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Mit dem Vertriebsweg über SUBGEAR feiert JVC ein Comeback in Sachen Unterwasser – Video. Vor Jahren schon hatten die Japaner mit
eigenen Gehäusen zu DV-Camcordern im Zigarettenschachtelformat für Aufsehen gesorgt. Jetzt wird im Full HD – Format aufgezeichnet, auf Festspeicher oder
Speicherkarten. Zwei Pakete hat man für Unterwasserfilmer zusammengestellt, Professional und Advanced bezeichnet. UnterWasserWelt tauchte mit dem Professional
Camcorder Set in den 7° C kalten Samarangersee.
Eigentlich sollte die Vorstellung des JVC Camcorders Everio GZ-HM 550 BE im wohltemperierten und farbigen
Roten Meer stattfinden, doch das System war noch so frisch im Angebot, dass erste Testmodelle Ende Mai für einen großen Outdoortest von UWW im Utopia Beach Club noch
nicht zur Verfügung standen. Um in heimischen Gewässern die Leistungsfähigkeit des Videosystems „Professional“ auszuloten, musste ein gutsichtiges Gewässer
gefunden werden, und so bekam der bekannte Samarangersee in Tirol den Zuschlag. Von den 29° C Wassertemperatur im Roten Meer mussten nun 22° abgezogen werden, der Rest
temperierte den Bergsee. Eine harte Nuss für Kunststoffgehäuse, die traditionell rasch Kondenswasser absetzen, musste geknackt werden.
Kamera JVC Everio HM 550
Der Camcorder Everio HM 550 ist vollgepackt mit Funktionen, die beim Dreh über Wasser eine Reihe von eindrucksvollen Möglichkeiten
bieten. JVC stattete diesen Videocomputer erstmals mit einem Bluetooth Modul aus, sodass unter anderem die Kamera über ein Smartphone fernbedient werden kann. Oder man
verbindet den Camcorder drahtlos mit einem GPS – Modul und synchronisiert die Geodaten mit Google-Earth. Es gibt auch den Modus automatischer Aufnahmen, der die
Kamera startet, sobald sich vor der Linse etwas bewegt und anhält, wenn sich 5 Sekunden keine Veränderungen ergaben. Wildlife – Beobachtung und Raumüberwachung,
alles ist möglich. Es gibt sogar eine Zeitlupe mit 600 Bildern pro Sekunde (nicht HD-fähig) und eine Zeitrafferfunktionen mit Aufnahmeintervallen von einer bis zu 80
Sekunden, die automatisch zu Filmsequenzen zusammengefügt werden. Neben der manuellen Bedienung gibt es natürlich auch gewohnte AE – Programme zur
Aufnahmeoptimierung. Bis zu 16 Gesichter werden vom Autofocus erkannt, der sich bewegende Objekte auch stets scharf hält. Ein klassischer Powerschalter fehlt, sobald
das Display aufgeklappt wird, ist die Everio HM 550 aktiv. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das lasergesteuerte Bedienfeld am linken Monitorrand. Man streift mit dem
Finger darüber und wählt somit Funktionen im Menü aus, oder kann damit zusätzlich den Zoom bedienen und den Verwackelungsschutz ein- und ausschalten. Mit dem Laserfeld
und den 5 Sensortasten am unteren Monitorrand werden eine Fülle wechselnder Aufgaben angesteuert, die am Bildschirm zur Auswahl angezeigt werden. Am Kameragehäuse sind
noch 4 Tasten für die Ansicht der aufgenommen Video- und Bildsequenzen, die Anzeige der Speicherbelegung und Batteriekapazität, dem direkten Upload zu YouTube oder auf
einen Rechner sowie Auswahl der Foto- oder Videofunktion. Wie üblich wird der Zoom auch über eine Wippe an der Gehäuseoberseite gefahren, davor ist der Fotoauslöser
positioniert. Start/Stop der Videoaufnahme erfolgt mit einer gewohnten Taste (alternativ über eine Sensortaste im Monitorrahmen). Eine eingebaute LED und ein
Blitzlicht erhellen nötigenfalls die Motive. Der rückwärtig eingeschobene Standard - Lithium – Ionen Akku (etwa 80 Minuten Kameralauf) )wird direkt in der Kamera
geladen und kann gegen stärkere Modelle ausgetauscht werden. Um immer aufnahmebereit zu sein, empfiehlt sich die Anschaffung eines externen Ladegeräts. Ein CMOS
