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Viele Taucher zählen die Ruhe, die sie unter Wasser erleben, mit zu den Höhepunkten ihres Sports. Keine Umweltgeräusche, keine
ungewollten Gespräche, einfach die Konzentration auf die auf Zeit besuchte Unterwasserwelt trägt zur Entspannung entscheidend bei. Da wirkt ein wassersportfähiger MP3
Player mit wasserdichten Ohrhörern nicht gerade als ein Objekt, das eine echte Marktlücke füllen würde. Skeptisch aber ohne Vorurteile hat UnterWasserWelt einen lang
erfahrenen Taucher damit ins Wasser geschickt.
Da steh ich nun ganz irritiert, erlebte ich doch schon die Zeit des legendären Sony Walkman hautnah mit und
teilte vor 30 Jahren den ersten mobilen Kassettenplayer der Welt mittels zweitem Kopfhörerausgang mit der Herzdame jener Tage. Spaziergänge im Novembernebel bekamen so
eine völlig neue Perspektive. Jetzt drehe ich ein silbernes Gerät, kaum größer als eine Streichholzschachtel und nur 25 g leicht zwischen den Fingern, finde drei
Tasten, die alles steuern, eine mehrfarbige Leuchtdiode, die die aktuelle Funktion anzeigt und den Hinweis auf 128 MB internen Speicher und komme ins Sinnieren. Mein
erster PC hatte eine für damalige Zeiten sensationell große Festplatte von 20 MB und stattliche 2 MB Arbeitsspeicher, das alles benötigte einen Platz von einem halben
Kubikmeter. Der MP3 Player H2O Man von Snap Sights, im Vertrieb von TUSA verschwindet zwischen den Fingern, kann wasserdicht verpackt werden und leistet ein
Vielfaches. Und das reizt ein neues Erlebnis auszuprobieren, das in den Tauchsportlehrbüchern (noch) nicht erwähnt wird: Musikgenuss beim Wassersport und Schnorcheln.
Um den Speicher des H2O Man mit seinen Lieblingssongs zu füllen, benötigt man auf jeden Fall einen PC oder MAC mit USB – Anschluss. Ohne diese stationäre
Hardware, auf der sich MP3 Dateien befinden, die in den Speicher des H2O Man kopierbar sind, beschränkt sich langfristig das Hörerlebnis auf zwei Klassikmusikstücke,
die vor Auslieferung im Player gespeichert wurden. MP3 ist das Reizwort der Musikindustrie schlechthin, erlaubt dieses Format fette Musikdateien, wie sie auf CD`s
zu finden sind auf handliche Datenpäckchen zu reduzieren, die bei immer noch guter Qualität via Internet oder eMail verteilt und dann auch im Speicher des H2O Man
abgelegt werden können. Wer sich überhaupt den Kauf von CD`s sparen will, kann sich kostenlos MP3 Dateien auch aus dem Internet herunterladen, allerdings ist die
fehlerfreie Qualität oder das abrupte Ende eines Songs auf den unbezahlten Beschaffungswegen nicht garantiert. Besser ist die Abspeicherung von Songs im vorhandenen
Musik – CD – Format als MP3 Files, läuft die entsprechende Software auf dem Rechner (hat man einen CD – oder einen DVD – Brenner, so bietet die
dazu installierte Software die notwendigen Umwandlungstools). Weitere Werkzeuge der MP3 Bearbeitungssoftware erlauben das weiche Ein- und Ausblenden von Songs oder die
Anpassung der Lautstärke der einzelnen Musikdateien.
Eiskalt erwischt. Der kleine Silberfisch fasziniert. Neuland für mich, dafür gibt es anerkennende
Statements von meinen Kids, die - zumindest aus dem Prospekt – wissen, mit was der alte Herr gerade herumspielt. Plug and Play verspricht das Gerät und
Windows XP erkennt nach Anschluss an den USB – Port bereitwillig ein neues Laufwerk. Nur Win 98 oder MAC müsste mit der beiliegenden Software zur Zusammenarbeit
überredet werden. Kopieren und Einfügen, so füllt man den Speicher des H2O Man. Wer systematisch vorgehen will, nummeriert die Dateien beginnend bei 01 bis
hin zur maximalen Speicherauslastung. Im Durchschnitt passen 30 Songs in den Silberzwerg, jederzeit austauschbar via PC. Das Fieber den H2O Man auszuprobieren steigt
in bedenkliche Höhe... Interpreten wie die „Söhne Mannheims“, die „Fantastischen vier“, Pink Floyd, Herbert Grönemeyer, Tote Hosen, Joe Cocker oder Falco
lassen sich im festen Speichermedium nieder (da soll noch ein Kid behaupten, der Alte sei musikalisch ein Grufti...)
