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Marinetauchdienst: Petition an den Deutschen Bundestag
Der Deutsche Bundestag möge beschließen, dass die bereits vorgelegten und abgestimmten Anpassungen der Erschwerniszulagenverordnung in den
Punkten, die den Minentaucherdienst betreffen, erneut zu betrachten sind, damit diese sobald als möglich umgesetzt werden können. Es wird um Ihre Unterstützung
gebeten,zur Wiederaufnahme der Entscheidung über Zulagenerhöhung, damit diese einzigartige Fähigkeit der Bundeswehr – respektive der Deutschen Marine –
nicht verloren geht.
Begründung
Die Bundesrepublik Deutschland hält Minentaucherkräfte für gezielte Aufträge und die Aufgabenerfüllung in
speziellen Operationen bereit. Hierfür werden ausschließlich Soldaten eingesetzt. Sie sind besonders ausgewählt, ausgebildet, organisatorisch gegliedert und
ausgestattet und verfügen über hoch spezialisierte Handlungsmöglichkeiten. Ihre Hauptaufgabe ist die Kampfmittelbeseitigung auf See, im maritimen Umfeld
(Hafenanlagen) und an den Deutschen Küstengewässern. Des Weiteren sind sie in allen Einsätzen weltweit als Fachkräfte für Kampfmittelbeseitigung an Land (KFOR, ISAF,
NRF) präsent. Minentauchergruppen werden regelmäßig für bestimmte Einsätze an Bord von Minenjagdbooten eingesetzt sowie zur Absicherung von Häfen bzw. Stützpunkten der
Marine im Ausland, wie z.B. Limassol auf Zypern, herangezogen. Die Veränderung und Erweiterung des Aufgabenspektrums seit 1990 hat sich leider nicht in einer
realen Anpassung der Erschwerniszulage für Minentaucher niedergeschlagen. Für die Aufgaben dieser besonderen Verwendung in der Marine werden junge Menschen mit
spezifischen Voraussetzungen benötigt, welche den psychischen und physischen Belastungen Stand halten müssen: - hohe körperliche Leistungsfähigkeit, die weit über
den Durchschnitt der Streitkräfte liegt - sehr gute gesundheitliche Substanz für langfristige Taucherdienstfähigkeit u.a. auch mit Mischgastauchgeräten in großen
Tiefen - extrem ausgeprägte Teamfähigkeit - hohe Belastbarkeit, insbesondere beim Umgang mit Sprengstoffen bei gleichzeitigen Tauchereinsatz Mit der
Einführung der Zulagenpakete für die Spezialkräfte der Bundeswehr (KSK/SEK M) hat sich folgende Situation ergeben: - unhaltbarer Einbruch im Bereich der
Nachwuchsgewinnung für das Berufsbild Minentaucher - Abwanderung bereits ausgebildeter Soldaten in finanziell attraktivere Bereiche der Streitkräfte -
Regeneration und Nachbesetzung von Dienstposten sind nicht mehr möglich - Überalterung des vorhandenen Personalkörpers - Verlust der Fähigkeit zur
Kampfmittelbeseitigung im maritimen Umfeld in wenigen Jahren - Hohe Belastung der verbliebenen einsatzfähigen Minentaucherteams im Rahmen der vorhandenen Aufgaben
und Zusatzaufgaben, wie auch der Amtshilfe für die Bundespolizei sowie der Bundesländer Im gleichen Atemzug wurde eine militärische Forderung nach einer
Zulagenerhöhung für die Minentaucher in Höhe von c. 550 € durch den Bundesminister der Verteidigung Herr Dr. Jung Anfang Oktober abgelehnt. Eine weitere
Verzögerung würde unweigerlich zum Stillstand der Nachwuchsgewinnung und damit zum voraussehbaren Verlust der bereits beschrieben Fähigkeiten im Rahmen der
übernommenen Aufgaben innerhalb des Bündnisses sowie der Landesverteidigung der Bundesrepublik Deutschland führen. Des Weiteren steigt die Gefährdung der Schiffe und
Boote der Marine bei Nutzung von Häfen in den Auslandseinsätzen in einem nichtkalkulierbaren Risiko durch Seeminen und Haftladungen unter Wasser. Es wird um Ihre
Unterstützung gebeten, zur Wiederaufnahme der Entscheidung über Zulagenerhöhung, damit diese einzigartige Fähigkeit der Bundeswehr – respektive der Deutschen
Marine – nicht verloren geht.
Obermaat Andreas Güldner "Deutscher Rekordhalter im Freitauchen" "Minentaucher 917"
Veröffentlichte Petition 9.4.2009
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