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Einfache aber ausreichende Bedienung
Je weniger Knöpfe, Hebel und Tasten eine digitale Kompaktkamera besitzt, desto weniger
kann man falsch machen. Und je mehr Automatikfunktionen sie bietet, desto gelöster fotografieren Gelegenheitsfotografen damit. Einschalten und die wichtigsten
Funktionen sind aktiv...das ist ideal. Ganz ohne nachdenken und gelegentliches Eingreifen geht es aber auch hier nicht. Sie müssen sich nämlich entscheiden, ob sie
mit der Bildqualität HQ (High-Quality) oder SHQ (Super-High-Quality) fotografieren möchten. Firmenseitig wird immer HQ vorgewählt, SHQ muss über das Menü absichtlich
eingestellt werden. Wir empfehlen SHQ, weil die Bildqualität für größere Ausdrucke besser geeignet ist. Die Pixelzahl ist übrigens bei HQ und SHQ identisch und
zeitgemäße 5 Megapixel hoch. Die Pixelzahl verringert sich allerdings, wenn die Qualitätsbereiche SQ1 (3,1 Megapixel) und SQ2 (0,3 Megapixel) angewählt werden. Diese
Qualitätsmodi sind mehr oder weniger nur für Internetbilder, Kleinprints und Kurzmovies (Kamerasymbol auf der Programmwählscheibe) geeignet. Als
Belichtungsprogramm steht ausschließlich die Programmautomatik zur Verfügung. Wegen des kleinen Bildsensors sind auch die Blendenwerte in der Praxis nicht sonderlich
relevant. Sie reichen von 3,1 bis 5,2 und sind gleichzeitig auch die variablen Lichtstärken des Zooms in Weitwinkel- und Telestellung. Einfluss kann man darauf nicht
nehmen. Je nach Motivprogramm und Brennweite wird die Blendenöffnung automatisch vorgegeben. Keine Sorge wegen der Schärfentiefe. Sie ist selbst im Supermakrobereich
höher als bei einer digitalen SLR im gewöhnlichen Nahbereich. Die meisten Makro- und Nahaufnahmen sind deshalb mehr oder weniger von vorne bis hinten scharf. Oder
bieten zumindest einen ausreichenden Schärferaum, den man aber nicht mit dem von 1:1-Bildern vergleichen darf. Das kann die Mju 500 nicht, auch wenn die Motive noch so
groß auf dem Monitor abgebildet werden. Über die Größe und Kapazität von Speicherkarten wird viel philosophiert. In einer Minikamera wie der Mju 500
kann man keine großen Compact Flash Karten unterbringen. Olympus geht hier den Weg der kleinen xD-Picture-Card — eine Gemeinschaftsentwicklung von Fuji und
Olympus. Die Speicherkarten dieses Typs sind so klein, dass man aufpassen muss, sie nicht zu verlegen oder zu verlieren, wenn man sie unbedacht irgendwohin ablegt. Das
Kapazitätslimit liegt zur Zeit bei 1 GB. Eine Kartengröße von 512 MB reicht aber dicke aus, weil sie in der Mju 500 für ausreichende Bildreserven sorgt. Selbst im
Speichermodus SHQ stehen Ihnen fast 150 Bilder pro Tauchgang zur Verfügung. Bei HQ sind es über 400. Die sollen Sie natürlich nicht alle im Unverstand
herunterschießen, sondern sich pro Motiv genau überlegen, wie und aus welcher Position es am besten abzulichten wäre. Die geblitzte Zahl der Bilder hängt
allerdings nicht nur von Ihrer schnellen Auffassungsgabe und dem guten Überblick ab. Der kleine Akku bremst Ihre Fotoleidenschaft so ab dem 70. bis 80. geblitzten Bild
(abhängig vom Motiv und der Objektentfernung). Dann nämlich geht er langsam in die Knie und die Batterieanzeige gibt Signal fürs dringende Aufladen. Etwa zwei Stunden
