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Gehen die Zeiten der hyperschweren und voluminösen UW - Kameragerätschaften zu Ende? Mitnichten, denn anspruchsvolle UW - Fotografen wollen auch in Zukunft mit professionellen
Geräten arbeiten. Aber diese UW - Fotografen sind in der Minderzahl. Die Masse der tauchenden Knipser hegt weder solche Ansprüche noch spürt sie den Drang nach komplizierten und
unüberschaubaren Digitalkameras. Herbert Frei war auf der Suche nach einem kleinen, leichten und dennoch ausbaubaren Amateurgerät und hat tatsächlich eines gefunden.
Die Minolta Digital - Kamerareihe mit dem Typus „Dimage X“ besteht aus den Modellen X, Xi, Xt und neuerdings Xg. Zu empfehlen ist immer noch die Xt, die
es noch in vielen Fotofachgeschäften neu und natürlich im Internet auch als Second - Hand-Ware einschließlich des UW - Gehäuses zu kaufen gibt. Der Griff zur neuen Xg (Minolta
liefert dazu ebenfalls ein UW - Gehäuse) kann, muss aber nicht notwendigerweise gemacht werden, weil sich das neue Modell nur in unwesentlichen Gimmicks von der Xt unterscheidet,
die man unter Wasser sowieso nicht benötigt. Auch die Pixelmenge von 3,2 Millionen ist unverändert geblieben. Primärer Kaufgrund einer Minolta Xt oder Xg ist ihr
Westentaschenformat. Mit diesem Fotogerät wird die Handgepäckkontrolle am Flughafen zur Juxveranstaltung. Was haben Sie denn da in Ihrer Hosentasche? Meine Unterwasserkamera!
Flacher und kompakter geht es kaum noch. Die kleinen Abmessungen resultieren in erster Linie auch davon, dass das Zoomobjektiv eine Periskopeinstellung besitzt— ähnlich wie
das Sichtrohr in einem U-Boot. Das heißt, dass das Objektiv nicht vorne aus der Kamera herausfährt, sondern innenliegend in die Höhe zoomt... egal, welche Brennweite man wählt.
Die Kamera bleibt deshalb immer flach und handlich. Trotz dieses optischen Tricks ist die Bildqualität hervorragend und für Amateurzwecke mehr als ausreichend. Und weil die Kamera
so flach ist wie ein Waschbrett, konnte auch das UW - Gehäuse im wahrsten Sinne des Wortes hauteng angepasst werden. Wer dieses Fotogerät einmal in der Hand hält, ist von der
kompakten Geometrie so fasziniert, dass die Entscheidung zum Kauf maßgeblich von den Abmessungen beeinflusst wird. Zur Dimage Xt bzw. Xg liefert Minolta ein kleines Handbuch
mit einer Kurzanleitung, die für das wesentliche Bedienen völlig ausreicht. Die übersichtliche Navigation durch den Menü - Dschungel führt einen schnell durch die Ebenen, auch
ohne Computerkenntnisse. Ohnehin kann die kleine Dimage mehr als man sich in den kühnsten Träumen vorstellt. Firmenseitig ist die Kamera auf Strandardwerte wie automatische
Empfindlichkeit, mittlere Auflösung, Standard - Qualität und automatischen Weißabgleich eingestellt. Damit garantiert man fotografisch wenig geschulten Menschen eine akzeptable
Bildqualität auch ohne belichtungstechnisches Hintergrundwissen. Sie können die firmenseitige Einstellung der Dimage Xt/Xg tatsächlich so lassen. Wir haben es ausprobiert. Die
Abbildungsleistung war mehr als akzeptabel. Sie sollten nur eines machen, nämlich die Auflösung auf den höchsten Pixelwert (2048 x 1536) stellen. Bei 3,1 Megapixel sollte man