Sensor (1/2,3“), Auflösung 10,62 MB, wandelt die Bilder in digitale Signale um. Für Video wird das MPEG-4 Format (AVCHD) angewandt, für Fotos JPEG. Die
Tonaufzeichnung erfolgt in Zweikanaltechnik (Stereo) mit Dolby Digital. Über Bluetooth könnte ein externe Mikrofon angeschlossen werden. Videosequenzen werden in
Formaten UXP / XP / SP / EP aufgenommen, vom bestaufgelösten HD bis zur eMail – fähigen Datei. Der interne 32 GB Flash – Speicher fasst über 9999
Fotos oder legt fast 3 Stunden HD-Material in bester Qualität ab. Dieser kann noch durch eine SDHC – Karte ergänzt werden, bis zur Verdoppelung der
Aufnahmekapazität. Wie üblich stammt das Objektiv vom Kooperationspartner Konica-Minolta, hier als optisches Zehnfachzoom mit auf 35 mm Film übertragenem
Brennweitenbereich von 48,3 bis 483 mm und größten Blendenöffnungen von 2,8 bis 4,5. Auch für UW-Aufnahmen nützlich ist die Super LoLux – Schaltung, sie
reduziert bei Motiven im Dämmerlicht sonst übliches Bildrauschen. Mit den vorangegangenen Worten wird die Everio HM 550 in Umrissen charakterisiert, es stecken
natürlich eine ganze Menge weiterer Features in dem Bildcomputerzwerg, der das Zeug hat, anspruchsvolle Aufgaben zu meistern. Um sich mit der HM 550 richtig
vertraut zu machen, reicht die mitgelieferte Kurzanleitung bei weitem nicht aus. Da muss man sich an den Computer mit Onlinezugang bemühen und erst einmal die
mitgelieferte Software herunterladen, die die Archivierung, Ansicht und Übertragung der Foto- und Videodaten vom Camcorder koordiniert. Eine PDF – Datei mit
ausführlicher Kameraanleitung findet sich aber nicht auf der CD. Erst die Weiterleitung auf eine spezielle Website von JVC und das Manövrieren durch diverse
Abfragemenüs ebnet endlich den Weg zum Download der ganzen Wahrheit über die Everio HM 550. Das muss man wissen, plant man die nähere Beschäftigung mit dem
Camcorder abseits eines Onlinezugangs, etwa am Urlaubsort oder beim Flug dorthin. Diese Onlineabhängigkeit gefällt uns nicht so gut. Zum Trost ist die
Begleitsoftware von JVC wesentlich funktioneller als die von uns bis dato näher betrachteten Produkte von Sanyo oder Canon. Sie gliedert sich in einen Digital Photo
Navigator zur Organisation der Bilddateien in Alben, zur Formatänderung, zum eMail – Versand und einer Reihe weiterer Funktionen. Der HD Mediabrowser
organisiert die Video und Fotodateien in unterschiedlicher Form, bezogen auf Datum und Stunde der Aufnahme. Es lassen sich alle Dateiinfos einblenden, Wertungen
abgeben, Dateinamen ändern und Kommentare abgeben. Videosequenzen werden in der Vorschau automatisch nacheinander abspielen, Standbilder sind als automatische
Diashow organisiert. Ein schönes Feature ist die Möglichkeit bei Ansicht des der Videos noch Standbilder zu speichern.
UW - Gehäuse
Das Gehäuse
JVC Marine Case WR- MG270 zeigt gewisse Parallelen zu dem der Canon Legria VH 200 und ist in seinen Funktionen ebenso auf das Notwendigste beschränkt. Was am JVC
– Gehäuse seitlich vor dem Monitor als Power – Drücker ausgewiesen ist, trifft in Wirklichkeit die Info – Taste. Allerdings kann man mit längerem
Druck auf die Info - Taste die Everio tatsächlich stilllegen. Ein Powerschalter erübrigt sich im Betrieb über Wasser, denn sobald der Monitor ausgeklappt ist, kommt
Leben in die Everio HM 550. Nach einem (wählbaren) Intervall ohne die Kamera zu bedienen, fällt sie in einen Schlafmodus, aus dem sie erst mittels Tastendruck wieder
erweckt wird. Den stärkeren Akku im Gehäuse einsetzen, der im UW-Set mitgeliefert wird, empfiehlt sich grundsätzlich. Die Dimension der zwei Hebel (Zoom und
Standbildauslöser) und zwei Drucktasten (Kameralauf und Info) kann man als üppig bezeichnen. Hier scheitert kein Finger, keine Hand in einem noch so dicken Handschuh.
