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Nach unzähligen Telefonaten naht für den Schweizer Mischgastaucher Daniel Bernhard endlich der ersehnte Moment. Der Profi-Schatzsucher Klaus F. Keppler, bekannt
geworden durch die Bergung des sogenannten "Intan"-Schatzes im Südchinesischen Meer mit insgesamt mehr als 11 000 Teilen Gold, Silber und Keramik sowie durch
die Suche nach dem holländischen Luxusliner "Prins Frederik", ist mit seinem Team auf dem Weg zum Vierwaldstättersee in der Schweiz. Daniel Bernhard hat ihn
für eine Schulung der besonderen Art gewinnen können - der Schatzsuche. Der Journalist und Buchautor Dietmar Reimer begleitete die beiden.
Es ist frühmorgens, als der Tieflader mit dem Alubomber, einem 7 m langen Arbeitsschiff, huckepack in Luzern eintrifft. Routiniert werden
von Klaus F. Keppler, unterstützt durch zwei Teams von den Schatzsuch- bzw. Bergungsunternehmen Seabed Invest sowie der Nautik GmbH Keppler & Vitt die Verzurrungen
gelöst. Es sind gerade mal 15 Minuten vergangen und schon gleitet das Arbeitsschiff in den See. Das hochwendige, jedoch ungewöhnlich anmutende Boot sorgt für Aufsehen.
Immer mehr Menschen schauen dem regen Treiben zu. Dies wird noch gesteigert, als ein Transporter eintrifft, aus dem Computer, Monitore und noch jede Menge weitere
Technik ausgeladen und auf dem Boot montiert wird.
Ein Einheimischer kennt sich aus, und erklärt den anderen, das jenes komische gelbe etwas, was gerade an
Bord gehievt wird, ein sogenanntes "ROV" sei, so etwas wie ein Video unter Wasser. Langsam aber sicher trudeln auch die Schulungsteilnehmer am
vereinbarten Treffpunkt ein. Der ein oder andere grinst, als ihm eine Rettungsweste überreicht wird. "Auf dem Meer, das würde ich ja verstehen, aber
hier...". Dass die Schiffsbesatzung den Punkt Sicherheit jedoch durchaus ernst nimmt, wird jedem klar, als es heißt, "alles an Bord" - ohne angelegte
Rettungsweste bleibt man an Land.
Um 9 Uhr geht es los. Das Arbeitschiff sowie zwei Begleitboote laufen aus. Die Erwartungshaltung, etwas zu entdecken, ist
groß. Klaus F. Keppler dämpft diesen Optimismus, dies sei schließlich eine Schulung, keine wirkliche Schatzsuche. Wir fahren das erste Suchgebiet an, das vorher mit
Danny Bernhard festgelegt wurde, der den See seit seiner Jugend betaucht. Dabei wird ein Rechteck festgelegt, das systematisch in Bahnen abgefahren wird. Möglich wird
dies durch DGPS sowie ein modernes Polarortungssystem, das dem Schiffsführer per Laserstrahl von Land aus jederzeit die exakte Position durchgibt.
Vorsichtig
wird nun, nach Erläuterung der Technik, der sogenannte Sidescan-"Fisch", der, einfach ausgedrückt per Sonar den Seeboden abspiegelt, ins Wasser gelassen. Die
elektrische Winde springt an, und der Fisch verschwindet in den Tiefen des grünlich schimmernden Sees. Konzentriert hält ein Schüler mit dem Bootsführer Ausschau nach
Bojen, an denen Fischernetze befestigt sind. "Pflügt" der Fisch in ein Netz, so kann dies den Verlust des High-Tech-Equipments bedeuten.