nicht den Auflösungsstandard reduzieren. Die Bildqualität sollte auf „Fein“ stehen, aber auch „Standard“ wäre noch zu akzeptieren. Die automatische
Empfindlichkeitseinstellung, die sich je nach Umgebungslicht und Blitzmodus zwischen ISO 50/18° und ISO 160/23° einstellt, hat im Test keine negativen Ergebnisse gebracht. Wir
empfehlen deshalb die Empfindlichkeitsautomatik grundsätzlich für das vom Einstellungswahn befreite und gelöste Fotografieren. Wenn Sie sich der Automatik nicht anvertrauen
wollen, sollten Sie ISO 100/21° fest einstellen. Mit der Empfindlichkeitsautomatik sind aber Mischlichtaufnahmen (Eigenfarbe des Wasser wird sichtbar) problemloser zu
realisieren, weil sich die ISO-Zahl automatisch anpasst. Das Bildrauschen — eine Eigenheit von Digitalkameras bei hohen Empfindlichkeiten — hält sich für
Amateurverhältnisse in vertretbaren Grenzen, selbst bei ISO 200/24°. Bildrauschen äußert sich ähnlich wie die Körnung eines hochempfindlichen Filmes. Die Dimage Xt/Xg arbeitet
ausschließlich mit einer Programmautomatik. Das funktioniert in Verbindung mit der Mehrfeldmessung sehr gut. Auflösung und Bildqualität können Sie selbst bestimmen. Maximale
Pixelzahl und JPEG-Fein garantieren exzellente Bilder, die man dieser kleinen Knipskiste anfangs nicht zutrauen möchte. Wie alle Kamerafirmen liefert auch Konica-Minolta (die
beiden Firmen haben fusioniert) nur eine 16 MB - Karte im Grundpreis mit. Damit kann man bestenfalls einige Probeschüsse machen, dann ist der Speicher so voll wie ein
überschäumendes Bierglas. Um Ihnen zu vergegenwärtigen, wie viele Bilder man mit der maximalen Pixelzahl (2048 x 1536), mit welcher Speicherkarte und mit der Bildqualität
JPEG-Fein (1,6 MB) machen kann, haben wir nachstehend eine kleine Tabelle erstellt.
Speicherkarte 16 MB = 10 Bilder
Speicherkarte 32 MB = 20 Bilder Speicherkarte 64 MB = 40 Bilder
Speicherkarte 128 MB = 80 Bilder Speicherkarte 256 MB = 160 Bilder
Speicherkarte 512 MB = 320 Bilder Speicherkarte 1 GB = 625 Bilder
Wenn Sie sich mit der Standardeinstellung
zufrieden geben, erweitert sich die Bildanzahl um den Faktor 1,95. Auf einer 512 MB - Karte können Sie dann 624 Bilder speichern. Die höchste Qualität bekommen Sie mit der
TIFF-Datei. Diese benötigt aber pro Bild gewaltige 9,1 MB und das Speichern dauert länger als ein Krebs zur Flucht braucht. Selbst auf eine Gigabyte - Karte passen dann nur noch
knapp 109 Bilder. Auf eine 128 MB - Karte noch lächerliche 14 Bilder. Bei durchschnittlichen Print - Vergrößerungen und Betrachtungen der Bilder am PC, Mac oder Fernseher sind die
Qualitätsunterschiede nur marginal. TIFF ist ergo für Erinnerungsaufnahmen nicht erforderlich. In der Praxis haben Sie natürlich die Möglichkeit, die Qualität und
natürlich auch die Pixelzahl zu wechseln. Sinnvoll ist aber nur ein Wechsel der Qualität. Beispielsweise von JPEG-Fein auf JPEG-Standard oder von TIFF auf JPEG-Fein. Die noch zur
Verfügung stehende Bildanzahl wird Ihnen dann auf dem Monitor angezeigt. Auszurechnen braucht das niemand. Das Laden des Lithium - Ionen - Akkus ist eine simple Angelegenheit.
