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UW-Gehäuse PT-023
Traditionell besteht das UW-Gehäuse für die C-8080 aus transparentem Polycarbonat. Die Kamera selbst ist
schon kein Schmalhans, aber das PT-023 setzt noch einen drauf. Klein ist etwas anderes. Die geometrischen Abmessungen könnten mehr oder weniger auch für ein
Digi-SLR-Gehäuse konzipiert sein. Insbesondere, wenn der Weitwinkelport montiert ist. Größe hat aber, wenn man vom Transportvolumen mal absieht, aber auch unschätzbare
Vorteile. Die Gerätschaft kann verwackelungssicherer mit spürbar längeren Verschlusszeiten ausgelöst werden, als das beispielsweise mit einer der populären
Westentaschen - Digicams möglich ist. Außerdem, und das ist mehr als positiv zu bewerten, liegen die meisten der Bedienknöpfe nicht so klaustrophobisch eng
beieinander, als das üblicherweise bei den handlicheren UW-Gehäusen der Fall ist. Man kann deshalb auch mal mit dicken Handschuhen agieren, ohne versehentlich gleich
zwei oder drei der Drucktasten auf einmal zu drücken. Weil die C-8080 mit nur geringem Abstand an der Profitischkante ansteht, hat sich der Gehäusekonstrukteur
mächtig ins Zeug gelegt und 22 Bedienelemente nach außen verlegt. Darunter auch so eminent wichtige Funktionen wie den Selbstauslöser oder den Umschalter für die
unterschiedlichen Speicherkartenformate. Auch die Belichtungsmessmethode wird vermutlich kaum jemand ändern. Das PT-023 ist deshalb so löchrig wie ein Schweizer Käse
nur viel wasserfester. Man wird mit solchen Auswüchsen wohl auch in Zukunft an diesen Gehäusen leben müssen. Schlimm ist es nicht, aber man verliert nach längerer
Abstinenz etwas die Übersicht, wenn man eine wichtige Funktion sucht, die aber in einem Wald von Druckknöpfen verborgen ist. Zum Glück ist das PT-023 transparent.
Deshalb kann man die wichtigsten Primärfunktionen durch trickreiches Hineinschauen herausfiltern. Die Präzision, mit der die Übertragungen belegt sind, ist
schlichtweg verblüffend und faszinierend. Die C-8080 wird mittels Stativschraube auf einen kleinen Schlitten montiert. Diesen schiebt man mit seinen
untenliegenden Nasen in zwei Führungsnuten. Bis zum Anschlag eindrücken — fertig. Garantiert greift jedes Rad und jeder Knopf findet seine Taste. Hierin sind die
industriellen UW-Gehäuse jedem anderen Schutzhüllentyp überlegen. Verschlossen wird das C-8080 mit zwei kleinen Spannverschlüssen, die beim Aufmachen jeden zu lang
gewachsenen Fingernagel gnadenlos abstrafen. Dafür ist versehentliches Öffnen wohl gänzlich ausgeschlossen - nicht aber leichtsinniges Absaufen. Und das trotz zweier
Silicon-O-Ringe, die axial auf Druck dichten. Das Schließen des Rückdeckels sollte langsam und nicht mit Schwung geschehen, weil es Fälle gab, wo sich die
Rückdeckeldichtung verkantet hat. Dann wird es übel, wenn einem das nicht auffällt. Kontrollieren Sie immer den Sitz der beiden Haupt-O-Ringe. Der äußere sollte bei
jedem Kartenwechsel bzw. jeder Akku-Entnahme gesäubert und leicht eingefettet werden. Der Dünnere von beiden ist etwas schwierig zu entnehmen, weil er tief in einer
Nut sitzt. Wenn man ihn pro Woche einmal wechselt, säubert und fettet, reicht das völlig aus. Normalerweise wird er nicht nass, sondern dient als Barriere, falls der
äußere O-Ring durch einen Defekt oder Schmutzpartikel undicht werden sollte.
Das Portsystem
Olympus hat eine eigene Philosophie, was die
Wechselports bei digitalen Kompaktkameras anbelangt. Stein des Anstoßes sind immer wieder die Kunstoffzapfen, an denen die Ports mit Drehclipsen befestigt werden. Dass
sie irgendwann abbrechen, ist weniger eine Sache des eigenen Unvermögens und zweier linker Hände, als vielmehr eine temporäre Angelegenheit. Es genügt schon, das
PT-023 etwas leichtsinnig im Kofferraum über einige Schlaglöcher zu transportieren, und schon hat man ein defektes UW-Gehäuse, weil die Kunstoffzapfen abgebrochen
sind. Wie viele Olympusgehäuse auf diese Art und Weise ihren Geist und die Kamera verloren haben, weiß nur Michael Finger alias www.mike-dive.de. Er lebt vom Umbau und
der Reparatur defekter Olympusgehäuse aus aller Welt, in dem er die Kunstoffzapfen durch Stahlstifte ersetzt. Wir haben diesen Umbau an unserem Testgehäuse praktiziert
und beste Erfahrungen damit gemacht. Man wechselt den Port zumindest mit ruhigerem Gewissen und auch mit einer gelassenen Sicherheit. Beim Weitwinkelport für das
C-8080 Gehäuse ging Michael Finger aber andere Wege, weil hier das Portmaterial für den Austausch von Stahlstiften zu knapp war. Mit zwei Klammerelementen und
Flügelmuttern hat er das Frontglas sicher befestigt. Besser und sicherer als mit den Original-Drehclipsen von Olympus. Diese Umbauten sollten Sie sich im eigenen
Interesse machen lassen. — egal mit welchem Olympus-Gehäuse Sie fotografieren. Man fotografiert wesentlich gelöster und ruhiger, weil die neuralgischen
Gehäuseschwachstellen beseitigt sind. Die Montage des Weitwinkelkonverters WCON-08D ist etwas umständlich. Man löst den Ring mit den Objektivdaten am Zoom und dreht
in dieses Gewinde den Adapter CLA-8, an den man wiederum den Weitwinkelkonverter montiert. Nachteil dieser Konzeption: Man muss, wenn man die Speicherkarte wechseln
oder den Akku laden muss, die ganze Mimik zerlegen. Weiteres Manko: Der Weitwinkelkonverter besitzt hervorragende Abbildungseigenschaften und einen passablen
Bildwinkel, den man aber unter Wasser nicht voll auskosten kann, weil der Weitwinkelport mit einem Planglas bestückt ist. Wo bleibt hier die Logik? Eigentlich müsste
man bei Olympus gelernt haben, dass Objektive mit Bildwinkeln von 84° und mehr hinter ein Domeglas gehören. Diese Erkenntnis ist nicht neu, sie stammt aus den 60er
Jahren und könnte mittlerweile auch in Japan angekommen sein. Nichtsdestotrotz kann man mit dem Weitwinkelkonverter unter Beibehaltung einiger Eckenunschärfen und
eines nicht üppigen Bildwinkels natürlich durch Planglas fotografieren. Die Diskrepanzen in den Ecken kann man zwar am PC wegschneiden, verliert dann aber auch
Bildwinkelanteile. Passende Domports von Athena, Reynox oder INON für den Olympus - Weitwinkelkonverter liefert im übrigen auch www.mike.dive.de — der diese mit
selbstgefertigten Neoprenhauben ausstattet, denn der Portglasschutz von Olympus, ein einfacher Kunststoffdeckel, fällt schon ab, wenn man ihn schräg anschaut.
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