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Auf was Sie beim Reglerkauf unbedingt achten sollten, erläutert Ihnen Mark Ellyatt, Weltrekordler im Mischgas-Tieftauchen. Der Autor
richtet diese Kaufberatung zwar an “Tieftaucher” oder diejenigen, die es werden wollen. Die Tipps sind aber für alle abenteuerlustigen Taucher - sei es
beim Kaltwassertauchen in einem See oder beim Drifttauchen in Gezeitenströmungen – (über)lebenswichtig.
Im Laufe der letzten 10 Jahre habe ich
ungefähr jeden Atemregler bei immer tieferen Tauchgängen verwendet. Bei fast jedem Tauchgang kam es zu Problemen mit der Ausrüstung, die nur durch ausgefeilte
Überlebenstechniken überwunden werden konnten. Oftmals habe ich den Herstellern Stellungnahmen zur Art der Probleme geschrieben. Aber es änderte sich einfach nichts!
Das Material
Obwohl Metall für die meisten Teile der Atemausrüstung das ideale Material darstellt, ist es wirklich erstaunlich anzusehen, wie
gerne die Hersteller Metall zugunsten billigeren Plastiks reduzieren, als ob die Ermüdung der Kiefermuskulatur die größte Gefahr beim Tauchen darstellen würde!
Atemregler sollten aus Metall gefertigt sein. Die meisten ersten Stufen bestehen aus Messing und haben eine dünne Verchromung, die meisten zweiten Stufen sind hingegen
aus Kunststoffspritzguss. Kunststoff hat eine Reihe von Vorteilen: zunächst sein geringes Gewicht, was auf Flugreisen ideal ist. Zweitens ist er billig, was den Preis,
aber auch die Qualität angeht. Zweite Stufen aus Metall widerstehen dem Abblasen durch Temperaturprobleme viel wahrscheinlicher. Zweite Stufen aus Metall sind weit
robuster, halten um viele Jahre und Revisionszyklen länger. Ein weiterer kleiner Vorteil für zweite Stufen aus Metall ist, dass sie die Kondensation anziehen, dies
kann eine feuchtere Atmung bieten, was vor allem bei supertrockenem Nitrox nützlich sein kann. Zweite Stufen aus Kunststoff stehen in dem Ruf, leichter im Mund zu
liegen, aber das liegt mehr am Winkel des Schlauches an der ersten Stufe oder einfach an der Position der Flasche im Verhältnis zum Kiefer.
Die Schlauchstärke
Bei den meisten Hochleistungsatemreglern kommen am Hauptschlauch Anschlüsse mit einem Durchmesser von ½ Zoll zum Einsatz. Für Ausrüstung mit normaler
(geringer) Leistung werden üblicherweise 3/8 Zoll Schlauchanschlüsse verwendet - die geringere Größe hat den negativen Effekt, einen Abfall des Mitteldrucks zu
verursachen, wodurch der Atemregler seine Gleichmäßigkeit verliert oder stottert, der Atemwiderstand dramatisch ansteigt, wodurch sich wiederum Kohlendioxid aufbaut
und in Folge Kopfschmerzen oder sogar eine Ohnmacht verursacht.
Abdichtungen der 1. Stufe
Eine Abdichtung gegen die Umgebung verhindert
lediglich, dass Wasser in die Nähe von beweglichen Teilen in der ersten Stufe gelangt. Der Gedankengang hinter dem Abdichten der ersten Stufe ist, dass das
Vereisungsrisiko minimiert werden könne, indem man das kalte Wasser vom Bereich des HP-Sitzes fernhält. Ich glaube jeder Tauchanfänger realisiert, dass die Luft in der
ersten Stufe sehr kalt ist, sehr wahrscheinlich ist diese Luft auch kälter als das umgebende Wasser. Abdichtungen gegen die Umgebung sind sehr beliebt, vor allem
weil sie gerne mit Hochleistungs-Ausrüstung assoziiert werden, was aber vor allem eine Werbestrategie ist, um einen höheren Preis zu rechtfertigen. Abdichtungen gegen
die Umgebung verhindern, dass Wasser in der ersten Stufe zirkuliert, wodurch die Temperatur in der ersten Stufe sogar gesenkt und dadurch das Vereisen und die
Möglichkeit des Abblasens gefördert wird. Da beim Tech-Tauchen immer tiefer und tiefer getaucht wird, ist es wichtig, über eine weitere höchst unerwünschte Eigenschaft
von manchen nach außen abgedichteten Ersten Stufen Bescheid zu wissen: den Mitteldruckanstieg (I.P. Boost). Wenn wir durch die Werbebotschaften blättern finden wir
schnell Hersteller, die behaupten, dass sich ihre Atemregler leichter atmen je tiefer man taucht. Das kann für Taucher begrenzt nützlich sein, die sehr stark atmen und
auf Sporttauchtiefen tauchen möchten. Bei solchen Atemreglern sinkt die Atemarbeit mit zunehmender Tiefe; wenn man normale Pressluft atmet und sich innerhalb der
Lufttauchgrenzen bewegt, wird man feststellen, dass sich der Atemregler immer leichter atmet. Ab einer bestimmten Tiefe wird diese Atemunterstützung aber zum vollen
Abblasen. Ich habe auf Hunderten von Tieftauchgängen nach außen abgedichtete Atemregler verwendet und das Abblasen betraf in manchen Fällen ALLE meine 5 oder 6
Atemregler gleichzeitig! Diese Eigenschaft ist für technische Taucher auf Trimix Tiefen wenig hilfreich. Es ist schon erstaunlich, dass manche Hersteller solche
Systeme für Tieftauchgänge anpreisen.
