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Nummer 2747 halte ich ein wenig ehrfurchtsvoll in Händen, nachdem ich sie aus einer für Flossen doch edlen Verpackung befreit hatte.
Silber, schwarz und graublau, eine Farbgebung, die auch Staatskarossen gut stehen würde, verleihen dem Paar eine exklusive Ausstrahlung. Und damit aus dem Maybach der
Flossenherstellung kein Golf wird, gibt es davon weltweit nur 4000 Exemplare. UnterWasserWelt bekam als erste ein Pressemuster zum Test.
Aus der Quattro der ersten Stunde ist nach 10 Jahren praktischer Erfahrung eine Flosse weiterentwickelt worden, die sich bei flüchtiger
Betrachtung nur durch das elegante Farbdesign vom bekannten Klassiker unterscheidet. Doch das allein wäre nicht Grund genug der exklusiven Limited Edition das nötige
Ansehen zu verleihen. Also müssen die Qualitäten der Quattro Excel Metal tiefer sitzen. Liest man die technische Beschreibung dieser Nobelflosse, so erinnere ich mich
spontan an Schlagworte und Kürzel, wie sie die Marktstrategen der Automobilindustrie im Rennen um die Käufergunst nahezu täglich erfinden. Und da hätten wir auch schon
die Parallele, Automotore heißen längst nur noch Triebwerke, denn dahinter versteckt sich dynamische Höchstleistung und mit gleichem Recht kann ein Triebwerk für
Taucher mit Channel Trust Technik und patentiertem OPB System ausgerüstet sein. So spricht man auch von Schubkraft und nicht mehr lapidar von Fortbewegung unter Wasser.
Optik
Die Evolution der klassischen Quattro, die nach wie vor mit ausgezeichneten Eigenschaften jeden Tauchgang positiv beeinflusst, ist
bemerkenswert, denn es zeigt sich, dass der Grundgedanke, der technisch hinter diesem Flossentyp steht, ein rundum ausgereiftes Fundament hatte. Internationale Patente
schützen zudem in vielen Details die konstruktiven Grundlagen. Wie es so schön heißt, viele Wege führen nach Rom, und das Prinzip der Quattro darf man gerne als eine
der Hauptstrassen ansehen. Galt es etwas zu verbessern oder was galt es zu verbessern? Die Weiterentwicklung der besonderen Eigenschaften einer Spitzenflosse
basiert zum einen auf der Erfahrung von 10 Jahren praktischen Einsatzes bei unzähligen Tauchern rund um den Globus und der Kombination von Werkstoffen, die so noch
nicht in der Flossenherstellung zusammengebracht wurden. Was diese bemerkenswerten Fähigkeiten der Ingenieure und Chemiker von Mares bei der Verbindung starrer und
flexibler Kunststoffe betrifft, legten sie bereits mit der legendären PLANA – Flosse vor bald 30 Jahren einen Meilenstein. Stellt man die
klassische Quattro, wie sie mit leichten Adaptionen auch heute angeboten wird, neben die Quattro Excel Metal, so sind deren Maße völlig identisch, denn die dunkle
Farbgebung lässt die Limited Edition Flosse länger und schmaler wirken. Aber man erkennt nun die wichtigsten Änderungen, die sich in den flexiblen Kanälen zeigen. Bei
der Ur – Quattro sind die beiden mittleren Kanäle wesentlich schmäler und enden auf halber Länge des Blatts. Bei der Quattro Excel Metal haben die mittigen
Kanäle eine deutliche Vergrößerung in ihrer Breite und Länge erfahren. Die Channel Trust Technik verhindert, das verdrängtes Wasser seitlich vom Flossenblatt
wegströmt, was den Wirkungsgrad der Flosse, also ihren Vortrieb, mindern würde. Im Vergleich zu Flossen mit einem glatten Blatt ergibt sich bei gleichem Kraftaufwand
ein wesentlich stärkerer Schub. Mit den neu gestalteten Kanälen zeigt die Quattro Excel Metal demnach eine weiter optimierte Führung des verdrängten Wassers, was sich
