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Die „SAVE THE SEATURTLES“ Manifestation der Pro - Fauna Aktivisten an Kuta- Beach, Informationsstände und Fotoausstellung im
größten Shoppingcenter der Stadt, ein Meeting mit dem Gouvernor und eine Medienkonferenz standen auf dem Programm. Alles wichtige Aktionen um die lokale
Bevölkerung über die bedrohten Meeresschildkröten aufzuklären, den verantwortlichen Behörden wieder Druck aufzusetzen und grosses Echo in den Medien zu erhalten.
Die Turtle Week mit allen Aktionen konnte dank grosszügiger Unterstützung der Firmen SEEMANN-SUB, SEACAM, SCHÖNER-TAUCHEN und RUMAH-BALI durchgeführt werden. Dass
sich aber während diesen Tagen die Ereignisse überhäufen würden, hatte im Vorfeld niemand ahnen können.
Kuta-Beach Manifestation
Die Kulisse
war gestylt wie in einem Werbe-Shooting; Weisser Sand, blaues Meer und davor die weissgekleideten PROFAUNA Aktvisiten die das große Banner hielten. Starre Miene,
bewegungslos und den Blick geradeaus – eine Mahnwache für die bedrohten Meeresschildkröten. Junge hübsche Damen im gleichen Outlook, verteilten Poster und
Broschüren an Einheimische und Touristen, am berühmtesten Badestrand auf Bali. Manifestation der PROFAUNA haben immer ein großes Medienecho, so auch
dieses Mal: Kameras klickten, TV - Cams summten und sogar ein Kameramann der Deutschen ARD, nutzte die Gelegenheit die Manifestation in eine laufenden
Produktion einzubauen. Natürlich wimmelte es auch von Uniformen; der Chef der Marinepolice, die Leute des Forestry Departments und andere offizielle waren
allgegenwärtig. In Indonesien werden Manifestationen und Aufklärungskampagnen, sehr stark beachtet und auch ernst genommen. Darauf baut die PROFAUNA
Organisation, denn das ist der einzige Weg, in diesem Land den Tier- und Artenschutz in den Griff zu bekommen. So arbeitet die Organisation auch mit Schulen und
Universitäten zusammen. PROFAUNA befasst sich aber nicht nur mit Meeresschildkröten, sondern mit bedrohten Tierarten überall in Indonesien: http://www.profauna.or.id/ http://www.profauna.org/
Anruf genügt!
Wayan Wiradnyana, der Direktor vom ProFauna Büro auf Bali, erhielt den Anruf eines österreichischen Touristen am frühen
Morgen. Der Mann hatte bei einem Spaziergang an Sanur Beach beobachtet, wie aus einem Boot zwei große Meeresschildkröten abgeladen und in einer nahen Hütte
versteckt wurden. Was jetzt kommt, klingt unglaublich, ist aber wahre Tatsache; Dank der SOS-SEATURTLES Website und Medienpublikationen, war der Mann über das
Schildkrötenproblem bestens orientiert und der Name PROFAUNA war ihm noch in Erinnerung. Der Besitzer eines nahe gelegenen Restaurant verhalf ihm zu der Rufnummer um
den Kontakt herzustellen. Wayan reagierte sofort und informierte den Polizeichef, das Forestry Department und die Bali - Marinepolice. Eile war angesagt, denn
die Chance, dass die Schildkröten abtransportiert wurden war groß. Als die Polizei an der besagten Stelle eintraf, waren die Tiere dann auch bereits weg - leider auch
der entschlossene Tourist. Die in solchen Situationen nicht gerade zimperliche Marinepolice, fand aber schnell heraus wohin die Schildkröten transportiert wurden.
Die beiden „Greenturtles“ waren in guter Verfassung und wurden von einem Vertreter des Forestry - Department vermessen und markiert. Die Freilassung
erfolgte unmittelbar danach an der Kuta - Beach, bei auslaufendem Wasser. Wie immer lockte die Aktion viele Einwohner und ausländische Touristen an die beste
Gelegenheit für die PROFAUNA Mitglieder, Informationsmaterial über die bedrohten Meeresschildkröten in der Menge zu verteilen.
