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Moderne Zeiten: Fotografieren mit der Reefmaster Sealife-digital
Die Unterwasserfotografie verändert sich. Belichtet wird immer häufiger mit einer digitalen Kamera. Viele wollen umsteigen oder
aufsteigen, vielleicht auch einsteigen, aber nicht jeder ist ein Profi mit viel Geld. Und preiswerte Digitalkameras für Jedermann im UW - Gehäuse mit Einfachbedienung
sind immer noch eine Rarität. Herbert Frei beschreibt eine digitale Funkamera für Urlaubsfotografen.
Mit der Reefmaster-digital hat der Importeur Seemann
Sub nicht nur Mut sondern auch Weitblick bewiesen. Digital zu fotografieren ist insbesondere der Wunsch vieler Gelegenheitsfotografen und Internetfreaks. Und die
fragen sich immer öfter: Was soll ich kaufen? Der Einstieg in die digitale UW - Fotografie darf getrost als teuer bezeichnet werden. Insbesondere dann, wenn man sich
mit einem Pixel - Boliden schmücken will. Kamera, UW - Gehäuse, externes Blitzgerät sowie Makro- und Weitwinkelkonverter dünnen auch üppig gefüllte Sparbücher aus. Dem
setzt Reefmaster- Hersteller Pioneer Research ein Gesamtkonzept entgegen. Die Reefmaster-digital wird ausschließlich als UW - Kamera mit Gehäuse angeboten. Als
Optionen gibt es einen separaten Amphibienblitz mit Sklavenblitzauslösung, eine Nahlinse, zwei Makrolinsen und einen 20 mm Weitwinkelkonverter. So bestückt muss sich
der Reefmaster-digital Eigner auch vor wesentlich teureren Geräten nicht verstecken. Verfügt doch schon das Fixfokus - Objektiv der Kamera über eine
Grundentfernungseinstellung (60 cm bis unendlich) und eine Naheinstellung (30-60 cm), die auch unter Wasser genutzt werden kann. Damit avanciert die Reefmaster-digital
zu einer variantenreichen Fun-Kamera. Dabei gibt sich die Ausrüstung klein, leicht, übersichtlich und funktionell.
Die Kamera
Sie ist das Herz des
Systems. Wer von einer analogen Kamera mit logischen und übersichtlichen Bedienungselementen auf die Reefmaster-digital umsteigt, muss etwas umdenken. Digitalkameras
haben es so an sich, dass sie vieles können, was man im Grunde genommen nicht benötigt. In Gegenzug bieten sie ebenso viel Nützliches, insbesondere Features, die
enormen Spaß und Unterhaltung bereiten. Streng genommen gehört die Reefmaster-digital zu den übersichtlichen und
bedienungsfreundlichen Digitalkameras. Unter Wasser sind nur zwei Eingriffe (Ein/Aus und Auslöser) übertragbar und im Grunde auch ausreichend, denn die Klientel dieses
Gerätes will unbelastet und sorgenfrei fotografieren. Mit dem Auslöser kann man innerhalb von 3-4 Sekunden, während das gemachte Bild auf dem Kameramonitor zu sehen
ist, dieses bei Bedarf löschen. Unter Wasser ist das nur bedingt zu empfehlen, weil man die Bildschärfe nicht exakt kontrollieren kann. Offensichtlich über- oder
unterbelichtete Bilder müssen aber nicht mitgeschleppt werden. Eminent wichtig ist der Zugriff auf den Stromschalter bzw. auf Ein/Aus, weil der Monitor ordentlich Saft
zieht. Immer wenn Sie längere Zeit nicht fotografieren, sollte die Kamera ausgeschaltet werden. Auch auf die Gefahr hin, dass man beim Einschalten zu viel Zeit (ca. 10
s) verliert, wenn ein Schnappschuss ansteht. In sehr kaltem Wasser kann es sonst vorkommen, dass nur wenige Bilder belichtet werden können. Sinnvoll ist es in jedem
Fall, sich mit einem zweiten Akkusatz auszustatten. Dies besonders auch im Urlaub. Der Hersteller hat wohlweislich Energiesparstrom - Funktionen vorgesehen. Nach
5 min Nichtgebrauch schaltet die Kamera selbsttätig in einen Standby - Modus. Ein kurzes Antippen des Auslösers und sie ist wieder aktiviert. Wird die
Reefmaster-digital mehr als 15 min nicht ausgelöst oder aktiv betrieben, schaltet sie sich aus. Sie muss dann wieder über den Ein/Ausschalter aktiviert werden.