Am Monitor
tauchen die ersten Bilder vom Seegrund auf. Die Luft im Schiff wird stickig. Die Teilnehmer scheinen fast in den Computermonitor, der die Bilder vom Seegrund live
überträgt, reinklettern zu wollen. "Mit dem Sidescan-Fisch können wir Gebiete von 50 bis 1000 m Breite scannen. Je geringer die Scannbreite ist, desto besser
natürlich die Ergebnisse", wird erklärt. Die "Nachwuchs-Schatzsucher" starren wie gebannt auf etwas schwarzes, längliches, das sich auf dem Bildschirm
abzeichnet. Keppler weiß, was sich gerade in den Köpfen der Teilnehmer abspielt, zu oft hat er es selbst erlebt. "Nein, so schnell geht das nicht. Was ihr hier
seht, ist einfach ein Fels", erklärt er und zieht an seiner Zigarre. So geht bzw. wiederholt sich dies eine ganze Weile - der Anspannung folgt bei allen eine
leichte Ernüchterung. "Suchen heißt nicht gleich finden" erklärt Keppler. Solcherlei Operationen sind auch ein Geduldsspiel. "Trotz ausgiebiger und
intensiver Recherche haben wir z. B. bei unserer Expedition zum Wrack der "Prins Frederik" immerhin ein Gebiet von über 1500 km2 gescannt." Dieser
Schock sitzt bei allen.
Nach unzähligen Erlärungen über Magnetometer- und Sidescantechnologie dann nachmittags doch endlich der ersehnte Moment. Auf dem Monitor
zeichnen sich Konturen ab. Keiner will sich blamieren - alle warten ab. Eine Schülerin hält es nicht mehr aus und schreit es förmlich raus - "Ein Wrack".
Keppler beugt sich über den Bildschirm und misst die ungefähre Länge des Objektes. "Dies durfte die 'Portland' sein, ein 47 m langes Schiff, das 1953
unterging." erklärt er anschließend. Das ROV, der Unterwasser-Kamera-Roboter wird fertig gemacht. Alle helfen mit, schließlich will man ja sehen, was man gefunden
hat. "Taucher gehen bei uns nur runter, wenn es wirklich notwendig ist. Warum soll man Menschenleben riskieren, wenn es eine entsprechende Technik gibt".
Kopfnicken bei allen, während das ROV ins Wasser gelassen wird. Per Joystick geht es in die in die Tiefe. Jeder darf nun natürlich auch einmal steuern. An der
"Portland" angekommen, übernimmt wieder Keppler. Vorsichtig nähert er sich dem sehr gut erhaltenen Wrack. Die Augen der Teilnehmer strahlen.
Nach
einer halben Stunde wird das ROV wieder raufgeholt und weiter geht es. Nunmehr sind die "Nachwuchs-Schatzsucher" scheinbar vom Glück verfolgt. Nur kurze Zeit
später tauchen am Monitor Wrackreste auf. Man schaut ins Archivmaterial - Danny glaubt, dies seien die Reste eines Schweizer Militärflugzeuges, das in den .
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Fünfzigerjahren in der Luft explodierte und hier versank.
Leider heißt es nun aber auch, wieder in Richtung Heimathafen zurückzukehren. Das Ausbildungsziel für diesen Tag ist erreicht und schließlich war es ein
langer Tag. Wie heißt es so schön: Es kommt immer anders, als man denkt. Auf der Rückfahrt, den Sidescan-Fisch im Schlepp, unterhält man sich angeregt über das erlebte. Nur ein
kurzer, flüchtiger Blick von Klaus Keppler auf den Monitor ist es, der alles verändern wird.
Keppler und Danny Bernhard schauen sich an - beide sind überrascht. Wie aus dem
nichts zeichnen sich plötzlich unnatürliche Umrisse auf dem Seeboden ab. "Hier durfte eigentlich gar nichts sein, auf der Seekarte ist jedenfalls nichts eingezeichnet"
ruft Keppler den Teilnehmern zu. Es folgt ein Studium der Akten über die Untergänge von Schiffen am Vierwaldstätter See, während der Alubomber wendet, um noch einmal "über
das Wrack zu fahren". Tatsächlich, im Jahre 1899 sank die Naue "Flora", ein Transportschiff, angeblich in dieser Gegend. Dabei kamen fünf Menschen ums Leben. Bis
heute galt das Schiff jedoch als verschollen. Kepplers Erregung wirkt ansteckend. Die Profis von der Seabed und die Teilnehmer des Seminars arbeiten Hand in Hand. "Ruf
mal' einer im Hotel an, dass wir später kommen." sagt Keppler. Jeder weiß, was das bedeutet, doch keiner ist sonderlich traurig darüber.
