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Ob die Atolle der Südsee oder die Korallenriffe Australiens - wer hat beim Blick aus dem Flugzeug nicht schon gerätselt, wie die Erde
unter Wasser aussehen mag? Der „Weltatlas der Ozeane“ ist das bisher einzige Kartenwerk, das den Blick unter die Wasseroberfläche der Weltmeere kartographisch
eröffnet.
Zu den großen wissenschaftlichen Leistungen des 20. Jahrhunderts zählt die Erforschung der Meere und der Tiefsee. Gegenüber den technischen
Voraussetzungen, die die moderne Weltraumfahrt erfordert, ist der Aufwand zur Erkundung der Meere ungleich höher, ungleich kostspieliger. Als sich nach dem
Zweiten Weltkrieg die Seefahrt treibenden Nationen zusammenschlossen und die Erforschung der Meere untereinander aufteilten, wurde das Bild erstmals übersichtlich.
Trotzdem, heute sind viele Meersbewohner, von der Schildkröte bis zum Hai, von der Ausrottung bedroht. Diese geschieht heimlich und klaglos, die betroffenen
Spezien können sich nicht wehren. Abgesehen davon sind längst nicht alle Bewohner der Meere, längst nicht alle Pflanzen überhaupt entdeckt, die die Artenvielfalt de
Meere ausmachen. Täglich werden neue Lebensformen erkannt, im selben Rhythmus verschwinden andere, weil ihnen die Grundlage ihrer Existenz entzogen wurde – durch
Gifteintrag ins Meerwasser, durch organisierten Raub ihrer Gelege (Meeresschildkröten), durch Dynamitfischerei oder unkontrolliert durch die Tiefen ziehende,
kilometerlange Treibnetze.
Bereits das Aufschlagen des reich bebilderten Atlas eröffnet auf eindrucksvollen Doppelseiten, die für sich allein wirken, die
vielfältige Form der Nutzung unserer Ozeane. Hautnah und intensiv führen diese Bilder in die weitere Thematik des Bildbands, lassen spüren, was man erwarten darf. Und
diese Erwartungen werden nicht enttäuscht. Von der Entstehung der Weltmeere führt das Buch über Reliefkarten hin zur kompetenten Vorstellung sämtlicher Lebensformen im
Meer und deren wichtigsten Vertreter. Wasser – und Luftströmungen, die elementaren Verantwortlichen für Wetter und Klima werden sichtbar gemacht, Gezeiten,
Erdplatten und die eisigen Teile der Meere gewinnen an verständlicher Transparenz. Tauchport, Bohrplattformen und Handelsschifffahrt, Fischfang und UW - Archäologie
werden thematisiert.
In enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg entstand so der vorliegende
„Weltatlas der Ozeane“, herausgegeben von Dr. Manfred Leier. Die diesem Meeresatlas zugrundeliegenden Tiefenkarten der Weltmeere sind weltweit das einzige
bathymetrische Kartenwerk, in dem die Ergebnisse der Tiefseeforschung des 20. Jahrhunderts zusammengetragen worden sind. Der Kanadische Hydrographische Dienst hat das
sogenannte GEBCO - Kartenwerk („General Bathymetric Chart of the Oceans“) in den 80er Jahren in kleiner Auflage als wissenschaftliche Edition veröffentlicht,
womit nur Fachkreise Zugang erhielten. Erstmals werden nun diese Karten einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich, womit ein völlig neuer Blick auf die Tiefen der
Weltmeere möglich wird. Reliefkarten, die den Meeresboden mit seinen Vulkanen oder die Beschaffenheit seiner Tiefengräben bildlich darstellen, Satellitenkarten der
Ozeane und ihrer Küsten, Spezialkarten zu Nord- und Ostsee sowie des Mittelmeeres vertiefen neben Beiträgen bekannter Wissenschaftsjournalisten, u.a. GEO - Autoren,
unser Wissen über die Ozeane. Übersetzungen in zahlreiche Sprachen sind in Vorbereitung.
Manfred Leier, Dr. phil., Verleger und Journalist, wurde 1937 in
Augsburg geboren. Von 1965 - 1996 war er Kulturredakteur und Ressortleiter bei WELT und STERN, von 1986 - 1996 Programmchef, Herausgeber und Co - Autor zahlreicher
STERN -Bücher. Seit 1996 ist er Geschäftsführer des Hamburger Verlagskontors.
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