Besuch beim Gouvernor
Das Treffen mit dem Gouvernor war auf 10:00 Uhr Vormittags angesetzt. Auf dem Weg zum Regierungsgebäude, wurden wir auf eine riesige
Rauchwolke aufmerksam. Feuerwehrautos rasten mit Blaulicht und Sirenen in Richtung Stadtmitte. Im Zentrum von Denpasar City war ein großes Feuer
ausgebrochen. So verstanden wir dann auch, dass sich der Gouvernor entschuldigen ließ und seine Umweltministerin mit Namen Ir.Ni Wayan
Sudjj, unsere Ansprechpartnerin war. Wissend, dass der Einfluss des Gouvernors nicht überschätzt werden darf, waren wir gar nicht so unglücklich über die
Situation. Wie sich schnell herausstellte, war die Ministerin über das Schildkrötenproblem informiert und sprach auch perfekt English. Unser Statement war
eindeutig; Auf der einen Seite ist das Fangen und Töten von Schildkröten laut indonesischen Gesetz Nr. 764-98 / April 1997 verboten und der Handel über
Landesgrenzen ein Verstoß gegen CITES Regeln, der Internationalen Kommission zum Schutz bedrohter Tierarten. Dazu das Image! Über zwanzigtausend Protestbriefe aus
aller Welt und noch mehr Unterschriften sprachen eine klare Sprache. Viele hundert Publikationen und eine weltweite Verlinkung von http://www.sos-seaturtles.ch/ haben die Menschen auf den Schildkrötenmord auf Bali aufgeklärt. In der
heutigen Zeit, wo auf Bali um jeden Touristen gerungen wird , sind solche Tatsachen alles andere als imagefördernd. Als wir nach dem Ende des Suharto Regimes
kurz vor dem Jahr 2000, die erste Bali Seaturtle - Kampagne starteten, waren es noch um die 25’000 Tiere welche in den damals öffentlichen
Schlachthäusern von Tanjung Benoa massakriert wurden, zur Zeit sind es noch ca. 3000 und alles passiert im geheimen. Natürlich wurde auch diese positive
Entwicklung erwähnt und mit Nachdruck gewünscht, das die regelmäßig stattfindend Aktionen der Polizei gegen Fänger und Händler weitergeführt, ja noch verstärkt werden
sollten. Es sei alles daran zusetzen, dass der Handel mit den vom Aussterben bedrohten Tieren so schnell wie nur möglich zu erliegen kommt! Dann, so das
„Schlusswort“, werden wir beginnen die schönen Seiten der Trauminsel Bali zu publizieren - nicht mehr die blutigen Bilder aus Tanjung Benoa!
In der Höhle des Löwens!
Der Schildkrötenhandel in Tanjung Benoa liegt in den Händen von zwei Männern, Pak Tami und Pak Hassan. Ein Mann der genau weiß, was
hier läuft, ist der Schweizer Heinz von Holzen. Er lebt seit vielen Jahren auf Bali und besitzt das berühmte BUMBU-BALI Restaurant und das RUMA-BALI Village.
Aus verständlichen Gründen agiert er natürlich mehr im Hintergrund, hat sich aber ein Netz von Informanten aufgebaut, die ihn direkt von Schildkrötenfront informieren.
Statt wie früher auf dem Markt, landen seit Jahren die Schildkröteneier bei Heinz, der diese in Aufzuchtstationen hochzieht und dann aussetzt. Illegal
gefangene Schildkröten werden ebenfalls freigekauft, um ihnen das grausame Ende zu ersparen, lebend auseinander geschnitten zu werden. Die Information, dass in
einem geheimen Versteck von Pak Kami fünf Schildkröten auf einen Käufer warteten, kam von einem Mittelsmann aus direkt aus Tanjung Benoa. Die fünf Tiere so
schnell wie möglich aus ihrer misslichen Lage zu befreien, war im Augenblick das Wichtigste und wenn es noch gelingen würde alles fotografisch festzuhalten, gäbe
das ein super Story und Beweismaterial für die Balinesischen Behörden!. Wie die Händler auf die Kamera reagieren würde, interessierte mich in diesem Moment
weniger...