Über der georteten
Position wird vorsichtig wieder das ROV zu Wasser gelassen. Atemberaubende Stille herrscht auf dem Schiff. Die Scheinwerfer des Roboters flammen auf. Per Joystick geht es hinab in
die Tiefe. Auf dem Monitor ist zunächst nur eine grüne Brühe zu erkennen. Ab 20 m wird es klarer. Das Tiefenzählwerk rast - 20, 30, 40, 50, 60, 65 m - gleich muss das Wrack
kommen. Der Roboter verlangsamt seine Fahrt. Fast unmerklich schälen sich die ersten Konturen aus dem Dunkel. Kaum zu glauben, die immer deutlicher werdenden Formen zeigen ein
Wrack, das auch erst gestern untergegangen sein könnte, so unglaublich gut scheint es erhalten zu sein. Vorbei an einer alten hölzernen Schubkarre fährt das ROV zum Steuerstand,
taucht vorsichtig eine Ladeluke an. Phantastische Momente und unbeschreibliche Szenen spielen sich an Bord ab. Jedes Detail wird bestaunt und begutachtet. "Dies sind die
schönsten Momente der Schatzsuche" meint Klaus Keppler. "Wenn man 'sein' Wrack endlich entdeckt, so gibt dies einen Adrenalinstoß, der mit nichts vergleichbar
ist." Es scheint sich wirklich um die Flora zu handeln - die Länge von ca 27 m wie auch die Aufbauten passen zu dem von uns entdeckten Wrack.
Trotz dieses Erlebnisses
heißt es irgendwann jedoch nun wirklich, wieder an Land zurückzukehren. Abends, besser gesagt nachts beim Wein gibt es nur ein Thema: Die Schatzsuche. Dabei wird natürlich auch
das Thema "Königin Astrid" diskutiert. Das Auto, mit dem die Königin 1935 tödlich verunglückte (siehe Kasten), ein "Packard", liegt immer noch auf dem Grunde
des Sees. Auch erzählt Keppler von römischen Galeeren, die im Urnersee in der Nähe von Flüelen liegen sollen. Um dies herauszufinden, müsse man jedoch ein zweites Mal hierher
kommen, meint Keppler, wobei dann jedoch auch Archäologen herbeigezogen werden müssten, da dieser Fund von hoher kulturhistorischer Bedeutung sei.
Tauchgang
Danny
will sich am nächsten Tag mit seinem Kameraden Hubby die "Flora" persönlich anschauen. Den ganzen nächsten Morgen hat er das aufwendige Gerödel für den Mischgastauchgang
zusammengestellt und noch einem letzten Check unterzogen. Nun steht er hochkonzentriert auf dem Boot. Mittlerweile hat sich der gestrige Fund herumgesprochen. Eine große
Menschenmenge verfolgt von Booten aus den Sprung der beiden ins recht kühle Nass. Ein letztes OK-Zeichen und die beiden tauchen am von Klaus Keppler und seinen Schülern gesetzten
Bojenseil ab.
