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Dass gute Trockentauchanzüge teuer seien, wird allgemein behauptet. Fertigt ein renommierter Hersteller den Anzug auch noch aus
modernsten Materialen und spart nicht an wichtigen Details, möchte man erst gar nicht nach dem Preis fragen. Wer diesen Fehler beim MARES ISODRY PCN macht, verpasst
eine gute Chance zum bemerkenswert günstigen Preis von einen Hightech – Trocki geschützt auch in der kalten Jahreszeit oder allgemein im heimischen Süßwasser
abzutauchen. UnterWasserWelt hat den ISODRY PCN ausführlich getestet.
Wer kennt sie nicht die vielen Ausreden, die kursieren, um als Kaltwassertaucher zu
begründen, warum man keinen Trocki am Leib hat sondern halbtrocken oder gar nass dem zweifelhaften Vergnügen von Tauchgängen bei 15°C Wassertemperatur oder darunter
frönt. Teuer, unbequem, schwieriger zu tauchen und, und, und. Möchte man sich nicht mit einer Trilaminatpelle oder einer puristischen Haut nach Art der
Schlauchbootluftkammern in die Tiefe wagen sondern Neopren oder gar die modernste Machart von verdichtetem Neopren zum Einsatz bringen, sind die dafür zu bezahlenden
Preise im Durchschnitt bei gut 1200,- Euro plus kalkuliert. Da klingt es fast wie ein Paukenschlag wenn MARES bei seinem ISODRY PCN sogar unter 800,- Euro bleibt. Wo
ist dann der Haken an der Sache? Hat man an der Qualität gespart, die Ausstattung minimiert? Nun, wir haben uns lange Zeit gelassen und wurden auch nach einer Vielzahl
von Tauchgängen mit dem Testmodell nicht fündig und berichten deshalb von einem gelungen Produkt zum Hinschaupreis, das für Taucherinnen und Taucher entwickelt wurde.
Zunächst fällt auf, dass der ISODRY PCN, obwohl er vom Sport- bis Berufstaucher alle Interessengruppen im Visier hat, erfrischend modisch wirkt. Hauptsächlich
in schwarz gehalten sind seitlich blaue und weiße Akzente gesetzt worden. Da die Farbe Weiß nicht unbedingt resistent gegen sichtbare Verschmutzung ist, wurde beim
Hersteller recherchiert und dort versichert, dass die Oberfläche schmutzabweisend und eventuelle Ablagerungen zudem leicht zu entfernen seien. Das ließen wir uns
natürlich nicht nur erzählen und probierten es aus. Unsere Erkenntnis zeigt schließlich, dass bei normalem Gebrauch hier keine Probleme entstehen. Doch nicht die
Farbe ist bestimmend, das Material des Anzugs ist in erster Linie kaufentscheidend. Hier hat sich MARES für sehr weiches, verdichtetes Crash – Neopren, Stärke 5
mm, entschieden, dessen Oberfläche zudem von einer abriebfesten „Small Diamond“ Kaschierung geschützt wird. Die Stiefel aus 6 mm Neopren mit Gummibeschichtung
haben eine feste Laufsohle mit Profil, Knieschoner sichern zusätzlich diesen kritischen Bereich. Die Vorteile des von MARES verwendeten Crash – Neopren
sind vielfältig. Einerseits bietet das verdichtete Material eine bessere Isolierung und weniger Auftrieb als normales Neopren (weniger Blei erforderlich), andererseits
besticht es durch einen Tragekomfort, den sonst nur Trilaminatanzüge haben. Hals- und Armmanschetten sind aus Latex gefertigt, zwischen den Tauchgängen freut sich
dieses Material über ein wenig Pflege mit speziellem Puder. Wie bei Latex – Halsmanschetten üblich sind dort als optische Orientierung für die Längenanpassung
Ringe in das Latexmaterial eingearbeitet. Mit Hilfe dieser Ringe kann man selbst die konisch zulaufende Manschette mit der Schere sauber kürzen, das Vorgehen ist in
der Anleitung des Anzugs ausführlich beschrieben und gut nachvollziehbar. Das einstellbare Auslassventil ist am linken Oberarm eingearbeitet, auf der Brust,
natürlich auch beim Tragen eines Jackets gut erreichbar, sitzt das drehbare Einlassventil. Eingearbeitete Hosenträger steigern den Komfort, wenn der Anzug zwischen
den Tauchgängen mit abgestreiftem Oberteil getragen wird. Wer dies nicht benötigt und oder wen beim Anziehen das „Einfädeln“ zwischen den Trägern stört, kann
diese einfach entfernen, Kunststoffschnallen sind dafür vorgesehen. Der Tauchgang mit dem ISODRY PCN erfordert immer einen Begleiter – zumindest beim Finish,
denn der Trockenreißverschluss verläuft über den Rücken, von Schulter zu Schulter. So kann der Reißverschluss stets nur „mit Hilfe von außen“ bewegt werden.
Die Kopfhaube ist separat mit Glatthausabschluss am Gesicht. Eine Entlüftungsöffnung lässt eingefangene Luft entweichen. Angemerkt sei, dass MARES selbst einen
Unterzieher zu liefern in Planung hat, der bei niedrigeren Wassertemperaturen materialbedingt (komprimiertes Neopren!) unabdingbar ist. Dieser Unterzieher stand
uns noch nicht zur Verfügung.
Einsatz
Nachdem man die Halsmanschette auf seine speziellen Bedürfnisse „beschnitten“ hat, steht dem Einsatz
des ISODRY PCN nichts mehr im Wege. Das Anziehen erfolg rasch, die Hände gleiten mühelos durch die Armmanschetten und wer schon einmal den Geburtsakt erlebte durch
eine Neoprenhalsmanschette den Kopf schieben zu müssen, fragt sich jetzt „bin ich schon drin“. Für den Helfer ist das Verschließen des Anzugs auch kein Buch mit
sieben Sigeln. Jetzt spürt man bereits die Freiheiten, die der ISODRY PCN bietet, das Anlegen der weiteren Ausrüstung vermittelt das Gefühl eher in einem Halbtrockenen
mit 7 mm Materialstärke verpackt zu sein. Die Finger wärmen die Handschuhe des Anzugsystems MARES TWICE. Beim Tauchgang gewöhnt man sich schnell an die
Charakteristik des ISODRY PCN. Mit einem Unterzieher, der den Anzug vom Hautkontakt abkoppelt und zugleich Schweiß absorbiert, genießt man auch kalte Bergseen und
verlängert die Tauchzeiten unter unwirtlichen Bedingungen spürbar. Luftein- und Auslass reagieren prompt, das Auslassventil kann natürlich individuell eingestellt
werden. Bei der Kopfhaube wünschen wir uns eine Verlängerung des Halsansatz im Nacken, ähnlich zur Kopfhaube des TWICE.
Fazit
MARES
beeindruckt mit dem ISODRY PCN in zweierlei Weise: Fertigungsqualität und Preis sprechen für sich. Dass Hightech und Komfort nicht zur finanziellen Hürde werden müssen
wurde bewiesen, nun können „Allwettertaucher“ und Freunde der heimischen Tauchgewässer, die sich bis jetzt noch nicht für einen Trockentauchanzug entscheiden
konnten, noch mehr Spaß an kühlen Tauchgängen haben. Letztlich ist das auch ein deutliches Plus in Bezug auf die Tauchsicherheit. Wer unter Wasser nicht friert, der
fühlt sich wohl und ist weit entfernt vom Kaltwasserstress.
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