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Wer will, dass die Besitzer digitaler Kompaktkameras in das Segment der Spiegelreflex - Fotografen aufsteigen, muss ein attraktives Angebot machen. Ein solches ist die E-330,
denn zusätzlich zum optischen Sucherbild verfügt die Kamera über einen Live-Bild-Monitor, mit dem Digitalfotografen ebenfalls das Motiv anpeilen können. Herbert Frei hat
ausprobiert, ob man sich mit dieser Konzeption auch unter Wasser anfreunden kann.
Seit März 2006 ist die E-330 im Handel. Mit großem Tamtam und vielen
Vorschußlorbeeren wurde sie inthronisiert. Diverse UW-Gehäusehersteller bieten dafür eine Schutzhülle an, darunter auch Olympus mit einem transparenten Polykarbonatgehäuse sowie
UK-Germany bzw. Aquamir mit einem aus Metall. Kann ein solches Kamerakonzept mit zwei Sucheroptionen aufgehen, die an und für sich wenig gemeinsam haben? Die eigentliche
Sensation war bei Erscheinen der E-330, dass es die erste SLR mit dieser Ausstattung war. Profis, das ist gewiss, lassen sich von solchen Gimmicks nicht beeindrucken, wohl aber
Fotografen, die bisher mit einer digitalen Kompaktkamera gearbeitet haben und nun die Chance erkennen, in gewohnter Weise die Motive über den Monitor einer D-SLR anvisieren zu
können. Mit allen Vorteilen dieses Systems wie Wechselobjektiven, schnellen Bildfolgen, RAW-Dateien , Systemblitztechnik und Rauscharmut.
Die E-330
2006 kürte die E-330 zur Kamera des Jahres. Wie das Vorgängermodell E-300 verfügt auch die E-330 über einen Porrosucher mit seitlich klappbarem Spiegel, der die Kamera
kompakter macht als vergleichbare Modelle anderer Anbieter. Und genau diese Sucherkonstruktion machte es möglich, das Sucherbild mittels eines zweiten Bildsensors auf den hinteren
Monitor umzulenken. Dieser zweite Sensor ist nach Olympus - Darstellung ein MOS (Metal-Oxide-Semiconductor) Chip mit verbesserter Artefaktenbildung und geringerem Stromverbrauch.
Mit 7,5 Megapixel besitzt er noch ausreichend Pixel für hohe Auflösungen. Qualitativ steht er weit oben, weil durch die Reduzierung der Datenkanäle die Pixel größer und
lichtempfindlicher gehalten werden konnten, weshalb ISO 400° auch im Nahbereich ohne sichtbaren Abfall der Bildstruktur eingesetzt werden kann. Showmaster ist aber das Live -
Bild auf dem klappbaren und erfreulich großen Monitor, dessen Diagonale nun 2,5 Zoll misst. Wer will, kann beide Bilddarstellungen gleichzeitig aktivieren. Für Aufsteiger aus dem
Digi – Kompakt - Millieu dürfte der Live - Monitor der primäre Kaufgrund sein. Wie gewohnt können die User ihre Motive mit vorgehaltener Kamera anpeilen. Auch in dunkler
Umgebung, bis heute noch ein großes Problem vieler Kameramonitore, ist die Bildbetrachtung mittels „Live – View – Boost - Modus“ möglich. Das Sucherbild grieselt
dann zwar, aber man kann wie mit einem Infrarotgerät in der Dämmerung sehen. Allerdings entspricht das Vorschaubild nicht 100% -tig der späteren Aufnahme, ebenso ist eine
Betrachtung des Histogramms nicht möglich…braucht aber auch nicht jeder. Insbesondere nicht unter Wasser. Im Prinzip ähnelt die E-330 der Vorgängerin E-300 in vielen
Dingen. Der Autofokus mit den drei dicht beieinander stehenden Messfeldern ist ausreichend schnell und standfest. Die Auslöseverzögerung könnte etwas schneller sein. Das mittlere
Messfeld ist als Kreuzsensor ausgelegt. Schalten Sie die beiden äußeren AF-Sensoren am Besten ab, dann verkürzen sich die Rechenvorgänge und die Scharfeinstellung wird präziser
und schneller abgewickelt. Mit der E-330 können alle bisher von Olympus gefertigten Four-Thirds-Objektive verwendet werden. Darunter auch Pretiosen wie das 8 mm Full - Frame -
Fisheye, das 50 mm Makro oder das 7-14 mm Zoom. Für Normalos mit Durchschnittseinkommen bietet sich das Set-Objektiv 14-45 mm an, mit dem man auch durch Planglas fotografieren
kann. Ausführliche Beurteilungen der Olympus-Objektive finden Sie im Beitrag zur E-300 in unserem Magazin
UnterWasserWelt. Das Live-Preview, also die zeitgleiche Darstellung des Motivs auf dem Monitor, kann in zwei Abläufen dargestellt werden. Modus A ermöglicht die permanente
Bildvorschau. Das Monitorbild zeigt dann 92% der realen Größe des vom Objektiv erfassten Bildfeldes. Im Modus B wird das Live-Bild vom MOS-Bildsensor erzeugt, wenn der Spiegel
weggeklappt und der Verschluss geöffnet ist. Dabei ist der Autofokus ausgeschaltet, aber das Bild ist eine 100% - Anzeige des vom Objektiv erfassten Bildfeldes. Weil manuell
fokussiert werden muss, kann das Bild bis zur 10-fachen Vergrößerung aufgeblasen werden. Ein interessantes Feature, aber unter Wasser dürften sich Handhabungsprobleme einstellen.