Einfach die Kamera in die mitgelieferte Dockingstation (Ladegerät) stecken — Kontakte befinden sich am Kameraboden. Nichts muss geöffnet oder angeschlossen werden. Wenn die
rote Diode an der Ladestation erlischt, ist der Akku voll. Vielleicht nicht ganz unwichtig: Lassen Sie die Kamera auf Auto - Reset (Kamera einschalten, Menü drücken und Custom
1 wählen) stehen. Das hat den Vorteil, dass Sie beliebig herumspielen und Veränderungen bis zur Bewusstlosigkeit eingeben können. Wenn die Kamera aus- und wieder eingeschaltet
wird, sind alle Kameradaten wieder so, wie sie firmenseitig eingegeben wurden. UW - Gehäuse
Für Kameras vom Stil der Dimage Xt/Xg sind UW - Gehäuse
immer transparent, bestehen grundsätzlich aus schlagfestem, drucksicherem und salzwasserresistentem Kunststoff. Und noch etwas haben alle diese UW - Gehäuse gemeinsam, die Zahl
der Durchführungen übersteigt üblicherweise das Zehnfingersystem. Elf Übertragungen sind es im Falle des UW - Gehäuses MC-DG 200. Kein Rekord, aber zumindest eine Zahl, die einen
auf dem Weg in eine virtuelle Geisterwelt begleitet. Die Dimage Xt/Xg beim Tauchen in diesem UW - Gehäuse mit Handschuhen im Süßwasser oder gar unter Eis in allen
Einzelheiten bedienen zu wollen, ähnelt dem Versuch, einen Pudding an die Wand nageln zu wollen. Fairerweise muss man sagen, dass es nicht an der Gehäusekonstruktion liegt,
sondern an den Liliputtabmessungen der Kamera. Mit dem Problem der sicheren, übersichtlichen und irrtumsfreien Tastenbedienung haben im Übrigen alle Besitzer von digitalen
Kompaktkameras zu tun, wenn diese in transparenten UW - Gehäusen mitgenommen werden. In tropischen Meeren, wo man aufgrund höherer Wassertemperaturen mit nackten Fingern arbeiten
kann, geht es weitaus besser. Trotzdem sollten Sie sich ausschließlich auf die relevanten Eingriffe wie EIN/AUS, Auslöser, Zoom, und Blitzmodus konzentrieren. Alles andere mag als
Bildkontrolle und Spielerei an Land einen nicht unerheblichen Unterhaltungswert bieten, für vernünftige UW - Aufnahmen ist das Meiste überflüssig. Dass man mit der Dimage auch
einen kleinen Videofilm von einigen Minuten je nach Größe der Speicherkarte aufnehmen kann, ist ein netter Gag. Die Kamera ist aber primär für das Fotografieren vorgesehen. Wenn
Sie ernsthaft videografieren wollen, sollten Sie sich einen Camcorder kaufen. Noch ein Wort zum Tauchen und Fotografieren in sehr kaltem Wasser: Die Dimage Xt/Xg verträgt es
auf Dauer nicht, wenn die Wassertemperatur unter 8° C liegt. Das macht sie etwa eine halbe Stunde mit, dann streikt sie und geht in einen „Ich will nicht mehr Modus“ über.
Das äußert sich so, dass die Kamera alle Funktionen einstellt; sie läßt sich dann nicht einmal mehr abschalten. Dann muss man warten, bis sie sich wieder erwärmt hat, meistens ist
dann aber auch der Lihium - Ionen - Akku leer. Deponieren Sie dann die Dimage Xt/Xg in der Ladestation. Nach etwa einer Viertelstunde auf den Einschaltknopf drücken und sie hat
sich wieder gefangen. Das UW - Gehäuse ist insgesamt sehr gut verarbeitet und mit Silikon O-Ringen an den Wellen abgedichtet. Hersteller ist übrigens nicht Konoca-Minolta,
sondern Sea & Sea. Auch das mitgelieferte Fett stammt vom japanischen UW - Zubehörhersteller. Der schwarze Haupt O-Ring ist die einzige Dichtung, die Sie pflegen können und
auch müssen. Nach jedem Öffnen sollten Sie den O-Ring entfernen, die Nut und den O-Ring reinigen, leicht einfetten und sorgfältig wieder einlegen. Kontrollieren Sie den O-Ring von
Zeit zu Zeit auf Haarrisse und Oberflächenbeschädigungen. Verwenden Sie kein anderes Fett, als das beigelegte. Unter www.uw-fotoservice.de bekommen Sie Ersatzfett. Achtung: Am
Glasfenster vor der Optik dürfen keine Fettflecken und Schmutzreste anhaften. Man kann das auf den Bildern sehen, aber Sie würden es unter Wasser beim Fotografieren eventuell
nicht bemerken.
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