Das Gehäuse ist für den Einsatz des stärksten und zugleich größten Akku dimensioniert. Drei Schnellspannverschlüsse halten Front- und Rückteil zusammen, gedichtet
mit einem dicken, leuchtend grünem O-Ring. Der Camcorder wird mit einer Stativschraube auf dem Einschub montiert und ins Gehäuse eingeführt. Bei Bedarf kann man unter
dem Schlitten in einem vorbereiteten Fach einen Trockenmittelbeutel einlegen. Um den Monitor leicht nach oben angewinkelt einsehen zu können, hat man das Gehäuse
an dieser Stelle etwas voluminöser gestaltet. Den am Gehäuse befindlichen Kunststoff – Handgriff kann man mit einem weiteren Griff ergänzen. Dazu ist eine
Schiene mit Griff im Lieferumfang, die mit zwei Stativschrauben unter dem Gehäuse befestigt wird. So ausgerüstet führt man die Kamera mit beiden Händen wesentlich
ruhiger, außerdem kann ein optionales Videolicht angebracht werden. Der Blick des Kameraauges nach draußen fällt durch ein optisch einwandfreies Planglas, richtig
Planport genannt. Die Brennweite es Objektivs wird damit unter Wasser um 1/3 verlängert und mutiert so zum leichten Tele. Nahaufnahmen und Szenen in sehr klaren
Gewässern kann man damit einfangen, besser ist aber generell die Ausstattung mit einem der unter Wasser ansetzbaren Ports. Als Extra bietet man zwei Lösungen an,
einmal einen Domeport, der die Originalbrennweite unter Wasser wieder herstellt und ein richtiger Weitwinkelport, der einen Bildwinkel von 80° zulässt. Die Ports
werden mit einem 67mm Einschraubgewinde am Planport des Gehäuses befestigt. Hut ab, wirklich vorbildlich ist das Zubehör in der praktischen Kunststoffbox. Es fehlt
an nichts. Sogar zwei Ersatz – O-Ringe hat man beigepackt, ein Reinigungstuch, Trockenmittel, Silikon und - ganz gut mitgedacht – eine Ampulle mit
Antibeschlagmittel, das man tröpfchenweise auf der Innenseite des Ports aufträgt und verteilt.
Praxis
Im Hinblick auf den geplanten
Testeinsatz im Kaltwasser, wurden alle Register gezogen, einen möglichen Beschlag des Gehäuses zu vermeiden. Unter dem Kameraschlitten wurde Silikagel eingelegt, die
Innenseite des Planports mit Antibeschlagmittel eingerieben. Der Einschub der Kamera und der Verschluss des Gehäuses stellen auch für UW-Video – Neulinge keine
Hürden in den Weg. Abgetaucht ist das Handling dank der großformatigen Hebel, Drücker und Handgriffe einwandfrei. Nur mit einem kleinen Wackler in der laufenden
Szene kommt man zu Fotoshots, die nur während der Videoaufnahme gemacht werden können. Das Gehäuse lässt das Umschalten von Video auf Fotofunktion mit
Einzelbildaufnahme nicht zu. Einzelbilder, die während der Videoaufnahme abgespeichert werden, stehen in voller Schärfe mit 3200 x 1800 Pixel bei 72 ppi zur Verfügung.
Will man sich den Wackler in einer wichtigen Szene sparen, erlaubt der Everio Mediabrowser bei der Filmwiedergabe noch Standbilder zu speichern Diese sind aber
mit 1920 x 1080 Pixel auf das HD - Videoformat reduziert und zeigen eine geringere Schärfe, Bewegungsunschärfen im Motiv sind gegebenenfalls ebenso möglich wie
Zeilenartefakte. Da die Lichtverhältnisse unter Wasser für jede Automatik eine große Herausforderung darstellen, wünscht man sich den Zugriff auf die
Belichtungskorrektur der Kamera, doch auch dies ist nicht vorgesehen. Im Süßwasser hat das Gehäuse mit Kamera und Handgriffschiene leichten Abtrieb. In der
Summe hat uns die Video- und Standbildqualität unter den wirklich schwierigen Testbedingungen gefallen, bedenkt man, dass die Kamera im vollautomatischen
Modus aufzeichnete. Und jetzt können wir auch das Rätsel lösen, ob im Gehäuse Kondenswasser abgesetzt wurde. Klare Antwort: Kein Tröpfchen. Das Drehen und
fotografieren war uneingeschränkt von Anfang an möglich.
Fazit
JVC und SUBGEAR ebnen mit hochwertiger Camcordertechnik in einem funktionell
elementar gestaltetem Gehäuse den einfachen Einstieg in die UW-Videografie. Unbedingt dazu ordern sollte man zumindest den Weitwinkelport. Erfreulich ist der
mitgelieferte stärkere Akku und das gut ausgestattete Zubehörset. Fast hätten wir den Knüller vergessen: Zur Everio HM550 gibt es eine Hol- und Bring – Garantie.
Versagt die Kamera den Dienst, wird sie abgeholt und wieder gebracht.
Wir danken dem Hotel Schloss
Fernsteinsee für die freundliche Unterstützung www.fernsteinsee.at
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