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Als Spezialist für Tauch- und Rettungsanzüge hat sich aquata einen Namen gemacht. Eher am Rande wahrgenommen hatte man den vor einiger Zeit hinzugekommenen Vertrieb von Taschen,
Kleinlampen und Zubehör. Mit der kompakten Digitalkamera ZCam 1, die mit einem UW-Gehäuse inklusive LED-Licht ausgeliefert wird, überraschte aquata jedoch den Markt.
UnterWasserWelt stellte das kleine Fotosystem auf eine harte Probe.
Was im schwierigen Fotoumfeld mäßiger Sichtweiten unserer Seen funktioniert, lässt
zufriedenstellende Ergebnisse in tropischen Meeren erwarten, soweit sich die Taucherin, der Taucher hinter dem Monitor der ZCam 1 ein wenig notwendiges fotografisches Know How
angeeignet hat. Wer sich mit dem Grundlagenbuch unseres Autors Herbert Frei “Digitale Unterwasserfotografie, Kosmos – Verlag“ auf seine nassen Fotosafaris
vorbereitet, ist bald schon in der Lage mit der ZCam 1 Bilddateien auf den Chip zu bannen, die sich durchaus sehen lassen können.
Mit einer Auflösung von 6 Millionen
Pixel schwimmt die DSC-800 W, wie die Kamera vom fernöstlichen Hersteller korrekt benannt ist, im guten Mittelfeld des aktuellen Angebots digitaler Kompaktkameras. Allerdings gibt
es am Markt kein alternatives Angebot, das beim empfohlenen Verkaufspreis von € 329,- gleich ein hochwertiges Gehäuse mit einer LED-Leuchte und einem Filterhalter mit
Korrekturfolie mitliefert. Wie mittlerweile üblich zeichnet die DSC-800 W auch Videodateien auf, diese sogar in zwei unterschiedlichen Darstellungsgrößen, einer kleinen mit
320x240 Pixel, einer größeren mit 640x480 Pixel. Man kann zudem Bildraten von 15 oder 24 Bildern, die pro Sekunde aufgezeichnet werden, auswählen. Als Webcam mit 25 Bilder pro
Sekunde verwendbar rundet sie das Videoangebot ab, das für unsere Betrachtung allerdings keine Relevanz hat. Natürlich sind auch reine Audioaufzeichnungen machbar, dann spielt die
Kamera etwa als Diktiergerät eine Rolle. Beste Qualität der Bilder zeichnen Sie mit 6 Millionen Pixel im Format 2620x1984 Pixel auf. Es wird eine interpolierte noch größere
Auflösung angeboten, doch das geht stets zu Lasten der tatsächlichen Bildqualität, da technisch nicht zur Verfügung stehende Bildpunkte mittels Softwareberechnung simuliert
werden. Stellen Sie zudem im Menü der Bildqualität den Curser auf die oberste Position S. Fine (superfein), mit drei Sternen gekennzeichnet, dann werden die fotografierten
Bilddaten in der bestmöglichen Qualität auf den Chip geschrieben. Neben den digitalen Innereien, die die Signale vom ½ Zoll Chip zu einer JPG – Datei verarbeiten ist
natürlich auch das Objektiv für die Güte der Bilder verantwortlich. Hier darf man natürlich keine Wunderlinse erwarten. Das Objektiv mit einer Brennweite von 5,8 mm (35mm
verglichen mit 35mm Kleinbildkameras) hat über Wasser eine leichte Weitwinkelwirkung. Berechnet als Fixfocus-Objektiv bildet die Kamera über Wasser von 1 Meter bis unendlich alles
scharf ab. Im manuell einzustellenden Nahbereich sind Motive im Abstand von 20 cm aufzunehmen. Vom digitalen Zoom lassen Sie am besten die Finger, das empfehlen wir auch stets
bei weit höherwertigeren Kompaktkameras. Der Digitalzoom bildet lediglich eine Ausschnittsvergrößerung des vom Kamerachip produzierten Bildes ab, was zwangsläufig zu sichtbaren
Qualitätseinbußen führt. Mit dem Ziel des Unterwassereinsatz spielt der eingebaute Blitz für uns keine Rolle, da das UW-Gehäuse den Blitzreflektor abdeckt. Dessen Lichtimpuls
wird jedoch intern mittels Lichtleiter zu einem Anschlussadapter an der Gehäuseoberseite geführt, an dem ein mit dem System harmonierendes externes Blitzgerät angedockt werden