dauert es, bis der Akku wieder voll ist. Automatisch und ohne nachhaltigen Memoryeffekt. Sie können mit der Mju 500 auch kleine Videos drehen. Mit der 512 MB-Karte und
Speichermodus SQ sogar theoretisch bis zu 56 Minuten. Da wird der Akku aber vorher die weiße Fahne hissen. Eine andere Problematik ist das ruhige Halten der Kamera. Da
die Mju 500 primär als digitale Kompaktkamera und nicht als Camcorder ausgelegt ist, sollte dieses Späßchen auch als solches betrachtet werden. Ein kleiner Gag am
Rande. Ohne eine vernünftige Filmleuchte reißt man sowieso keine Lücke ins Riff. Streiten mag man auch über die ISO-Empfindlichkeit. Werkseitig ist ISO-Auto (ISO 64
-250) eingestellt. Das kann man lassen, läuft aber Gefahr, dass bei schlechten Lichtverhältnissen die Empfindlichkeit bis auf ISO 250/25° angehoben wird. Gut für
Mischlicht, aber schlecht für das Rauschverhalten (körniges Bild). Hier hat die Mju 500 eine Schwäche. Bilder mit hoher Einstellempfindlichkeit neigen zum sichtbaren
Verrauschen. Mit zugeschaltetem Blitz egalisiert und nivelliert sich das Rauschverhalten, weil zumindest im Nahbereich der Kamerablitz ausreichend Energie zur
Verfügung stellen kann und somit ISO 100/21° zur Normalität werden. Bei weiter entfernten Objekten, bei denen der Blitz leistungsmäßig überfordert ist (ab ca. 60 cm
Motiventfernung), steigt dann die Empfindlichkeit automatisch an, um Belichtungsreserven locker zu machen. Manuell lassen sich maximal ISO 400/27° vorwählen. Wer
sicher gehen möchte, dass seine Bilder nicht verrauscht werden, sollte die Standardempfindlichkeit ISO 100/21° einstellen. Die Mju 500 besitzt auch eine
Plus/Minus-Korrektur, die offensichtlich nur für Belichtungen ohne Blitzlicht gedacht ist. Man kann sie aber eigenartigerweise auch mit Blitz benutzen und zu helle
Objekte durch eine Minuseinstellung von ein oder zwei Blenden etwas dämpfen. Das kann hilfreich sein, wenn ein Fisch auf hellem Sand liegt oder ein hellgelber bzw.
weißer Schwamm das Motiv sein soll. Wie bei vielen Digicams hat auch die Mju 500 bei weißen Flecken im Riff, wie sie durch Sonnenkringel erzeugt werden, etwas Probleme
mit dem Ablichten. In vielen Fällen erweist es sich dann als günstig, wenn man die Aufnahmefunktion Unterwassermakro mit ihrer rötlicheren Farbgebung zuschaltet.
Den Weißabgleich sollten sie bei geblitzten UW - Aufnahmen immer auf Auto stellen. Experimente sind selbstverständlich möglich. Sie können beispielsweise einen
Blaustich hervorrufen, wenn Sie den Weißabgleich auf das Lampensymbol stellen. Auch beim Fotografieren mit Handlampen und Videoleuchten sind Versuche durchaus
angebracht. Nicht jedem gefällt alles, aber beim digitalen Fotografieren alles ist erlaubt.
Das Gehäuse PT- 026
Wie alle UW - Gehäuse aus dem
Hause Olympus besteht auch das PT-026 aus transparentem Polycarbonat, das eine garantierte Dichtheit bis ca. 40 m Tiefe gewährleistet. Aber auch wer mal kurzfristig
einen 50er macht, muss nicht gleich um das Leben der Kamera fürchten. Die Bedienfunktionen können dann aber wegen des erhöhten Wasserdrucks etwas eingeschränkt sein.