Das einzige, was auf unsere Herkunft hinwies, war nur ein Pritschenwagen vom BUMBU BALI Restaurant, der von Pak Madi, Heinz von
Holzen`s Spezialisten für diese heiklen Geschäfte gefahren wurde. Obschon ziemlich abgebrüht in solche Dingen, fiel es mir aber trotzdem nicht
leicht, „cool „ dem Mann gegenüber zu stehen, der in seinem Leben hunderttausende von Meeresschildkröten in den Tod geschickt hatte. Ich hätte ihn
eigentlich lieber in einem anderen Fadenkreuz gehabt, als im Sucher meiner NIKON.......... Das Geräusch des Kameraverschlusses rief bei ihm absolute
keine Reaktion hervor, im Gegensatz zu seinem untersetzten und verschlagen wirkenden Begleiter. Ein kurzer Befehl vom Pak Madi wies ihn zurück, sehr
wahrscheinlich wollte er sich das Geschäft nicht durch eine Auseinandersetzung verpfuschen Mit übertriebener Höflichkeit bat er uns zu folgen und nach 15 Minuten
Irrfahrt gelangten wir zu einem Schuppen, wo die Tiere aufbewahrt waren. Die beiden betonierten Becken waren etwa 5 mal 5 Meter groß und mit 25 cm Süßwasser
gefüllt. Hier lagen vier männliche Greenturtles, jede über 100 kg schwer und eine kleine echte Karettschildkröte. Der Abtransport und die Vorbereitung für die
Freilassung durch Heinz von Holzens Männer, war dann ein seit Jahren eingespieltes Prozedere. Am späteren Nachmittag, bei auslaufender Flut, wurden die
Schildkröten am Strand des HOLIDAY-INN Hotels zurück ins Meer gebracht - ein bewegender Moment. - Jetzt waren sie wieder in ihrem Element, wo sie vor ihrer
Gefangennahme 30-40 Jahre gelebt hatten. Dass die Schildkröten noch einmal eine solche Zeitspanne überleben, ist sehr wahrscheinlich. http://balifoods.com/news/turtle/index.html http://balifoods.com/bumbu/index1.html
Alibi-Island
„Turtle-Island“ und „Green Turtle Breeding Plan“ liegen unweit südlich von Tanjung Benoa. Wie wir mit Bildern beweisen können,
ist diese fragwürdige „Touristenattraktionen „ auch ein Umschlagplatz für den Schildkrötenhandel. Mit kleinen Booten werden Touristen dorthin geschippert, um
an die 30 Meeresschildkröten zu bestaunen und zu betatschen, welche im Dreckwasser der Lagune und in einigen Betonbecken dahinvegetieren. Daneben Käfige mit
Vögeln, Waranen und eine große Pythonschlange, mit Tape umwickeltem Maul, dessen Vorderteil fehlten – sie wurden zusammen mit den Greifzähnen kurzerhand
ausgerissen... Das auch noch ganz offiziell Souvenirs aus Schildpatt verkauft werden, setzt dem Horror noch die Krone auf! Eine Schau, welche jedem Natur und
Tierfreund Freude den Tag verdirbt – die wenig anwesenden Besucher waren denn auch ausschließlich Touristen aus asiatischen Ländern. Die Fakten und Bilder
werden wir auch an alle Reisunternehmen, die Bali auf dem Programm haben, weiterleiten mit der Bitte diese „Attraktion „ wenn überhaupt
angeboten, zu boykottieren.
Beobachtungen und Recherchen der PROFAUNA Leute und die Fotos des Journalisten Daniel Peterlunger beweisen eindeutig:
"Turtle Island" wird als Umschlagplatz für Schildkröten benutzt. Bei Bedarf werden durch die Hintertüre des Gehege die Tiere auf ein kleines Boot geladen und
in einer gleich gegenüber liegend Hütte mit einem Wasserbassin zwischengelagert. Die Panzer und Knochen im Abfall daneben beweisen auch, dass hier geschlachtet wird.
Die über diese Machenschaften gemachten Bilder, liegen ebenfalls auf dem Tisch der Umweltministerin und werden von den PROFAUNA Leuten durch alle politischen Ebenen
geschleust.
Fazit
Alles was seit dem Beginn unserer Kampagne im März 2006 auf Bali abgelaufen ist beweist ganz deutlich, dass unsere
„public relation“ Strategie im Internet und in den Medien funktioniert. Um aber auch an der „Front“ aktiv zu sein und unsere Mitstreiter auf Bali selber
bei ihren Aktionen und zu unterstützen, sind wir auf Sponsoren und Spenden angewiesen. Um den Schildkrötenmord und den Handel zu stoppen, kommt es jetzt darauf an wer
den längeren Atem hat - SOS-SEATURTLES, das Bumbu-Bali Rescue Team, Pro-Fauna oder die Turtle Mafia, deren Reichweite zunehmend enger wird !!!
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