Ohne Stativ geht da nichts! Uns ist jedenfalls niemand bekannt, der das mit Erfolg praktizieren konnte. Bilder speichert die E-330 wahlweise auf CF-Karten, Microdrives oder
xD-picture cards, wobei zu beachten ist, dass xD-picture-cards ohne eigenen Controller arbeiten und deshalb keine Gewährleistung für eine umfassende Kompatibilität hinsichtlich
vergangener und eventuell auch zukünftiger Olympus-Kameramodelle besteht – obwohl das von Olympus im Prinzip ausgeschlossen wird. Die Bildqualität der E-330 genügt im
JPEG-Format mit geringster Kompression auch gehobenen Ansprüchen. Wer beabsichtigt, Poster anfertigen zu lassen, kann seine Bilder oder einen Teil davon, auch als TIFF Datei
speichern. RAW ist das perfekte Format für Leute mit viel Zeit für nachträgliche Bearbeitungen. Gut, dass sich die E-330 so programmieren lässt, dass das RAW-Format mit JPEG
kombiniert werden kann. Dadurch ist man in der Lage, die Bilder an jedem PC oder Laptop zu begutachten. Auch mobile Datenspeicher mit Monitor können dann die Daten lesen und
anzeigen. Wie alle Olympus-D-SLR`s verfügt auch die E-330 neben der manuellen Einstellung von Blende und Zeit über Blenden-, Zeit- und Programmautomatik. Hinzu kommen noch
diverse Motivprogramme, die man aber höchstens mal an Land einsetzen wird. Fotografieren können Sie wahlweise in den Farbräumen sRGB. und Adobe RGB. Letzterer ist zu
bevorzugen, wenn die Bilder weiterverarbeitet werden, also in Büchern und Artikeln landen oder als Poster enden. sRGB ist eher für Beamerprojektionen, Fernsehbilder oder
PC-Darstellungen geeignet. Amateurfotografen sollten sich darüber aber keinen Kopf zerbrechen. Wer seine Bilder ausschließlich privat verwertet, wird keine großen Unterschiede
zwischen den einzelnen Farbräumen feststellen. Entscheidenden Boden gutmachen kann die E-330 gegenüber anderen SLR - Kameras aufgrund ihrer automatischen Sensorreinigung
mittels Ultraschall. Diese Feature ist Gold wert und macht vieles wett, was andere Digicams der E-330 eventuell voraus haben. Die Sensorreinigung wird bei jedem Einschalten der
Kamera aktiviert und dauert etwa 2 Sekunden. In dieser Zeit kann der Verschluss nicht ausgelöst werden. Unter Wasser kann es deshalb klug sein, die Kamera ständig in Bereitschaft
zu halten, falls mal ein Schnappschuss mit besonderem Motiv fällig werden sollte. Dem Akku können auch zwei Tauchgänge mit durchgehend eingeschalteter Kamera nicht viel anhaben.
Der Live-Monitor geht nach geraumer Zeit der Inaktivität in einen Wartezustand, so dass Strom gespart wird. Durch Drücken des Auslösers wird er wieder aktiviert, was allerdings
auch ein bis zwei Sekunden dauert.
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