Die Abdichtung gegen die Umgebung lässt kein Wasser in die erste Stufe gelangen. Wenn das Wasser (bzw. seine
hydrostatische Wirkung) die Hauptmembran nicht erreichen kann, kann sich der Atemregler nicht an den Umgebungsdruck angleichen. Der damit nicht kompensierte Atemregler
lässt sich mit zunehmender Tiefe immer schwerer atmen. Die Hersteller verwendeten deshalb eine Flüssigkeit (Silikonöl oder sogar Alkohol) zwischen der Abdichtung nach
außen und der Membran. Diese Atemregler können jedoch nicht mit sauerstoffangereicherter Luft verwendet werden. Ohne das Öl muss aber ein anderes Mittel zur
Druckübertragung eingesetzt werden. Manche Hersteller übertragen den Druck einfach durch ein T-Stück aus Kunststoff. Die Form des T-Stücks mit der typischen Pilzform
ist genau der Grund für den unerwünschten Anstieg des Mitteldrucks. Hinter dieser Bauform steht das Reißzweckenprinzip … eine große Fläche, die die Druckkraft
auf ein dünneres Ende überträgt. Diese Veränderung der Fläche von groß auf klein erhöht den Druck, so dass die Spitze auch eine harte Oberfläche sehr effektiv
durchstoßen kann. In diesem Fall bewirkt die im Verhältnis zum kleineren Durchmesser der Federführung größere Oberseite des T-Stücks einen allmählichen Anstieg des
Mitteldrucks über den Umgebungsdruck, was auf etwas größerer Tiefe unkontrollierbares Abblasen verursacht. Taucher dürfen keine nach außen abgeschlossenen ersten
Stufen für Tieftauchgänge verwenden, und ganz sicherlich nicht zusammen mit unbalancierten zweiten Stufen.
Up- oder Downstream?
Der Vorteil des
Downstream Systems in Zweiten Stufen ist einfach seine Zuverlässigkeit. Servounterstützte Upstream Zweite Stufen bieten eine extrem geringe Atemarbeit, erfordern aber
eine Menge technisches Know-How. Eine Menge technisches Know-How mag in Bereichen, in denen es weniger um Lebenserhaltung geht, gut funktionieren. Wenn man sich aber
unter Wasser bewegt, ist Einfachheit der Schlüssel zum Überleben. Viele Tech-Taucher mussten in der Vergangenheit feststellen, dass ihr Upstream Atemregler abblies,
weil der Flaschendruck zu weit abgesunken war, um das System noch korrekt arbeiten zu lassen! Stellen Sie sich das vor ... Sie steigen nach einem tiefen Tauchgang auf,
der Gasvorrat geht allmählich zur Neige, möglicherweise geben Sie Ihrem Tauchpartner schon Luft ab ... das letzte was Sie zu alledem noch brauchen können, ist ein
abblasender Automat. Herkömmliche Downstream zweite Stufen arbeiten noch bei deutlich geringerem Flaschendruck als Upstream oder servounterstützte Atemregler - das ist
lebenswichtig.
Fazit
Ich will nicht schulmeisterlich wirken, weil ich diese Atemreglerprobleme schildere. Aber es macht mich traurig, dass die
Unfallzahlen beim technischen Tauchen immer mehr ansteigen. Einige dieser Unfälle hätten durch besseres Verständnis für die Ausrüstung vermieden werden können. Ich
hatte das große Glück, viele ausrüstungsbedingte Unterwasser-Kalamitäten zu überleben. Die Ausrüstung, die ich heute verwende, wurde so ausgewählt, dass sie sehr
soliden technischen Prinzipien entspricht. Wenn Sie sich entscheiden, welche Atemregler sie kaufen möchten, denken Sie an die Zukunft und wo sie Sie hinführen
könnte. Die Bauformen der Atemregler unterscheiden sich von Modell zu Modell, aber mit ein paar Stunden Hausaufgaben lassen sich ein paar klare Gewinner leicht
erkennen. Der lange und oft schmerzliche Weg, den ich im Laufe Tausender Tieftauchgänge ging, führte mich erst letztes Jahr zu einem neuen Atemreglermodell: Die Mares
Erste Stufe MR22 und die Abyss Zweiten Stufen sind ideale Tanzpartner für einen Tango mit der Tiefe! Bei meinem letzten Tauchgang auf 313 m lieferte diese Kombination
eine Leistung, die ich mir bisher für einen Atemregler nur erträumt hatte.
Mein besonderer Dank geht an Stephen Burton MIEE, Direktor von SCUBAENGINEER.COM.
Der stundenlange Austausch, bei dem die zugrundeliegenden Bauformen klar wurden, war von unschätzbarem Wert, um einen verständlichen und glaubwürdigen Artikel
schreiben zu können.
Taucht sicher, taucht wissend...
Den kompletten Artikel können Sie unter www.inspired-training.com nachlesen Interview mit Mark Ellyatt: www.mares-tauchsport.de/news_94.htm Infos zum Weltrekord: www.mares-tauchsport.de/news_90.htm
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