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In Rapallo kann man sich angesichts der Entwicklungsprobleme von Triebwerken für die Airbus - Militärversion sichtlich entspannt
zurücklehnen. Die Taucherantriebe aus dem Innovationszentrum nahe Genua haben schon lange den Weltmarkt erobert und scheinen mit jedem Modell die Spitze der
technologischen Möglichkeiten markiert zu haben. Doch auf den geernteten Lorbeeren auszuruhen, entspricht nicht der Haltung eines fortschrittlich orientierten
Entwicklungsteams, das aus seinem besten Stück noch mehr herauszuholen versucht. Die kritischen Techniktester von UnterWasserWelt zogen sich die Excel + an.
Die Zeiten der Quantensprünge in der Flossentechnologie sind vorbei. Jeder im Konzert hochwertiger Taucherantriebe mitspielende Anbieter hat seine Highend –
Lösung mit Patenten schützen lassen, so dass nur auf Basis bestehender Konzepte Verbesserungen möglich sind, ohne im Sog von Plagiatsklagen unter zu gehen.
Zweifelsfrei markiert die auf dem Grundmodell einer Plana Avanti Quattro basierende Flosse Excel + für Mares das messtechnisch effizienteste Modell. Je
ausgefeilter die Eigenschaften eines Antriebs sind, ausgehend von einem bereits hochwertigen Topseller, um so schwieriger wird in der subjektiven Empfindung die
Wahrnehmung von neuen positiven Merkmalen. So macht es uns die freundschaftlich gesonnene Excel + doch schwer, im realen Tauchbetrieb ihre Sonderstellung deutlich
wahr zu nehmen. Zweifelsfrei sitzt nach eigenem Eindruck am Fuß ein Flossenblatt, das im Spurtanspruch, bei der Lagekorrektur auf kleinstem Raum für Fotografen oder
Filmer oder im Frogkick für Tauchgänge in Höhlen oder sedimentreichem Gewässer gefühlte Hochleistung zeigt, das aber nur subjektiv. So muss man sich nun darauf
verlassen, was die unbestechlichen Messwerte der Flossen - Simulationsanlage in Rapallo, entwickelt zusammen mit der Sporthochschule Genua, aufzeigen. Und da ergaben
sich Spitzenwerte, die die Leistungen der Excel tatsächlich toppen.
Die Orientierung an Vorgaben der Natur ist ein wichtiger Grundbaustein für die Realisierung
effizienter Flossen. Den Fischen abgeschaut ist die Reaktion der Excel + auf den Druck, der vom Fuß als Vortriebssignal auf das umgebende dichte Medium Wasser weiter
gegeben wird. Dabei spielt eine große Rolle, wie das Wasser vom Flossenblatt wirksam abgeleitet wird. Dafür zeichnet die „Super Channel Thrust“ Technologie
verantwortlich, realisiert in den 4 (schwarzen) Kanälen, die im Zentrum eine deutlich schwingende Fläche bilden. Die hoch gezogenen Ränder des Flossenblatts
kanalisieren das Wasser weiterhin und nutzen so den produzierten Schub. Härterer Kunststoff und weichere Gummieinlagen nähern sich im mechanischen Verhalten den
Flossenstrukturen von Fischen. Das O.P.B. – System (Optimized Pivoting Blade-System), der Moment, in dem bei gesteigertem Vortriebsbedarf das Flossenblatt in
einem optimalen Wirkungsgrad abgebogen wird, lässt die Entwickler von Mares von intelligentem Verhalten sprechen. Dazu gehört natürlich die feine Abstimmung der
verschiedenen Kunststoffe und Gummimaterialen, aus denen die Excel + gefertigt wird. Die Details des aktuellen Finetunings sind schnell erklärt, die Sohle des
Fußeinschubs wurde verlängert und das Obermaterial aus einer flexibleren Gummimischung geformt. Hinsichtlich der Fersenbandschnallen gab es in der Vergangenheit auch
eine Überarbeitung, die in den Praxistest mit einfließt.
Praxis
In Rot steht das Testflossenpaar zur Verfügung, das über Wasser noch
Abweichungen zur Farbgestaltung des Trockentauchanzugs der Technikredakteurin aufweist, kaum abgetaucht aber eine Colorsymbiose eingeht, als wären Anzug und
Flossen aus einem Guss. Triumph der Farbverschiebung im nassen Element, aber auch ein Sieg der Farbmischung im Flossenmaterial, das auch in größeren Tiefen nicht an
Kraft verliert. Der „Kick“, den man beim Abfordern höherer Vortriebskraft als spürbare Antwort am Fuß erhält, demonstriert das O.P.B. System. Jetzt
erreicht man die Kommunikationsebene der Excel +, das Blatt am Fuß meldet „volle Kraft“. Mit Trockentauchanzug und umfangreichem weiteren Equipment erfolgt
der Ortswechsel im Bergsee mühelos. Das Fußteil ist bequem geformt. Fein manövrierbar aber auch antriebsstark, so zeigt die Excel + ihr Leistungsspektrum. Als
hochwertige Allroundflosse, wie es schon Technikredakteurin Ilka Weber nach dem ersten Eindruck im Videostatement formuliert, beweist sich der neueste Taucherantrieb
zweifelsfrei. Die Oberfläche der Fersenbänder ist innen mit kleinen Noppen versehen, so soll das Abrutschen des Bands während des Tauchgangs verhindert werden.
Insgesamt fühlt sich die Oberfläche das Kunststoff – Fersenband leicht „klebrig“ an, hier haben die Kunststofftechniker wohl auch daran gearbeitet, das
Abgleiten generell auszuschließen. Nach dem Tauchgang zählt das Ausziehen einer Flosse zu einem weiteren Qualitätsmerkmal. Bei der Excel + könnten die
Entwässerungsöffnungen im Fußteil deutlicher realisiert sein, dann wäre die Flosse schneller abzuziehen. Mit dicken Handschuhen verpackte Finger müssen am
Entriegelungsmechanismus der Fersenbandschnallen etwas fummeln, um sie zu öffnen, doch hier gab es deutliche Verbesserungen zu Vorgängermodellen. Die Gummiprofile
in Flossensohle geben Halt auf rutschigen Gestein.
Fazit
Man muss eigentlich nicht mehr viele Worte zu den Hochleistungsflossen von Mares
verlieren. Eines steht fest, die Excel + ist ein Allroundmodell, das alle Anforderungen erfüllen kann, stark im Anschub und fein beim Manövrieren vor dem Fotomotiv.
Und – effiziente Flossentechnologie spart Kraft und Luft und kommt ungeübten Tauchern, etwa bei Strömung, ein Stück entgegen.
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