Neben den Sicherungstauchern, die die beiden bis auf 20 m begleiten, folgt ihnen das ROV in die Tiefe. An Bord wird der Tauchgang am Monitoren live
mitverfolgt. Auf 70 m angekommen, ballt Danny vor der Roboterkamera die "Boris Becker"-Faust vor Freude. Noch nie war ein Mensch an diesem Wrack getaucht und - Keppler
hatte die Boje genau auf dem Wrack platziert, was eine luftintensive Suche sparte. Kleine Netzte liegen teilweise auf dem Schiff, Vorsicht ist geboten. Routiniert und gut
austariert umkreisen die beiden das Schiff. "Nur kein Sediment aufwirbeln", ist hier die oberste Devise. Ein kurzer Blick durch ein Kajütfenster in das Dunkel, und
weiter geht es zur Ladeluke. Das Steuerrad, das Ruder, alles scheint gerade erst verlassen worden zu sein. Ein gespenstisches Szenario tut sich den beiden auf. Was mag die
wirkliche Ursache des Unglücks gewesen zu sein. "Oben" schaut Klaus Keppler hochkonzentriert auf den Bildschirm. Er findet nun auch eine Erklärung für den Untergang der
Flora. "Wie es scheint, ist damals der Schiffsmotor explodiert. Der auseinanderbrechende Motor riss dabei ein Loch in den Schiffsboden, wodurch das Schiff kenterte und sank.
Danny blickt in die ROV-Kamera und bedeutet uns, dass er nun wieder aufsteigt, die 10 Minuten Grundzeit sind vorüber. Zu gern würden die Schüler mit dem ROV noch weiter
das Wrack untersuchen, doch der Roboter fungiert hier nunmal als "Sicherungstaucher". Die Zuschauer an der Wasseroberfläche starren gebannt zur Boje. Jetzt müssten
die beiden ja gleich auftauchen. Dannys Freundin Esti sitzt jedoch gelassen im Beiboot. Stichwort Deko, es wird noch einige Zeit vergehen, ehe die beiden wieder das Tageslicht
erreichen. Blasen perlen an die Oberfläche, dann endlich erblicken die beide wieder das wärmende Sonnenlicht. "Es ist die Flora" ruft er uns zu. "Das Schiff ist
zwar 1899 gesunken, doch gebaut wurde es um 1810. So eine alte Naue habe ich noch nicht gesehen" meint er begeistert.
Und die Teilnehmer an der Schulung sind es auch,
die an diesem Wochenende nicht nur viel dazu gelernt haben, sondern auch eine echte Schatzsuche miterleben durften
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Der tragische Tod der Königin Astrid von Belgien
Wir schreiben den 12. August.1935 - am
Vierwaldstättersee in der Schweiz herrschen hochsommerliche Temperaturen. Der Mann am Steuer dirigiert ziemlich rasant seinen Packard, ein Luxusautomobil, die Seestraße entlang
von Küssnacht in Richtung Merlischachen. Seine Frau sitzt neben Ihm. Der Chauffeur, der im Fond Platz genommen hat, schaut nervös auf die Straße. Ein harter Schlag
erschüttert das Fahrzeug. Der noch eben scherzende Fahrer versucht nun verzweifelt, den Wagen vom Bordstein wieder auf die Straße zu steuern - vergebens. Seine Frau wird aus dem
Auto geschleudert - das Fahrzeug stürzt die Böschung in den See hinab. Blutüberströmt, doch nur leicht verletzt schleppt sich der Mann zu seiner bewusstlosen Frau. Der nur ein
paar Minuten später eintreffende Arzt schüttelt traurig den Kopf, zu schwer waren die Verletzungen der Frau gewesen.
Einen Tag später: Auf der Weltausstellung in Brüssel
verstummen abrupt die Musikkapellen, es herrscht betretenes Schweigen. Wie ein Lauffeuer hatte sich die Nachricht verbreitet, nach der die Königin Astrid von Belgien bei einem
Autounfall tödlich verunglückt sei. König Leopold III von Belgien sowie seine Frau hatten Inkognito ihren Urlaub am Vierwaldstättersee verbracht.
Das Automobil wird
geborgen und in einer Garage abgestellt. Davon erhielten natürlich auch die damaligen Medien Kenntnis. So war es nicht weiter verwunderlich, dass innerhalb kürzester Zeit Hunderte
von Schaulustigen zu jener Garage pilgerten. König Leopold III setzte diesem Spuk ein Ende und ließ das Vehikel mitten im See versenken. Seitdem gilt das Auto als verschollen.
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Taucheruhren
und Schmuck
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Indoor - Tauchen
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Ausrüster
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Anzüge
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Foto / Video
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Aktion:
Taucher in Not
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