bei Tauchgängen gegen Strömung aber auch bei normaler Fortbewegung kraft- und luftsparend auswirkt. Vergleicht man die klassische mit der limitierten Quattro in der
seitliche Linienführung, so erkennt man jetzt beim Übergang vom Fußteil zum ersten Drittel des Flossenblatts eine deutlich stärkere Seitenführung die zudem bis zur
Spitze des Blatts mit wesentlich kräftigeren Kautschukkanten stabilisiert ist. Auch hier wird wieder der seitlichen Verdrängung des Wasser weiter entgegengewirkt,
zudem erhält das Flossenblatt noch mehr Flexibilität durch die Gummikanten, was ein weites Ausschwingen des Blatts möglich macht. Mares nennt dieses patentierte
Feature O.P.B., zu Deutsch „Optimized Pivoting Blade“. Ach ja, auch die Hochleistungsflosse VOLO stand bei Betrachtung der Seitenlinie Pate, also bilden doch
zwei wichtige Produkte aus dem Hause Mares den Grundstock für die neue Quattro. Kommen wir nun zum Herzstück der Flosse, der mittig in transparentem Kunststoff
(Technopolymer) eingesetzten Stahlschicht. Diese Metalleinlage verleiht dem Flossenblatt eine stabile Biegsamkeit nach oben und nach unten mit entsprechender
Rückholkraft, wie sie von Kunststoffen oder Kunststoffverbindungen allein - auch in Hinsicht auf materialermüdungsfreien Einsatz über Jahre hinweg - nicht
realisierbar ist. Erst die Kombination aus Hightech – Kunststoffen und Metall erlaubt das Flossenblatt in allen Auf- und Abwärtsbewegungen so stark abzuwinkeln,
wie es für den optimalen und kraftsparendsten Vortrieb notwendig ist. Dass man beim Design der Fußteilunterseite ein rutschverminderndes Profil eingesetzt hat und
drei parallele Stege im Fußteil den Füßling in gerader Richtung stabilisieren und zugleich das Ausziehen erleichtern, könnte man fast übersehen, betrachtet man die
Details des neuen Mares Quattro Triebswerks. Die Schnallen des Fersenbands sind drehbar und beidseitig auch mit einem arretierbaren Mechanismus so weit zu öffnen,
dass das Band bequem vom Fuß gezogen werden kann. Und wer meint, dass die Fersenbänder einen Schwachpunkt enthielten, der irrt. Mares fertigt nach eine kurzzeitigen
Auslagerung der Fersenbandproduktion bereits seit 2004 dieses nahezu unverwüstliche Kautschukteil wieder in einem eigenen Herstellungsbetrieb.
Praxis
Das Anziehen der Flosse geht dank des Designs im Fußteil rasch, das Fersenband ist mit zwei Handgriffen auf die richtige Länge angezogen (nur beim ersten Einsatz
ist die Anpassung notwendig). Abgetaucht entsteht das subjektive Gefühl, dass sich die Quattro Excel Metal am Fuß noch etwas weicher anfühlt und der Kraftaufwand
beim Schwimmen in der Gegenstromanlage mit 15l Gerät und Fotoausrüstung auch geringer ausfällt als bei der „Klassik – Quattro“. Die Flosse führt den Fuß
gerade und das Manövrieren auf engstem Raum, was für Fotografen und Filmer ein weiterer Vorteil ist, gelingt ohne Anstrengung. Das Ablegen der Flosse geht rasch,
hat man den Verschlussmechanismus des Fersenbands erst einmal überwunden. Besonders Damen mit etwas längeren Fingernägeln könnten hier im Nachteil sein.
Fazit
Eigentlich schade, dass weltweit nur 4000 Taucherinnen und Taucher in den Genuss der Vorteile der
einzeln nummerierten Mares Quattro Excel Metal kommen können und schade, dass das Testflossenpaar schon wieder auf dem Weg zum nächsten Einsatzort ist, diesmal aber
ohne mich. Dieser Mares – Antrieb hätte auch Spaß gemacht ohne den Nimbus der Limited Edition, doch mit der exklusiven Note sind einfach alle Sinne
angesprochen.
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