könnte, synchronisiert mittels Lichtleiter. Die Idee den internen Blitz derart aus dem Spiel zu nehmen und zur Verwendung mit einer höherwertigen und für den UW-Einsatz wesentlich
besser geeigneten Blitzlichtquelle vorzubereiten gefällt uns nicht schlecht. Bei SeaLife oder Sea&Sea sollten Interessenten für ein externes Blitzlicht fündig werden. Da
Sie in der Konfiguration des gelieferten Kamerasets unter Wasser den Blitz nicht zum Einsatz bringen können, schalten Sie die Blitzfunktion am besten über die rechte
Navigationstaste ab, damit sparen Sie Strom und die Batterien halten länger. Leider müssen Sie den Blitz nach jeder Kameraabschaltung erneut selbst deaktivieren, da die Abwahl der
Blitzfunktion nicht gespeichert wird. Nur auf Umwegen können Sie die Belichtungszeit beeinflussen, einmal über die manuelle Wahl der Empfindlichkeit, also 100, 200 oder 400
ISO/ASA statt der Automatik auswählen und / oder über die Belichtungskorrektur, die in Schritten von ½ EV einen Spielraum von 2 Belichtungsstufen länger oder kürzer einzustellen
erlaubt. Hier gleich ein Praxistipp, eine Vielzahl von UW-Motiven werden von der Belichtungsautomatik zu hell aufgenommen, Die unter Wasser herrschenden Kontraste täuschen eine
geringere Helligkeit vor, die Belichtungsautomatik reagiert mit Überbelichtungen. Verkürzen Sie manuell über die Funktion der Belichtungskorrektur mit einem Wert von –1. Die
Bildkontrolle nach der Aufnahme wird Ihnen in den meisten Fällen bestätigen, dass die Korrektur richtig war. Ansonsten wiederholen Sie in Einzelfällen die Aufnahme, nachdem die
Korrektur auf 0 zurückgesetzt wurde. Mit der Zeit werden Sie das Fingerspitzengefühl entwickelt haben, die motivabhängigen Belichtungskorrekturen sicher zu setzen. Mit diesem
Problem müssen sich aber auch UW-Fotografen mit höherwertigen System befassen.
Ein in der Preisklasse der DSC-800 W kaum zu findendes Feature ist die Wahlmöglichkeit des
Belichtungs – Messmodus. Meist beschränkt sich die Messung auf eine integrierte Auswertung verschiedener Messpunkte im Bild um daraus einen Mittelwert zu bilden. Ist der
Kontrast im Motiv weitgehend ausgeglichen, funktioniert das recht gut. Bei Gegenlicht oder bei hohen Kontrasten kommt es jedoch zu Fehlbelichtungen, meist sind unterbelichtete, zu
dunkle Bilder die Folge. Hier hilft die Spotmessung, die die Kamera anbietet um ein Motivdetail anzuvisieren, das richtig belichtet werden soll. Mit etwas Übung nutzt man dieses
Feature zur Bildoptimierung wirklich gerne.
Mit zwei Zoll und 115.000 Pixel Auflösung generiert der Monitor kein Großbilderlebnis, es reicht aber zur Bildbeobachtung, zudem
sind die Icons, die die verschiedenen Kameraeinstellungen anzeigen, deutlich und klar erkennbar. Nicht ganz sicher kann man in der Schärfebeurteilung sein. Besonders bei
UW-Aufnahmen im Nahbereich tut man sich schwer ganz sicher zu sein, ob das Hauptmotiv wirklich in der knapp definierten Schärfenebene liegt. Erst am PC-Bildschirm wird man
Klarheit erhalten.
Ohne Batterien bringt die DSC-800 W gerade mal 90 g auf die Waage, so wenig, dass man fast vergessen könnte, dass sie in der Westentasche steckt. Und
dort gehört sie bei Landausflügen durchaus auch hin, denn nur unter Wasser damit Motive auf eine preiswerte SD-Speicherkarte zu bannen, wäre wohl etwas verschenkt. Wir empfehlen
eine Speicherkarte mit 1 GB, da passen bis zu 900 Bilder in bester Auflösung auf den Chip (Dateigrößen sind abhängig von der Menge der Details im Motiv), das kann schon für einen
ganzen Urlaub reichen. Mit den 32 MB des internen Speicher ist dagegen schon nach 12 – 15 Aufnahmen das Ende der Fahnenstange erreicht.
Mit dem unterstützten
PictBridge – Standard können Bilder direkt aus der Kamera auf entsprechend geeigneten Printern ausgedruckt werden.