Wichtig: Der integrierte Kamerablitz kann über das UW - Gehäuse nicht aktiviert werden. Das muss man machen, bevor die Kamera eingebaut wird. Wenn Sie es vergessen,
findet die Fotopirsch ohne Blitzlicht statt. Blende und Verschlusszeit kann und muss man nicht einstellen. Es läuft quasi ein stationäres
Belichtungsprogramm ab mit fester Blende und fixer Verschlusszeit ab. Letztere ist gleichzeitig auch die Synchronzeit. Beide Werte wurden firmenseitig nach praktischen
Erkenntnissen für optimale Schärfentiefen und verwackelungsfreie Aufnahmen festgelegt, zielen vordergründig natürlich auch auf einen unkomplizierten Umgang mit der
Kamera. Vielleicht mag dem einen oder anderen die verfügbare Pixelzahl von 1,3 Millionen etwas wenig vorkommen, die Beschränkung hat vernünftige Gründe. Das Speichern
der Bilder konnte dadurch beschleunigt werden, dauert aber immer noch recht lang (ca. 10 s pro Bild). Schnelle Schussfolgen sind deshalb nicht möglich. Der Charakter
des Gerätes liegt eindeutig im Bereich der Gelegenheits- und Urlaubsfotografie, spricht deshalb auch primär Menschen an, die das Hobby UW - Fotografie nicht zu ernst
sehen und mit Urlaubserinnerungen vollauf zufrieden sind. Der interne Speicher der Kamera mit 8 MB gestattet in voller Auflösung 17 Aufnahmen, ausreichend für das
Wochenende, nicht aber für den Urlaub. Mit den als Option lieferbaren Compact-Flash-Cards, wahlweise mit 32 MB = 61 Bilder oder 128 MB = 256 Bilder, bewegt man
sich in anderen Dimensionen. Insbesondere die 128 MB-CF-Card macht unabhängig und reicht normalen Knipsern über den gesamten Urlaub, zumal missglückte Bilder wieder
gelöscht werden können und somit Speicherplatz für neue Aufnahmen frei wird. Die auf dem internen Speicher abgelegten Bilder können auf eine CF-Karte kopiert werden,
sofern auf dieser genügend Speicherplatz vorhanden ist. So einfach die Kamera sein mag, sie hat etliche Varianten zu bieten, über die man sich erst mal klar werden
muss. Eine Modus-Wählscheibe gestattet das Belichten der Bilder, das Rückspielen und Anschauen derselben, das Löschen missglückter Aufnahmen, die Übertragung auf den
PC bzw. Mac und ein selbsterklärendes Einstellungsmenü für Über- und Unterwasser mit Spracherkennung, Datum und Zeit sowie einigen anderen nicht relevanten
Spielereien. Des Weiteren kann man unter verschiedenen Blitzmodi wählen, ebenfalls speziell für Über- und Unterwasserfotografie. Obwohl die Kamera nur einen Bilderchip
mit 1,3 Millionen Pixel besitzt, besteht die Möglichkeit einer Kompression in Schritten von 1:4 bis 1:16. Davon ist allerdings in der UW - Fotografie abzuraten, weil
die Bilder qualitativ stark abfallen. Tipp von UnterWassetWelt: Alle Bilder mit der höchsten Auflösung - also ausschließlich mit 1,3 MP - fotografieren!! Das
nachträgliche Hochfahren eines Bildes auf mehr Pixel, die ursprünglich beim Fotografieren nicht genutzt worden sind, kann niemals ein Original mit voller Pixelzahl
ersetzen. Eine Spezialität ist das zweistufig Objektiv, das zwar über keinen Autofokus verfügt, aber aufgrund der Normal- und Naheinstellung sehr variabel
eingesetzt werden kann. Leider kann man das Objektiv unter Wasser nicht verstellen. Es wartet aber aufgrund des kleinen Bildsensors mit einer erstaunlichen
Schärfentiefe auf. Die Standardeinstellung zeichnet von 60 cm bis unendlich scharf, die Naheinstellung von 30-60 cm. Beide Objektiveinstellungen können bedenkenlos im
Unterwassereinsatz genutzt werden. Die Bildschärfe wird auf dem Monitor kontrolliert. Ein Autofokus fehlt.
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