Der Trockentest im nächtlichen Garten mit
Blick auf den Sternenhimmel fällt positiv aus. An einer Kordel, die die dünnen Drähte der Ohrhörer teilweise schützt, hängt das Silberteil. Die Ohrstöpsel könnten zwar
etwas kleiner sein, doch sie lassen sich akzeptabel (in meinen Gehörgängen) platzieren und mit Blick auf den Großen Wagen bittet Joe Cocker um Entfesselung seines
Herzen... Das fetzt! Die drei Tasten des H2O Man schalten ihn ein bzw. aus, wählen Songs davor oder danach und steuern die Lautstärke. Die Infodiode macht die
aktuelle Funktion deutlich. Mehr braucht man nicht und mehr gibt es auch nicht. Bei etwa 30 Songs kann man sich auch ohne LCD – Anzeige im Speicher orientieren.
Abtauchen. Wirklich abtauchen? Das soll man mit dem H2O Man nicht, obwohl das strahlend gelbe Kunststoffgehäuse und die Ohrhörer dies aushalten würden.
Klaglos. Aber man geht auf Nummer sicher bei TUSA und empfiehlt dies nicht um Verletzungen des Innenohrs vorzubeugen. Schwimmen, Surfen, Schnorcheln bis etwa 3 Meter
Tiefe, diese Aktivitäten sind genehmigt und im wasserdichten H2O Man Gehäuse, das jetzt an einem dehnbaren Armband getragen wird, problemlos möglich. Also jetzt die
futuristischen Ohrenstöpsel einstecken, Maske auf und sich schnorchelnd treiben lassen. Zu den Songs im MP3 Player entlang an Wasserpflanzenwäldern gleiten,
plötzlich verkörpern versunkene Wurzeln oder treibende Algennester eine völlig neue Dimension, unterstreichen visuell die Wirkung der Musik. Und schon vergisst man
auch die Kühle des Wassers im glasklaren See, die von einem Shorty nur begrenzt erwärmt wird. Selbst der kapitale Karpfen, der den Weg kreuzt, scheint an der Musik
interessiert zu sein. Ja, ohne Zweifel ist das Erlebnis des Musikgenuss an Orten, an denen dies bislang nicht möglich war, beeindruckend und man kann sich daran
gewöhnen. Natürlich ist die Qualität der Unterwassermusik nicht mit der eines Konzertbesuchs vergleichbar, aber es hat was. Musikträume in traumhafter Umgebung. Was
will man mehr? Schnell ist man verführt den Weiher ein zweites Mal in Ufernähe zu umrunden, damit man die zauberhaften Wasserpflanzenwälder im wabernden Schimmer der
Sommersonne noch einmal mit Musik auf sich wirken lassen kann. Ich bin kein Zweifler mehr, der H2O Man hat mich fasziniert und ich nehme ihn ernst!
Auf die
Technik muss nicht weiter eingegangen werden – außer dass die eingebaute LiMH Batterie beim Einschub in einen USB – Port innerhalb einer Stunde geladen
wird und dann Energie für 4 Stunden Musik am Ohr liefert.
Fazit
Entweder man mag Musik beim Schnorcheln und anderen Wassersportaktivitäten oder
man möchte lieber auf die akustische Verbindung zur sonst so hektischen Umwelt verzichten. Jeder hat Recht, aber auch Zweifler an der erstaunlichen Wirkung von
Lieblingssongs beim Sport kommen ins Grübeln. Der Kopf unter Wasser, der Blick in die faszinierende Welt der Fauna und Flora dort unten, dazu ein Song von Pink Floyd,
das hat mehr, als man glauben möchte...
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