|
„Ich fliege nach Inhambane – Mantas gucken. Hast du Lust mit zu kommen?“, fragte mich mein Freund Martin? Das ließ ich mir nicht zweimal sagen. Auch nicht als mir
gesagt wurde, dass wir durch eine Flugzeitenänderung der Mozambiquanischen Airline LAM, eine Nacht in Johannesburg in Kauf nehmen müssen.
Diese Übernachtung war ein
Glückslos. Kurz entschlossen wurde für uns eine Nacht in einem Safarizelt im Lionpark, 45 Autominuten vom Flughafen Johannesburg entfernt, gebucht. Dazu eine Safari durch die
Savanne mit Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen. Nun war ich also gespannt, was mich in diesen 10 Tagen alles erwarten würde.
Der Flug mit Iberia, via Madrid nach
Johannesburg war ein angenehmer Nachtflug. Durch die geringe Zeitverschiebung von 2 Stunden hatten wir keinen Jetlag und wir kamen gut ausgeruht und voller Tatendrang in Südafrika
an. Der Transfer und das Einchecken im Park funktionierte problemlos und schnell. Eine Stunde später saßen wir bereits mit Teleobjektiv und Videokamera „bewaffnet“ auf
dem Safari - Truck. In der Savanne trafen wir hautnah auf Zebras, Antilopen, Springböcke und viele andere Steppentiere. Die Auslöser klickten unaufhörlich, denn das Licht der
Nachmittagsstunden war natürlich ideal für schöne stimmungsvolle Bilder und Videoclips. Im weiträumig abgetrennten „Wildkatzenareal“ hatte wir die Löwen hautnah an
unserem Fahrzeug. Auch mit dem Hintergedanken das dies ja „nur“ ein Park ist, kamen wir voll auf unsere Kosten.
Gleich am nächsten Morgen steht die Weiterreise nach
Mocambique auf unserem Programm. Nach 1 ½ Flugstunden landeten wir auf dem kleinen Flughafen Inhmabane. Beim Anstehen nach einem Visastempel wurde uns sofort klar: Hier
gehen die Uhren wesentlich langsamer als in good old Germany. Bettina und Russel von den Barra Reef Divers ließen es sich nicht nehmen, uns persönlich abzuholen - Willkommen im
Paradies. Mit ihrem Toyota 4 x 4 bogen wir nach kurzer Zeit von der befestigten Straße ab. Was dann kam war eine Sandpiste, gesäumt von Palmehainen, Dörfern der
Einheimischen und ab und zu ein kleiner Store. Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen hatten, gab uns Bettina zuerst einen Einblick in die Örtlichkeiten, damit wir uns
zurecht finden konnten. Unser erster Eindruck war überwältigend: ein strahlend blaues Meer, ein unendlich langer, von Palmen gesäumter Sandstrand und schön in den Dünen
gelegene kleine Resorts. Keine Strandliegen, keine Discos, keine Souvenirshops. Einfach nur Natur pur. Dazu einmalige Sonnenuntergänge, nicht nur für Romantiker geeignet.
Natürlich war unser nächster Weg zur Tauchbasis. Schließlich wollten wir möglichst rasch ins Wasser kommen. Die Tauchbasis der Barra Reef Divers liegt direkt am Strand. Die
Entfernung zu den Resorts beträgt zwischen 100 und 250 Metern. Drei schwere Speedboote mit bis zu 2 x 90 PS mit hervorragenden Skippern und Guides stehen für
die Gäste bereit.
Die Begrüßung durch die Crew war, typisch südafrikanisch, herzlich und locker, so als ob wir alte Bekannte wären. Ein Rundgang, ein kurzes Briefing
und schon ging es los. Gemeinsam schoben wir das riesige Speedboot ins Wasser. Die Tauchausrüstungen waren bereits festgezurrt. Auf Kommando sprangen wir ins Boot, nahmen unsere
Plätze ein und steckten unsere Füße in die Fußschlaufen. Dann gab der Skipper die 2 x 90 PS frei.
Nach 15 Minuten erreichten wir den ersten Divespot. Warum der Tauchplatz
Manta Point heißt, konnten wir schon einige Minuten später erkennen. Kaum am Grund angekommen sahen wir dem ersten, kurze Zeit später waren drei Mantas zu sehen, die uns nahezu
den gesamten Tauchgang umkreisten. Die Sicht war mit etwa 15 Metern nicht besonders gut, die Videoclips die Martin drehte, waren trotzdem eindrucksvoll und von bester
Qualität. Die Zeit bis zum Auftauchen verging wie im Flug. An Bord eröffnete uns Russel, dass wir auf dem Rückweg nach Walhaien Ausschau halten werden. Kaum zu glauben, aber
wir hatte sofort Glück. Auf dem Heimweg konnte unser Skipper Fernando einen Walhai sichten. Nun kam Hektik auf. Jeder wollte natürlich zuerst im Wasser sein, aber das war gar
nicht nötig. Über eine Stunde sind wir mit dem Walhai geschnorchelt und so kam jeder auf seine Kosten. Waren wir zu Beginn noch der Meinung dass wir viel Glück mit den
Großfischen hatten, belehrten uns die weiteren Tauchgänge eines Besseren. Wir hatten bei jedem Tauchgang Mantas und bei weiteren Oceansafaris waren bis zu drei Walhaie zu
beobachten. Ein wirklich einmaliges Erlebnis. Bleibt noch anzumerken, dass vom Juni bis Oktober auch noch Wale zu sehen sind. Für uns ist das ein Grund auf jeden Fall wieder zu
den Barra Reef Divers zu reisen. Auch für nicht tauchende Begleitung ist einiges geboten: Beach oder Sunsetsafaris, Mangrovenwanderungen mit einem fachkundigen Guide,
Halbtagestouren nach Inhambane oder Tofo, Reiten und Segeln.
Fazit
Touristisch steckt dieses Reiseziel mit seiner Infrastruktur natürlich noch in den
Kinderschuhen. Die Resorts und Tauchbasen sind weitgehendst auf den südafrikanischen Markt abgestimmt. Das heißt, die meisten Resorts verfügen über 2 bis 8 Bettbungalows mit
Duschen/WC, Küchen und Aufenthaltsräumen. In unmittelbarer Nähe befinden sich Restaurants, in denen man preisgünstig und gut essen kann. Allerdings unternehmen die
Verantwortlichen große Anstrengungen um auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen und ihre Angebote auf deren Bedürfnisse abzustimmen. Wer einen erlebnisreichen relaxten Urlaub mit
Großfischen erleben möchte ist hier absolut richtig.
|