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Anfang der 90er Jahre kam eine revolutionäre Entwicklung in den Tauchsporthandel – der erste Tauchcomputer mit drahtloser
Übertragung der Flaschendruckdaten auf den Computer am Arm. Ein Schlauch weniger, modernste Technik und natürlich der neidische Blick der „Finimetertaucher“
waren es für manche wert tief in die Tasche zu greifen um die Ausrüstung auf den modernsten Stand zu bringen. Wegen des hohen Preises und der Eigenheiten der
drahtlosen Datenübermittlung setzten sich diese Modelle nicht in breiter Front durch und blieben eher Prestigemodelle. UnterWasserWelt tauchte mit dem Oceanic VT
pro ab, verlor dabei aber das luftintegrierte Modell Oceanic Pro Plus 2 nicht aus den Augen.
Eigentlich hätte unser Team die meisten Seiten der wieder
in sehr kleinen Lettern gedruckten Anleitung des Oceanic – Tauchcomputer – Flaggschiffs VT pro ignorieren können, ist dieser Computer im Grunde
identisch mit dem im April 2003 getesteten Pro Plus 2 vom
selben Hersteller, nur mit drahtloser Druckdatenübermittlung und nicht mittels Finimeterschlauch an der ersten Stufe befestigt. Gleich vorweg, wer sich den Luxus
leisten möchte, der muss im Vergleich zum Pro Plus 2 gut 200 Euro mehr ausgeben und hat dafür einen Schlauch weniger an der Ausrüstung und einen Armcomputer,
dessen Platzbedarf etwas geringer ausfällt und etwa beim Apnoetauchen auch als reiner digitaler Tiefenmesser eingesetzt werden kann. Doch
prüfe, wer sich ewig bindet, diese Weisheit ist auch auf den VT pro anzuwenden, denn die Größe des Senders setzt auch einen Mindestabstand bei den Anschlüssen an
der ersten Stufe voraus. Liegen hier die Abgänge sehr nah beieinander, im Grund das Ziel vieler Hersteller auf dem Weg der konsequenten Volumens- und
Gewichtsreduzierung bei Atemreglern, kann der Sender mit den angeschlossenen Mitteldrückschläuchen in räumlichen Konflikt geraten. Ist das bei der einen oder
anderen ersten Stufe der Fall, muss man sich mit einer im Tec – Bereich angebotenen Hochruckschlauch – Verlängerung, da genügen schon 10 Zentimeter,
behelfen. Wer das nicht möchte, der muss beim Händler ausprobieren, ob der Sender ohne Probleme angeschlossen werden kann. Auf jeden Fall ist er zu allen Oceanic
– Reglern kompatibel.
Im Grunde sollten heute luftintegrierte Tauchgangrechner den normalen Standard markieren und die altväterliche Kontrolle des
Atemgasvorrat über ein Finimeter, dessen Anzeigetoleranz ungestraft bis 10% ausmachen darf, der Vergangenheit angehören. Nicht nur, dass die Anzeige des
Luftvorrats wesentlich genauer ist, auch die Einbeziehung dieser Daten in das Tauchgangprofil bringt ein hohes Maß zusätzlicher Sicherheit mit sich. Das ist ein
Vorteil, den nicht nur die Urlaubstaucher zu schätzen wissen, auch Sportler, die sich anspruchsvollen Tauchgangprofilen widmen oder Fotografen, die von einem Motiv
fasziniert dazu neigen alles um sich herum zu vergessen, kommen in den Genuss einer spürbar verbesserter Datenausgabe, die zu jedem Zeitpunkt den Status des
Tauchgangs klar darstellt.
Wir kommen nicht darum herum den luftintegrierten Pro Plus 2, der als Konsolenrechner angeboten wird mit dem VT pro zu
vergleichen. Taucht man trocken, ist die Konsole immer vorteilhafter, halbtrocken oder nass ist das Armmodell VT pro etwas komfortabler. Beim Konsolenrechner kann
nur eine Batterie in die Knie gehen, beim VT pro sind zwei Zellen im Auge zu behalten und entsprechender Ersatz zu bevorraten. Leider benötigen beide Rechner
Batteriegrößen, die nicht gerade im Supermarkt oder kleinen Inselshop zum normalen Sortiment gehören, ein Fakt, über den man bei Oceanic doch einmal nachdenken
sollte. Die Ablesbarkeit der Daten ist beim größeren Display des Pro Plus 2 besser, die Anzeigen sind deutlicher und kräftiger. Beim VT pro muss man einen
bestimmten Blickwinkel zum Display einhalten, um so den größtmöglichen Kontrast der Anzeige zu nutzen, wobei die Darstellungsqualität der Symbole und Zahlen im
Vergleich zum Pro Plus 2 nicht dessen beispielhaften Werte erreicht.