Von noch tieferen Tauchgängen raten wir nicht nur wegen einer möglichen Gehäusedeformation ab. Verschlossen wird das PT-026 mit zwei kleinen Spannverschlüssen am
Rückdeckel, die zwar nicht sonderlich elegant wirken, aber ihren Zweck erfüllen. Damit man sie besser öffnen kann, liefert Olympus sogar einen kleinen Hebel mit. Das
Frontglas wird durch eine rote Kappe geschützt, die an einem Kunststoffbändel hängt. Die herumhängende Schutzkappe nervt aber beim Fotografieren, weil sie immer vor
dem Frontglas baumelt. Wir haben die Schnur deshalb gekappt und die Kappe lose mitgeführt bzw. an Land gelassen. Das ist ohne weiteres möglich, weil das Frontglas gut
geschützt etwas tiefer im Port sitzt. Die Mju 500 muss beim Tauchen unbedingt mit der mitgelieferten Handschlaufe gesichert werden. In einer starken Strömung könnte
sie sich sonst verselbständigen. Und ob man sie bei diesen geringen Abmessungen wieder findet, muss bezweifelt werden. Also besser anbinden. Der große Monitor ist
anfällig gegen Streulicht. Olympus hat dem UW - Gehäuse deshalb eine passable Lichtschutzkappe gespendet. Für Transportzwecke ist sie abnehmbar. Und auch im
Gehäuseinnern hat man sich etwas einfallen lassen. Um die Monitorfläche drückt sich ein dicker Kunststoffrand, so dass auch Seitenlicht sehr gut abgeschirmt wird -
einfach aber wirkungsvoll. Das PT-026 verfügt über 11 Eingriffe, die zwar nicht alle wichtig sind, aber aufgrund der logischen Pictogramme auf den Knöpfen recht flott
und übersichtlich bedient werden können. Man sollte aber keine dicken Handschuhe tragen. Wer im kalten Wasser taucht oder einen Eistauchgang macht, sollte die Kamera
vorher komplett einstellen und erst dann einlegen. Das kann sogar eine Stunde vorher geschehen, denn nach ca. 2 Minuten geht die Mju 500 in den Stand-By Modus und
verbraucht kaum noch Strom. Die Verarbeitung und das Finish dieses Gehäuses verblüfft immer wieder. Man legt die Kamera hinein, schließt den Rückdeckel uns alle
Übertragungen funktionieren mit einer unglaublichen Präzision. Kein Wunder, dass Metallgehäuse von Fremdherstellern für solche Digicams vom Aussterben bedroht sind.
Größter Nachteil der transparenten Polycarbonatgehäuse ist ihre fatale Eigenschaft des Anlaufens am Frontglas. Ursächlich liegt es daran, dass der Gehäusekunststoff
nicht so kalt wird wie das Mineralglas im Port und sich deshalb die Luftfeuchte an diesem konzentriert niederschlägt. Ohne das Einlegen eines Silikagelbeutelchen
sollten sie nicht mal in den Tropen tauchen gehen. Olympus liefert dieses Feuchtebindemittel in kleinen Heftchen beim Kauf mit. Legen Sie grundsätzlich immer eines in
des UW - Gehäuse, aber achten Sie darauf, dass sich dieses nicht zwischen O-Ring und Gehäuse verklemmt. Wir raten deshalb dazu, das Granulatheftchen ganz auf der
rechten Seite im Frontteil des PT-026 einzulegen. Dann kann nichts passieren und alle Funktionen arbeiten uneingeschränkt. Aufpassen, dass das Granulatheftchen nicht
verrutscht und den Blitzreflektor abdeckt. Dann produzieren Sie einseitig belichtete oder auch dunkle Bilder. Reinigen Sie den O-Ring sorgfältig und schmieren Sie
ihn grundsätzlich mit dem mitgelieferten Olympus - Fett ein. Immer wieder hört man, die Polycarbonatgehäuse seien nicht dauerhaft wasserdicht. Das stimmt so nicht und
ist erfreulicherweise eine Halbwahrheit. Wenn die Rückdeckeldichtung nicht gewartet und gepflegt wird, dann ja. Ansonsten gibt es keine nennenswerten Probleme. O-Ring
waschen, trocknen, Nut reinigen, O-Ring fetten und sorgfältig einlegen....diese Arbeit muss sein. Wenn Salzwasser eingedrungen ist, kann das PT-026 mit Klarwasser
ausgewaschen werden. Dann aber penibel austrocknen lassen, sonst kommt es zu einem dauerhaft beschlagenen Frontglas. In sehr kaltem Wasser nützt im übrigen auch das
Trockengranulat anfangs nicht viel. In den ersten Minuten läuft die Frontscheibe so sicher an wie eine neuwertige Tauchmaske. Warten Sie ca. 10-15 Minuten, dann
egalisiert sich dieser Zustand und es stellt sich ein Feuchtegleichgewicht im UW - Gehäuse ein. Als probate Vorsorge hat sich die Aklimatisierung der Mju 500 mit UW -
Gehäuse im kalten Wasser erwiesen. Vor dem Anziehen das System in der Uferzone in 50 cm Wassertiefe ablegen. Ein anderer Trick ist das Ausfönen des PT-026 mit
Warmluft, bevor man die Kamera einlegt. Trockene Luft kann in kaltem Wasser keine Feuchtigkeit abgeben. Wenn sich das UW - Gehäuse nach dem Tauchgang nur schwer öffnen
lässt (Unterdruck), muss man es von außen wieder etwas anwärmen. Wenn man es mit der Hitze (Fön immer nur auf halbe Heizleistung stellen!!) nicht übertreibt, schadet
diese Prozedur weder der Kamera noch dem UW - Gehäuse.
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