Gehäuse
Vergleichen wir das ZCam 1
Gehäuse mit den sonst üblichen Acrylglashüllen des Marktes, überrascht die aufwändige Konstruktion. Der bereits angesprochene Lichtleiter zur Synchronisation des internen Blitzes
mit einem externen Gerät bereitet eine mögliche Aufrüstung ideal vor. Das Objektiv ist gegen internes Streulicht gut abgeschirmt. Das Frontteil ist aus schwarzem Kunststoff, das
außen silberfarbig behandelt wurde. Der Hauptschalter und Auslöser sind als gefederte Tasten an der Oberseite eingelassen, seitlich ist der Schiebeschalter zur Focusumstellung von
Nahaufnahme auf entferntere Motive. Im transparenten Rückdeckel sind 10 gefederte Taster eingesetzt, die sämtliche weiteren Kamerafunktionen zu bedienen erlauben. Großzügig
dimensioniert ist der axial wirkende schwarze O-Ring. Der verriegelte Gehäuseverschluss aus Kunststoff wird von Stahleinsätzen verstärkt. Innovativ ist zweifelsfrei die Idee
eine LED-Leuchte mit einer Halterung am Stativgewinde zu befestigen. Diese Leuchte soll im Nahbereich ausgleichen, dass der interne Blitz für Aufnahmezwecke nicht zu Verfügung
steht, solange kein externer Blitz montiert ist. Die Leuchte ist mit fünf Dioden bestückt und wird durch Drehung am Lampenkopf geschaltet. Mit einem weiteren, rund um
das Gehäuse gelegten Klammermechanismus, der einen Filterhalter und einen Monitor - Seitenlichtschutz bietet, kann man das ZCam – System komplettieren, das alles ist im
Lieferumfang dabei. Diese - nennen wir es Klammer – wird aus vier Einzelelementen zusammengesetzt. Die Anbringung am Gehäuse ist etwas schwergängig, dafür hält sie aber
auch bombenfest. Möchte man die Kamera aus dem Gehäuse nehmen, ist die Abrüstzeit bei voll montiertem System etwas länger zu disponieren, als bei beim Verzicht auf Filterhalter
und Monitor – Lichtschacht.
Praxis
Im Handumdrehen findet die DSC-800 W ihren Platz im Gehäuse, einzige Vorbereitung ist das Einstellen des
Focusschiebers auf Nahaufnahme. Die Hülle liegt relativ eng um die Kamera, es bleibt wenig Platz für Silikagel – Trockenmittel, das in Kunststoffgehäusen immer gute Dienste
leistet bei hohen temperaturunterschieden oder Luftfeuchtigkeit das Beschlagen zu vermeiden. Der O-Ring lässt sich gut einsehen, wichtig um Verunreinigungen zu entdecken, die
Wasser einzudringen erlauben würden. Das Komplettsystem hat unter Wasser leichten Abtrieb, die mitgelieferte Handschlaufe sichert verlässlich. Auch mit dicken
Handschuhen sind alle Taster und der Focusschieber bedienbar.
Wie schon erwähnt bietet es sich an, die Blitzfunktion mit jeder Aktivierung der Kamera erneut abzuschalten,
das spart Strom und verlängert besonders in kalten Gewässern die Aufnahmebereitschaft. Auch wäre es nicht verkehrt die Belichtungskorrektur auf den Wert –1 einzustellen. So
vorbereitet lassen sich etwas entferntere Motive, so es die Sichtweite zulässt, ablichten. Unter Wasser verlängert sich hinter dem Planport die Brennweite um 1/3, die über
Wasser wirksame leichte Weitwinkelwirkung wird dadurch aufgehoben. Taucher in voller Größe oder Bilder von UW-Landschaften setzen dann sehr gute Sichtverhältnisse voraus. Im
Nahbereich, also bei 20 cm, wird die unter das Gehäuse montierte LED-Leuchte wirksam. Da das von der Lampe ausgeleuchtete Feld im Motiv denn doch mittig konzentriert ist, sollte
zur Belichtungsmesser die Spot – Einstellung gewählt werden, sonst fressen die von der Leuchte erreichten Motivteile deutlich überbelichtet aus. Wie auch immer, einen
externen Blitz kann die LED-Leuchte nicht ersetzen, aber besser als gar nichts ist sie allemal, da sie auch bei Dämmerung und bei Nachttauchgängen zunächst überhaupt erlaubt ein
Bild auf dem Monitor zu sehen. Als Hilfs- und Notlicht ergänzt sie ihr Einsatzspektrum. Verwendet man den Filterhalter, mitgeliefert wird eine Filterfolie in leichter
Orangetönung für Motive in blauem Wasser, muss man darauf achten, dass keine Luftblasen direkt vor dem Objektiv eingeschlossen werden. Nach dem Einschalten ist die Kamera
rasch einsatzbereit, da auch nicht auf das OK eines Autofocus gewartet werden muss, bis eine Belichtung erfolgt, ist die Auslöseverzögerung akzeptabel. Etwas Wartezeit fordert bei
Einstellung der besten Bildqualität die Abspeicherung der Bilddaten, doch das sollte man in Kauf nehmen. In dieser Preisklasse geht es eben nicht flotter. Im Süßwasser gelangen
uns einige Testbilder, die unter anderem zum Ausdruck bringen, dass das Preis – Leistungsverhältnis wirklich ausgewogen ist. Setzt man nicht sein ganzes Vertrauen auf die
Automatikfunktionen und wendet man unsere Praxistipps mit manuellen Eingriffen konsequent an, ist in der Regel eine zufriedenstellende Bildausbeute im Rahmen der
Systemmöglichkeiten gegeben.
Fazit
Die ZCam 1 hat durchaus das Potential in diesem Preissegment eine führende Rolle zu übernehmen. Scheut man sich
nicht vor manuellen Korrekturen der Automatikfunktionen, die die DSC-800 W erfreulicherweise anbietet, fotografiert man nicht nur bewusster, es ist auch der Weg zu ordentlichen
Bildergebnissen bereitet.
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