Wie immer gute Noten bekommt das patentierte System aus farbigen Displaybereichen und
der Zuordnung grafischer Symbole aus aktuellen Rechenvorgängen. Für die Stickstoff- und Sauerstoffsättigung, Aufstiegsgeschwindigkeit und Restluftzeit sind jeweils
grüne, gelbe und rote Segmente am Displayrand zugeordnet, die auf einen Blick den Status im Tauchgangverlauf erkennen lassen. Bei den Berechnungen werden 12 Gewebe
nach einem modifizierten Haldane – Algorhythmus berücksichtigt.
Praxis
Das Anbringen des Senders ist nicht aufwändiger als ein
klassisches Finimeter zu montieren. Sollte der Sender noch nicht mit dem Empfänger synchronisiert worden sein (generell erster Einsatz), so ist dies problemlos mit
Unterstützung der genauen Betriebsanleitung zu bewerkstelligen. Am besten trägt man den Computer an dem Arm, der dem Sender an der ersten Stufe näher ist (Sender
nach links gerichtet, Computer am linken Arm). So wird die beste Signalstrecke sichergestellt. Aber, je nach Armhaltung oder einem Hindernis zwischen Sender und
Empfänger kann die Funkverbindung kurzzeitig abbrechen, wie wir auch feststellten. Weiterhin weist der Hersteller darauf hin, dass auf kurze Distanz
vorbeigleitende Scooter oder im Einsatz befindliche UW – Blitzgeräte die Datenübermittlung auch beeinflussen können. Es werden dabei aber als Resultat keine
falschen Daten angezeigt, kurzfristig kann die Anzeige des Flaschendrucks aussetzen. Die während eines Tauchgangs abrufbaren Daten sind auf drei Anzeigenebenen
verteilt, wobei die erste Ebene natürlich die wichtigsten Informationen bietet, die darunter liegenden interessante zusätzliche Daten anbieten – von der
Wassertemperatur bis zur größten erreichten Tiefe. Alle denkbaren können Alarme gesetzt werden, die optisch wie akustisch wirksam sind. Doch sollte man nicht
alle Möglichkeiten hier ausschöpfen, sonst wird ein Tauchgang von viel zu vielen Alarmmeldungen begleitet, was alsbald dazu verleitet wirklich wichtige Meldungen
zu ignorieren. Wer den VT pro für Nitroxtauchgänge einsetzt, der muss beachten, dass nach Abschaltung des Computers die Nitroxparameter immer wieder neu
eingegeben werden müssen. Dem einen erscheit es vielleicht als lästig, der andere schätzt, dass man sich so immer wieder bewusst mit den Eckdaten eines
Nitroxtauchgangs auseinandersetzen muss Die Aktivierung des Computers geschieht manuell wie auch durch Wasserkontakt, die Anpassung auf Bergseehöhen
erfolgt nach manueller Aktivierung automatisch ab 620 Meter über Meereshöhe. Die Hintergrundbeleuchtung des Display erleichtert das Ablesen der Daten in der
Dämmerung und immer dann, wenn eine UW – Leuchte nicht zum Einsatz kommen soll. Die Länge das optisch schön gestalteten Armbands ist für die Verwendung an
Trockentauchanzügen ausreichend. Das Layout der numerischen Anzeigen ist für Tauchpartner, die den VT pro noch nicht ausführlich verinnerlicht haben, zumindest
auf den zweiten Blick so weit zu erfassen, dass die relevanten Tauchgangdaten verstanden werden. Vom Anwender kann der Batteriewechsel selbst durchgeführt
werden, dafür ist auch ein kleines Werkzeug mitgeliefert, das den Batteriefachdeckel am Computer zu öffnen hilft. Ersatzbatterien sollten immer vorbereitet sein,
besonders bei Tauchgängen im Urlaub. Bleibt nur noch zu erwähnen, dass natürlich die im Logbuch abgelegten Tauchgangdaten mittels Interface (Zubehör) auf einen
PC übertragen werden können.
Fazit
Es kann, muss aber nicht immer Kaviar sein. Der VT pro ist zweifelsohne eines von den modernsten
Ausrüstungsteilen, das einem Leckerbissen im Equipment darstellt. Nicht universell verwendbar, abhängig von der Größen der ersten Stufe, in der Anzeigedeutlichkeit
nicht so souverän wie der größere Bruder Pro Plus 2 macht er Spaß, weil man einen Schlauch weniger am Equipment hat und den Computer auch beim Schnorcheln und
Apnoetauchen einsetzen kann.
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