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Bereits im Juni letzten Jahres hatte die damalige sozialistische Regierung Gelder zum Aufbau der Parkverwaltungen zugesagt - Gelder, die auch die
jetzige konservative Regierungspartei nicht auszahlt. So besitzen die Parke bis heute weder Verwaltungs- noch Überwachungs- oder Informationsstrukturen. Paradebeispiel für das
Versagen in Sachen Umweltschutz ist der Meeresnationalpark Zakynthos. Im Jahr 1999 wurde der Park auf Druck der Europäischen Union und verschiedener Naturschutzorganisationen zum
Schutz der Unechten Karettschildkröte, einer stark gefährdeten Meeresschildkrötenart, eingerichtet. Damit war Zakynthos der erste und einzige Nationalpark Griechenlands mit
eigener Verwaltung - bis die Parkmitarbeiter im Mai diesen Jahres ihre Arbeit niederlegen mussten, da sie seit 10 Monaten keinen Lohn mehr von der griechischen Regierung erhalten
hatten. "In der touristischen Hochsaison eine Katastrophe, da die Strände jetzt nicht mehr kontrolliert werden können und es zu ständigen Störungen kommt", kritisiert
Euronatur-Präsident Claus-Peter Hutter.
Aber nicht nur die Schildkröten sind Leidtragende der Olympiaeuphorie: auch der Schutz der Mönchsrobbe, die mit einer weltweiten
Population von nur noch rund 450 Tieren zu einer der meistgefährdetsten Säugetierarten der Welt zählt, wird in diesen Tagen vernachlässigt. Der Meeresnationalpark Nördliche
Sporaden, der seit 1992 auf dem Papier existiert, erhielt zwar im letzten Jahr wie auch die anderen Parke einen sogenannten "Management-Body", welcher für die
langfristigen Planungen innerhalb des Parks zuständig ist, zur Umsetzung der hier getroffenen Entscheidungen aber fehlt aufgrund der Finanzsperre in Sachen Natur das nötige Geld.
Eine Art Persilschein hat sich die griechische Regierung bei dem Bau der olympischen Ruderanlage Schinias unweit des Ortes Marathon ausgestellt. Die Anlage wurde inmitten
eines wertvollen Feuchtgebietes errichtet - im Gegenzug dazu wurden die restlichen Flächen des Gebietes kurzerhand als Schutzgebiet ausgewiesen.
Euronatur hat zusammen mit
verschiedenen griechischen und internationalen NGOs eine Unterschriftenkampagne gegen das derzeitige Verhalten der Regierung in Sachen Naturschutz gestartet. "Mit der
Kampagne fordern wir die griechische Regierung dazu auf, die Nationalparke umgehend mit Parkverwaltungen auszustatten und deren langfristige Finanzierung zu gewährleisten. Nur so
kann der Schutz von Tieren, Pflanzen und ihrer Lebensräume vor Ort wirksam realisieren werden", erläutert Claus-Peter Hutter. Des Weiteren fehlen derzeit noch die
juristischen Voraussetzungen für die Handlungsfähigkeit der Parkverwaltungen - bei Verstößen gegen die Parkrichtlinien ist man auf die Unterstützung anderer Behörden angewiesen.
Jetzt kann man nur hoffen, dass sich auch in diesem Fall die griechische Tradition des "Irgendwie klappt immer alles" bewahrheitet und sich die Regierung
entschließt, die Nationalparke finanziell zu unterstützen, so dass der Erhalt der wertvollen Naturschätze Griechenlands gewährleistet ist.
Bei Rückfragen: Stiftung Europäisches Naturerbe (Euronatur) Konstanzer Str. 22 78315 Radolfzell Tel. 07732 - 92 72 0 Fax 07732 - 92 72 22
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