert legt, hat in der MR 22T im Zusammenspiel mit der 2. Stufe Abyss seinen
Wunschkandidaten gefunden. Und - Ausnahme von der Regel: Größe ist ein paar Euro günstiger. Möchte man aber, auch in Hinsicht auf die aktuelle Tauchsportgepäck
– Abzocke der Charter – Airlines reagieren und an Gewicht sparen ohne Qualitätseinbuße, der entscheidet sich für die Variante Abyss MR 42T, das kostet ein
paar Euro mehr, spart aber fast ein Pfund (495 Gramm) und das fällt auf Dauer richtig ins Gewicht.
* VAD - System
VAD - Vortex Assisted Design (Wirbelunterstützung)
Alle
2. Stufen der Mares Atemregler verfügen über das einzigartige, patentierte VAD-System, welches in jeder Tiefe die Atmung erleichtert. Die Funktionsweise ist sehr
einfach zu erklären: Die vom Schlauch kommende Luft strömt durch das Ventil der zweiten Stufe und wird durch das Bypassrohr direkt in das Mundstück weitergeleitet. Im
Bypassrohr wird der Luftstrom verwirbelt und es entsteht ein Unterdruckbereich (wie in einem Wirbelsturm). Dieser Unterdruck hilft, die Membran in der zweiten Stufe
während des Einatmens leichter anzuziehen, wodurch der Atemregler leichter anspricht. Atemregler mit VAD-System bieten mehr Leistung und ein sehr natürliches
Atemgefühl. Einer der wesentlichen Gründe für Eisbildung im Atemregler ist die Ausdehnung der Luft im Gehäuse der zweiten Stufe, durch die die Temperatur abrupt sinkt.
Mit dem VAD-System findet diese Ausdehnung im Bypassrohr und im Mundstück statt, so dass das Vereisungsrisiko sinkt.
* DFC -System
DFC minimiert den Mitteldruckabfall in der Einatemphase, wodurch die Leistung des Atemreglers verbessert und die Atemarbeit gesenkt wird. Integriert in die 1.
Stufe.
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